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FC Höchst lässt Steyr keine Chance - 3:0 und ein Abend voller Selbstvertrauen

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 26.186 Zuschauer - und ein FC Höchst, der offenbar beschlossen hatte, 2026 mit einem Feuerwerk zu beginnen. Mit einem souveränen 3:0 (2:0) gegen Vorwärts Steyr legte die Elf von Trainer Ronnie Ekström am 10. Spieltag der 2. Liga Österreich einen Auftritt hin, der so viel Spaß machte, dass selbst der Stadionsprecher am Ende noch eine Zugabe forderte.

Es war kaum angepfiffen, da lag der Ball auch schon im Netz. In der zweiten Minute fasste sich Dawid Szamotulski, der flinke Linksfuß, ein Herz und zimmerte die Kugel nach einem Zuspiel von Adriano Ramallo unter die Latte. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Szamotulski nach dem Spiel - und niemand im Stadion nahm ihm das ab.

Steyr, unter Coach Georgios Karagounis mit offensiver Grundhaltung angereist, suchte zunächst den Weg nach vorn. Mehr Ballbesitz (52 Prozent) sollte für Kontrolle sorgen, doch das Spielgeschehen erzählte eine andere Geschichte: Jeder Konter der Höchster roch nach Gefahr. Während Steyr sich mit den eigenen Pässen beschäftigte, beschäftigte Höchst den gegnerischen Torhüter.

In der 31. Minute kam dann die Szene, bei der selbst die Linienrichter kurz das Nachsehen hatten: Wieder Szamotulski, diesmal als Vorbereiter, fand Tiago Morte auf links. Der Portugiese legte den Ball mit der Eleganz eines Balletttänzers am Verteidiger vorbei und vollendete eiskalt zum 2:0. "Ich hab’ nur die Augen zugemacht und gehofft, dass es knallt", sagte Morte später - und grinste dabei wie jemand, der genau weiß, dass es geknallt hat.

Vorwärts Steyr wirkte danach etwas ratlos. Hans Fisker versuchte es in der 15. und 38. Minute, Schaul Assulin scheiterte am guten Alexandre Marchand im Höchster Tor. Der Keeper, sonst kaum geprüft, durfte sich über ein paar Momentaufnahmen seiner Paradenkunst freuen. "Das war eher ein Abend für die Stürmer", meinte Marchand trocken.

Nach der Pause wechselte Ekström - Tiago Morte raus, Robert Bossong rein. Der junge Flügelspieler brachte frischen Wind, rannte als hätte er Duracell im Blut, und bereitete später sogar das 3:0 mit vor. Steyr hingegen spielte weiter offensiv, aber ohne Biss. "Wir wollten mutig sein", erklärte Karagounis, "aber Mut ohne Präzision ist halt auch nur ein Abenteuerurlaub."

Zwischen Minute 45 und 80 verwaltete Höchst das Ergebnis mit einer Mischung aus Disziplin und Spielfreude. Ramallo und Kopp prüften Steyrs Torhüter Arnau Aganzo mehrfach, während hinten die Innenverteidigung Giles und Morales mit der Ruhe zweier Männer agierte, die auch bei einem Erdbeben noch Kaffee trinken würden.

Dann die Nachspielzeit: Minute 96. Der Schlusspunkt gehörte einem, der sonst lieber in der Defensive zu Hause ist. Domingo Deco, Rechtsverteidiger mit Offensivdrang, zog nach einer Vorlage von Bossong einfach mal durch - und traf zum 3:0. Da war selbst Trainer Ekström kurz sprachlos. "Wenn der Verteidiger so trifft, darf er morgen beim Training das Torwarttrikot tragen", witzelte er nach dem Abpfiff.

Die Statistik erzählte das, was das Auge schon längst wusste: 19:5 Torschüsse für Höchst, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe und eine Mannschaft, die mit jedem Sprint an Selbstvertrauen gewann. Steyr hatte zwar mehr Ballbesitz, aber so wenig Durchschlagskraft, dass man fast Mitleid haben konnte.

"Das war ein Statement", sagte Kapitän Kopp in der Mixed-Zone, während Szamotulski daneben schon wieder grinsend Autogramme schrieb. "Wir haben gezeigt, dass wir auch ohne 70 Prozent Ballbesitz ein Spiel diktieren können."

Und tatsächlich: Höchst diktierte, Steyr las mit - und verstand offenbar nicht jede Zeile.

Ein Abend also, an dem der FC Höchst mehr als nur drei Punkte sammelte. Es war ein Abend für die Galerie, für die Fans, für das Selbstverständnis eines Teams, das offenbar begriffen hat, dass man Spiele nicht nur gewinnt, sondern gestalten kann.

Und während die Flutlichter langsam erloschen, summte ein älterer Zuschauer auf der Tribüne leise: "So darf’s weitergehen." Wenn Ekström das gehört hat, wird er wohl genickt haben - mit dem stillen Wissen, dass solche Abende nicht vom Himmel fallen, sondern vom linken Fuß eines gewissen Szamotulski.

03.05.643987 07:18
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