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**FC Höchst schockt Waidhofen früh - und verteidigt clever den Vorsprung**

Ein kalter Januarabend in Waidhofen, Flutlicht, 20.000 Zuschauer mit dicken Schals und heißem Punsch - und nach gerade einmal 13 Minuten war das Spiel im Grunde entschieden. Der FC Höchst gewann beim SV Waidhofen mit 2:0 (2:0) und feierte damit einen Auswärtssieg, der so unspektakulär wie effektiv war.

Dabei hatte es für die Gastgeber gar nicht schlecht begonnen. Waidhofen ließ den Ball gefällig laufen, über 54 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache. Nur: Tore zählen halt mehr als Prozente. Und die schoss der FC Höchst - eiskalt und früh.

In der 11. Minute nahm sich der junge Lajos Kocsis, 22 Jahre alt und mit dem Selbstvertrauen eines Straßenkickers, ein Herz. Nach einem cleveren Zuspiel von Mittelstürmer Peter Sommer zog der rechte Mittelfeldspieler aus gut 18 Metern ab - und traf trocken ins rechte Eck. Waidhofens Keeper Markus Stumpf sah den Ball wohl erst, als er schon im Netz zappelte. "Ich hab ihn kommen sehen - aber eher wie ein Meteor", stöhnte Stumpf später.

Nur zwei Minuten später der nächste Schock für die Heimfans: Timm Schreiner, der 31-jährige Mittelfeldmotor der Gäste, packte nach einer Ecke von Stefan Westergaard einen satten Schuss aus, der durch Freund und Feind hindurch im Tor landete. 0:2 - und das nach 13 Minuten.

"Wir wollten eigentlich kontrolliert beginnen", murmelte Waidhofens Kapitän Marcio Ronaldo nach dem Spiel, "aber dann war die Kontrolle halt beim Gegner."

Was folgte, war ein Lehrstück in Sachen Ergebnisverwaltung. Höchst zog sich geschickt zurück, überließ Waidhofen den Ball - und lauerte auf Konter. Trainer Ronnie Ekström stand an der Seitenlinie, die Hände tief in den Manteltaschen, und grinste verschmitzt, wenn seine Mannschaft den Ball wieder einmal clever abfing. "Wir sind nicht hier, um Ballbesitz zu gewinnen", sagte er in der Pressekonferenz, "wir sind hier, um Spiele zu gewinnen."

Waidhofen mühte sich, kombinierte, flankte - und verzweifelte. Besonders der 18-jährige Phillipp Rieger, der mit seinem jugendlichen Elan immer wieder versuchte, die rechte Seite zu beleben, scheiterte mehrfach an der dicht gestaffelten Abwehr. Auch Alexander Catrall auf links hatte gute Szenen, sein Schuss in der 59. Minute strich nur knapp über die Latte.

Die Statistik zeigt, dass beide Teams auf jeweils zehn Torschüsse kamen - doch die Qualität lag klar auf Seiten der Gäste. Höchst spielte "ANYTIME"-Fußball, wie es im modernen Trainerjargon heißt: schießen, wenn sich auch nur der Hauch einer Gelegenheit bietet. Und genau das brachte den Sieg.

Die zweite Halbzeit plätscherte dann dahin - im wahrsten Sinne, denn leichter Nieselregen hatte eingesetzt. Höchst wechselte früh: Der junge Timo Miller ersetzte zur Pause den angeschlagenen Westergaard, und auch der 18-jährige Hanns Schreiber bekam seine Chance auf der rechten Seite. "So jung und schon so routiniert", lobte Trainer Ekström später.

In der 63. Minute hielt das Stadion kurz den Atem an, als Jürgen Held nach einem Zweikampf liegen blieb. Diagnose: wohl nur eine Prellung. "Ich bin aus Eisen", grinste der Verteidiger später, "aber heute war’s eher Aluminium."

Waidhofen drückte, kämpfte, hatte in der Schlussphase durch Catrall (84.) und Jaeger (64.) gute Chancen - doch FC-Torhüter Jörg Pan, erst 18 Jahre jung, blieb cool wie ein Eisschrank.

Zwei Gelbe Karten für Höchst - Jakob Feldmann (60.) und Carl Santos (76.) - rundeten das Bild eines Spiels ab, das keineswegs unfair, aber doch körperbetont war. "Wir haben uns gewehrt, aber ohne Holzhammer", meinte Ekström schmunzelnd.

Nach Abpfiff applaudierten die 20.000 Zuschauer fair, auch wenn die Heimfans lieber mehr Grund zum Jubeln gehabt hätten. Waidhofen-Trainer - der seinen Namen nicht nennen wollte, um "die Verantwortung lieber kollektiv zu tragen" - sprach von einem "gebrauchten Tag".

Und während die Spieler des FC Höchst ausgelassen vor der Gästekurve tanzten, fragte ein Ordner kopfschüttelnd: "Wie kann man mit weniger Ballbesitz so viel Spaß haben?" Die Antwort kam prompt von einem Höchst-Fan: "Weil’s am Ende nur auf die Tore ankommt, Freundchen."

Ein nüchterner, aber verdienter Sieg für den FC Höchst also. Zwei frühe Treffer, disziplinierte Abwehr, etwas Glück - und ein Trainer, der wusste, wann Zurückhaltung die beste Offensive ist. Waidhofen zeigte Moral, aber keine Durchschlagskraft.

Vielleicht lag’s am Punsch. Vielleicht auch einfach an einem Gegner, der an diesem Abend alles richtig machte.

Und so endete der 16. Spieltag der 2. Liga Österreich in Waidhofen mit einem 0:2, das man in Höchst als Lehrbuchauswärtssieg abheften wird - und in Waidhofen als Lektion in Effizienz.

11.07.643987 17:59
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