Sportwoche
+++ Sportzeitung für Österreich +++

FC Höchst dreht das Spiel: 3:2-Spektakel gegen Gmunden

Was für ein Freitagabend in Höchst! 26.327 Zuschauer im ausverkauften Stadion bekamen ein Fußballspiel serviert, das alles bot - Spannung, Emotionen und einen jungen Helden, der noch am Vortag in der Schule eine Mathearbeit geschrieben haben könnte. Am Ende besiegte der FC Höchst den SV Gmunden mit 3:2 (0:0), obwohl die Gäste den besseren Start erwischten.

Die erste Halbzeit war ein Geduldsspiel für Taktikliebhaber - oder, um es mit den Worten eines Zuschauers aus Block D zu sagen: "Das war wie Schach, nur ohne Figuren, die sich bewegen." Beide Teams tasteten sich ab, Chancen gab es zwar, aber keine Tore. Höchst ballbesitzarm, Gmunden mit leichtem Übergewicht (51 Prozent), aber ohne Durchschlagskraft. Die 16:12-Torschussbilanz am Ende spricht Bände: Viele Versuche, wenig Zählbares.

Dann kam die 47. Minute, und plötzlich war alles anders. Robin John, der Routinier im Gmundner Mittelfeld, hatte offenbar genug vom Abtasten. Nach Vorlage von Edward Martineau zog er aus 18 Metern trocken ab - 0:1. Die Gmundner Bank jubelte, Trainer Paul Gloesmann warf beide Arme in die Luft und rief in den Nachthimmel: "Endlich einer, der das Tor auch mal sieht!"

Doch Höchst reagierte wie ein Boxer, der kurz wankt, aber nicht fällt. Nur neun Minuten später sorgte Tiago Morte, der flinke Linksaußen, für den Ausgleich. Adriano Ramallo hatte sich durch die Mitte getankt, legte quer, und Morte schob ein - 1:1 (56.). "Ich hab nur gedacht: Nicht drüber, bitte nicht drüber", grinste Morte danach.

Kaum hatten sich die Gäste von diesem Schock erholt, schlug Höchst erneut zu. Peter Sommer, der schon in der ersten Halbzeit mehrfach gescheitert war, traf in der 63. Minute nach feinem Zuspiel von Matthew MacDougall - 2:1. Trainer Ronnie Ekström ballte die Faust, drehte sich zur Bank und sagte trocken: "Na also, geht doch."

Und dann kam der Moment des Abends. Sergio Caneira, 18 Jahre jung, Linksverteidiger, eigentlich zuständig für alles, was links draußen passiert - nur nicht für Tore. Doch in der 70. Minute nahm er Maß, nachdem erneut MacDougall den Ball clever abgelegt hatte, und hämmerte das Leder aus 20 Metern in den Winkel. 3:1. Stadion im Ausnahmezustand. Gelb bekam Caneira später auch noch, aber das nahm er mit einem Lächeln: "Wenn man sein erstes Tor schießt, darf man ruhig zu laut jubeln."

Gmunden gab sich nicht geschlagen. Der eingewechselte Vlad Raducanu brachte frischen Wind, und in der 81. Minute verkürzte Jozsef Gera nach feiner Vorarbeit von Vitor Martins auf 3:2. Noch einmal wurde es eng, sehr eng. In der Nachspielzeit prüften Edward Martineau und sogar Raducanu selbst den Höchster Keeper Alexandre Marchand, doch der behielt die Nerven.

"Wir haben das Spiel eigentlich gut kontrolliert - bis wir es nicht mehr kontrolliert haben", resümierte Gmunden-Coach Gloesmann mit einem bitteren Lächeln. Sein Gegenüber Ekström dagegen war voll des Lobes: "Die Jungs haben Moral gezeigt. Und Sergio… na ja, der Junge hat jetzt wohl einen Freifahrtschein für den nächsten Monat."

Statistisch hätte man das Spiel auch anders lesen können: Gmunden mit mehr Ballbesitz, aber Höchst mit mehr Mut. Und vielleicht war es genau dieser Mut, der den Unterschied machte. Während die Gäste auf die "sichere" Gelegenheit warteten, schoss Höchst einfach - anytime, wie es ihre Taktik vorgab. Und manchmal reicht das eben.

Nach Abpfiff feierten die Fans noch lange. Ein älterer Herr im Trikot mit der Nummer 3 - Caneiras Nummer - rief Richtung Spieler: "Du bist jetzt unser kleiner Roberto Carlos!" Caneira grinste, hob den Daumen und verschwand in den Katakomben.

So endet ein Spiel, das alles hatte: Rückstand, Aufholjagd, Jungstar, Zittern bis zum Schluss. Und wenn man ehrlich ist, war es genau das, was ein Freitagabendspiel in der 1. Liga Österreich bieten sollte - Drama, Leidenschaft und ein bisschen Wahnsinn.

Oder, um es in den Worten von Peter Sommer zu sagen: "Hauptsache gewonnen - und meine Mama hat endlich was zu jubeln."

Ein Abend, der in Höchst noch lange besungen werden dürfte - vielleicht sogar lauter, als der Trainer es gerne hätte.

07.08.643990 10:51
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Man darf das Spiel doch nicht so schlecht reden wie es wirklich war.
Olaf Thon
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager