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FC Höchst tanzt an der Donau: 3:1-Auswärtssieg mit viel Pfeffer

Wenn man im Januar an der Donau steht, erwartet man eher gefrorene Nasen als heiße Fußballabende. Doch am Freitagabend verwandelten 20.000 Zuschauer das Stadion des SV Donau in eine brodelnde Arena - und sahen, wie der FC Höchst sich mit einem 3:1-Auswärtssieg in die Herzen seiner mitgereisten Fans spielte.

Es begann mit einem Paukenschlag: Schon in der 13. Minute setzte Tiago Morte ein erstes Ausrufezeichen. Nach einem feinen Zuspiel von Filippo Platania tanzte er sich durch die Donau-Abwehr, als wäre sie aus dünnem Eis geschnitzt, und schob eiskalt zum 0:1 ein. "Ich hab einfach gespürt, dass der Moment richtig war", grinste Morte später, "und als ich aufs Tor zulief, dachte ich: Jetzt oder nie - und es war jetzt."

SV Donau wirkte kurz geschockt. Ballbesitz hin oder her - 55 Prozent nützen wenig, wenn der Gegner bei jedem Vorstoß gefährlicher wirkt als der eigene Kaffeeautomat in der Halbzeitpause. FC Höchst schoss aus allen Lagen: 23 Torschüsse am Ende, während Donau mit acht eher bescheidenen Versuchen glänzte.

Nur elf Minuten nach dem ersten Treffer legte Dawid Szamotulski nach. Lajos Kocsis hatte auf rechts die Donau-Verteidigung schwindelig gespielt, flankte butterweich, und Szamotulski nickte ein - 0:2 in der 24. Minute. Trainer Ronnie Ekström ballte an der Seitenlinie die Fäuste, als hätte er gerade den Lotto-Jackpot geknackt. "Wir wollten mutig sein, das hat man, glaube ich, gesehen", meinte er hinterher mit einem breiten Grinsen.

Kurz vor der Pause musste Ekström dann doch ein bisschen basteln: Jürgen Held und Lajos Kocsis blieben in der Kabine, Stefan Westergaard und der 18-jährige Hanns Schreiber kamen. Letzterer zeigte sofort, warum er als großes Talent gilt - frech, schnell, und mit einem Selbstbewusstsein, das man sonst nur in Wiener Kaffeehäusern findet.

Nach der Pause schien SV Donau aufzuwachen. In der 61. Minute fiel das 1:2 - Julian Lauer traf nach Vorlage von Spiridon Grebennikow. Endlich mal Jubel auf der Heimtribüne, endlich mal Hoffnung. "Da dachten wir, jetzt kippt’s", sagte Donau-Kapitän Sascha Erdmann später, "aber dann fiel uns auf, dass der Gegner noch Lust hatte, Fußball zu spielen."

Und wie! Höchst blieb eiskalt. Tiago Morte, einmal mehr der Mann für die großen Momente, machte in der 80. Minute den Deckel drauf. Wieder Platania mit dem Pass, wieder Morte mit der Vollendung - 1:3, diesmal endgültig. Ein Doppelschlag des Duos, das an diesem Abend wirkte, als hätten sie heimlich Telepathie trainiert.

Der Rest war Schaulaufen. Donau versuchte es verzweifelt, Lauer prüfte Höchst-Keeper Alexandre Marchand mehrfach, aber ohne Fortune. "Wenn du vorne keine machst, wird’s hinten schwer", murmelte Donau-Trainer (dessen Name der Verein wohl lieber verschweigt) nach dem Spiel, "und hinten war’s heute… sagen wir: abenteuerlich."

Ein kleiner Wermutstropfen für Höchst: Torschütze Szamotulski verletzte sich in der 83. Minute. "Nichts Wildes", beruhigte Ekström, "nur ein Tritt, der mehr nach Theater aussah, als er weh tat." Kurz darauf sah Carl Santos Gelb, offenbar wollte er wenigstens auch mal im Spielbericht auftauchen.

Statistisch war die Partie ein Kuriosum: Donau hatte mehr Ballbesitz, aber weniger Zugriff. Höchst verteidigte klug, lauerte auf Konter, und zeigte, dass Effektivität manchmal schöner ist als Eleganz.

Nach dem Abpfiff tanzten die Höchst-Spieler ausgelassen vor der Gästekurve. Morte bekam ein Mikro in die Hand und rief: "Heute hat’s Spaß gemacht! Und wenn’s Spaß macht, schießt man halt Tore." Neben ihm grinste Filippo Platania, der mit zwei Assists glänzte: "Ich habe einfach den Ball dahin gespielt, wo Tiago gerade hinlaufen wollte - das war heute fast zu einfach."

Für Donau bleibt die Erkenntnis: Wer 20.000 Fans ins Stadion bringt, sollte ihnen auch ein bisschen mehr bieten als Ballbesitzstatistiken. Vielleicht hilft der Gedanke, dass es gegen Höchst an diesem Abend für viele schwer geworden wäre.

Ein Zuschauer fasste es auf der Tribüne trocken zusammen: "Die Donau hatte den Ball, Höchst das Spiel." Treffender lässt sich dieser kühle, aber unterhaltsame Fußballabend kaum beschreiben. Und irgendwo im Hintergrund summte jemand: "So spielt man auswärts."

Vielleicht nicht poetisch, aber verdammt effektiv.

30.06.643987 04:15
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