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FC Höchst stürzt die Veilchen: 2:0-Heimsieg mit Stil und Schmunzeln

An einem frostigen Dienstagabend in Höchst, unter Flutlicht und vor 10.798 fröstelnden, aber bestens gelaunten Zuschauern, lieferte der FC Höchst eine Vorstellung, die irgendwo zwischen taktischer Disziplin und offensivem Übermut rangierte - und die Veilchen Salzburg bekamen prompt kalte Füße. Am Ende stand ein 2:0 (2:0), das so souverän wirkte, als hätte Trainer Ronnie Ekström persönlich den Ball dirigiert.

Schon die ersten Minuten machten klar: Hier will einer die Gruppenrunde im Liga-Pokal Österreich nicht als Statist beenden. Höchst, mit offensiver Grundordnung und sichtbarer Spielfreude, setzte die Gäste früh unter Druck. Veilchen Salzburg versuchte zwar, den Ball zirkulieren zu lassen - allerdings eher wie ein Zauberlehrling, dem der Besen entgleitet.

In der 23. Minute wurde der Wille der Hausherren belohnt: Dawid Szamotulski, quirlig wie ein Espresso nach drei Stunden Bankdrücken, legte mit Übersicht in die Mitte. Dort lauerte Peter Sommer, der den Ball eiskalt einschob. 1:0 - und das Stadion tobte. "Ich musste nur den Fuß hinhalten", grinste Sommer nach dem Spiel. "Aber ich nehme auch solche Tore - die zählen schließlich genauso."

Während Salzburgs Trainer Johannes Weckwerth an der Seitenlinie verzweifelt die Hände in die Taschen steckte, rollte der nächste Angriff. Kurz vor der Pause (45.) zirkelte Tiago Morte einen Ball aus halblinker Position in die Maschen - Vorlage von Innenverteidiger Ashton Giles, der offenbar beschlossen hatte, mal kurz Flügelspieler zu spielen. "Ich hab’ einfach gedacht: Warum nicht?", lachte Giles später, "und Tiago hat’s dann schön erledigt." 2:0 zur Pause - und der Rest war Verwaltungsarbeit.

Die zweite Halbzeit begann mit dem Versuch der Gäste, irgendwie wieder ins Spiel zu kommen. Aber FC Höchst blieb ruhig, kontrollierte Ball und Gegner. 57 Prozent Ballbesitz und 13 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. Salzburg kam gerade einmal auf drei Schüsse aufs Tor - einer davon in der dritten Minute, ein anderer irgendwo in die Thermoskanne von Torwart Alexandre Marchand.

"Wir haben’s heute zu brav versucht", knurrte Veilchen-Kapitän Dominique Michaud, bevor er in der 91. Minute mit Gelb-Rot den Platz verließ. Es war fast schon sinnbildlich: Erst zu spät aggressiv, dann zu viel des Guten. "Ich wollte nur zeigen, dass ich noch da bin", meinte Michaud sarkastisch im Vorbeigehen. Trainer Weckwerth kommentierte trocken: "Disziplin ist auch ein Teil der Defensive. Heute war sie es nicht."

Höchst dagegen spielte den Abend mit einer Mischung aus Selbstbewusstsein und Spielfreude zu Ende. Besonders auffällig: die offensive Grundhaltung, die Ekström seinem Team verordnet hatte. Pressing? Nicht dauerhaft, aber gezielt. Passspiel? Variabel. Und die Torschussfreude? Eindeutig "ANYTIME", wie es das Statistikblatt ausdrücken würde.

Einmal mehr zeigte sich, dass Tiago Morte und Peter Sommer vorne ein Duo sind, das Verteidigern Albträume beschert. Morte suchte ständig den Abschluss, Sommer lauerte auf Abpraller, und Dawid Szamotulski zog im Mittelfeld die Fäden, als hätte er eine Fernbedienung in der Hand. "Wir trainieren das Timing im Angriff jeden Dienstag", verriet Szamotulski schmunzelnd. "Heute war wohl Dienstag, oder?"

Auch der junge Linksverteidiger Sergio Caneira, zarte 17 Jahre alt, bekam nach Spielschluss Sonderapplaus. Zwei Rettungstaten und ein beherzter Sprint nach vorne zeigten, dass hier einer mit Herz und Lunge spielt. "Manchmal vergesse ich, dass ich eigentlich Verteidiger bin", gestand er unter Applaus der Fans.

Ronnie Ekström, der Trainerfuchs, zeigte sich zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir haben viel richtig gemacht, aber noch nicht alles. Ein, zwei Chancen mehr hätten wir ruhig reinmachen können. Aber gut - das hebt man sich für die nächsten Runden auf."

Salzburgs Coach Weckwerth hingegen wirkte wie ein Mann, der dringend einen Tee braucht: "Höchst war heute einfach besser. Wir müssen lernen, mit Druck umzugehen. Und mit schnellen Außen. Und mit Gegentoren."

Am Ende blieb ein verdienter Sieg, ein ausverkauftes Stadion und die Erkenntnis, dass Fußball in Höchst derzeit mehr Spaß macht als Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "So spielt man, wenn man Lust hat. Und nicht, wenn man muss."

Ein Satz, den man sich in Salzburg vielleicht hinter die Kabinentür schreiben sollte.

06.06.643987 22:49
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