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FC Hallein siegt jung und wild - Zeltweg ärgert sich über verpasste Chancen

Es war ein kalter Januarabend in Zeltweg, aber auf dem Rasen brannte die Luft: Der FC Hallein entführte am 11. Spieltag der 4. Liga Österreich (3. Div) mit einem 2:1‑Sieg drei Punkte aus der steirischen Provinz. 3500 Zuschauer sahen eine Partie, die alles hatte - jugendlichen Übermut, abgeklärte Routiniers und einen Schiedsrichter, der lieber den Mantelkragen hochzog, als zu pfeifen.

Zeltweg begann mit Lust am Ballbesitz - 56 Prozent sprechen eine klare Sprache - doch Hallein, gecoacht vom erfahrenen Herbert Krunkel, spielte das, was man heute wohl "frech" nennt. Schon nach einer Minute prüfte der 17‑jährige Harrison Willoughby den Zeltweger Keeper Maik Becker mit einem Distanzschuss. Der schnaufte einmal tief durch und brüllte seiner Abwehr zu: "Wollt’s ihr heute zuschauen oder was?"

Nach einer Viertelstunde wagte sich auch Zeltweg ins Rampenlicht. Klaus Hausmann zog von rechts ab, doch der Ball landete in der Seitenwerbung - und ein Fan auf der Tribüne kommentierte trocken: "Na, wenn das ein Schuss war, dann bin i der Messi vom Murtal."

Die Partie nahm Fahrt auf, und in der 31. Minute platzte der Jubel: Nach einer Ecke von Jan Dietz stand Joel Onnington goldrichtig und drückte den Ball über die Linie. 1:0 für Zeltweg - der erfahrene Rechtsaußen rannte jubelnd zur Bank und zeigte mit einem Grinsen auf Trainerbank und Ersatzspieler: "So macht man das, Jungs!"

Doch die Freude währte kurz. Nur zwei Minuten später ließ Halleins Nachwuchssturm aufhorchen: Der 18‑jährige Walter Beyer netzte nach feinem Zuspiel von Willoughby zum 1:1 ein. "Ich hab einfach instinktiv geschossen", grinste Beyer später, "und gehofft, dass der Ball nicht im Nachbarort landet."

Die Gäste blieben dran. In der 36. Minute flankte Martin Deroeck aus dem Zentrum, und Noah Gebhardt, ebenfalls zarte 18, köpfte wuchtig zum 2:1 für Hallein ein. Drei Tore in fünf Minuten - und plötzlich wirkte Zeltweg so überrascht wie ein Tourist im Schneesturm.

Trainer Herbert Krunkel lobte seine "Buben" nach der Partie: "Manchmal hilft’s, wenn sie noch nicht wissen, dass man so etwas eigentlich nicht darf. Sie spielen ohne Angst - und das war heute entscheidend."

Zeltweg hingegen kämpfte tapfer, kam aber kaum mehr gefährlich vors Tor. Die Statistik spricht Bände: 15 Torschüsse für Hallein, nur 5 für die Heimischen. Zwar mühten sich Onnington und Miriuta redlich, doch Hallein stand kompakt. "Wir hatten die Kugel, sie hatten die Tore", resümierte Zeltweg‑Abwehrchef Dietz mit einem bitteren Lächeln.

In der 77. Minute sah Onnington dann noch Gelb - vielleicht aus Frust, vielleicht, weil er einfach zeigen wollte, dass wenigstens einer bei Zeltweg noch Farbe bekennt. Auf der Gegenseite holte sich kurz vor Schluss der 18‑jährige Emilio Garcia ebenfalls Gelb ab, nachdem er einen Zeltweger Konter rustikal beendete. "War Ball gespielt", meinte er mit einem unschuldigen Grinsen - der Ball befand sich allerdings zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Meter weiter.

Die Schlussphase war ein Lehrstück in vergeblicher Mühe. Zeltweg rannte an, Dietz setzte in der 89. Minute noch einen Kopfball aufs Tornetz, aber Hallein brachte den Vorsprung mit jugendlicher Unbekümmertheit über die Zeit.

"Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht", sagte Zeltweg‑Kapitän Becker nach Abpfiff. "Nur leider hat das Torverhältnis da oben auf der Anzeigetafel eine andere Meinung."

So endet ein Abend, an dem Erfahrung gegen Talent verlor. Hallein feiert den zweiten Auswärtssieg in Serie und darf weiter von einem Platz im oberen Tabellenmittelfeld träumen. Zeltweg hingegen muss sich fragen, wie man mit so viel Ballbesitz so wenig anfangen kann.

Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions seufzte: "Wenn’s fürs Schönspielen Punkte gäb, wär ma heut Meister."

Ein bisschen Ironie bleibt - aber auch Hoffnung. Schließlich ist die Saison noch lang, und vielleicht schießt Onnington beim nächsten Mal nicht nur das 1:0, sondern auch das 2:1. Doch an diesem Abend gehörte die Zukunft den Jungen aus Hallein.

24.05.643987 23:40
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Wenn Lothar so weitermacht, wird er Schwierigkeiten haben, für sein Abschiedsspiel gegen die Nationalelf eine Mannschaft zusammenzukriegen.
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