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Ein kalter Februarabend, Flutlicht, 7.500 Zuschauer im Stadion von Hallein - und ein Pokalspiel, das schon nach einer halben Stunde entschieden war. Der FC Hallein besiegte Ankerbrot Montelaa mit 4:1 (3:0) und zog damit souverän in die nächste Runde des Pokals ein. Die Gäste aus Wien wirkten dabei so, als hätten sie den Backofen angelassen und wollten schnell wieder heim. Von Beginn an machte Hallein klar, wer hier den Ton angibt. Trainer Herbert Krunkel hatte seine Mannschaft offensiv ausgerichtet, und schon in der sechsten Minute prüfte Miroslav Cabala den Gästetorhüter Uwe Strauss mit einem wuchtigen Schuss. "Ich wollte nur wachrütteln", grinste der 19-Jährige später. Wachgerüttelt war vor allem Montelaa - allerdings eher im Sinne von "aus dem Traum gerissen". In der 20. Minute dann das erste Tor: Cabala, wieder er, setzte sich nach einem feinen Zuspiel im Strafraum durch und schob eiskalt ein. Strauss war noch mit dem Gedanken bei der vorherigen Parade - und schon rappelte es im Netz. "Das war so ein Moment, wo du einfach spürst: Heute läuft’s", sagte Trainer Krunkel später, der das Geschehen an der Seitenlinie genüsslich mit verschränkten Armen verfolgte. Neun Minuten später legte Cabala nach - diesmal nach schöner Vorarbeit von Dirk Petersen. 2:0, und Montelaa wirkte, als hätten sie den Begriff "Pressing" nur aus dem Brotbackkurs gekannt. Statt Druck zu machen, standen sie tief und überließen Hallein das Geschehen. Noch vor der Pause wurde es bitter: In der 35. Minute erzielte Sven Lorenz nach feinem Pass von Niels Baur das 3:0. Der junge Lorenz jubelte ausgelassen, während Baur kurz darauf Gelb sah - vermutlich, weil er beim Freudentanz etwas zu leidenschaftlich in Richtung Schiedsrichter blickte. "Da war die Messe gelesen", murmelte Montelaas Verteidiger Jacinto Ochoa in der Pause und versuchte, seinen Mitspielern Mut zu machen. Doch das half wenig. Zwar hatte Montelaa mit 52 Prozent leicht mehr Ballbesitz, doch was hilft das, wenn man nur drei Torschüsse zustande bringt? Hallein feuert 18 Mal auf die Kiste - das spricht Bände. Nach der Pause nahm Krunkel Tempo raus, wechselte und gönnte den jungen Wilden Einsatzzeit. Noah Gebhardt kam für Lorenz und bedankte sich auf seine Weise: In der 65. Minute verwertete er eine butterweiche Flanke von Vitor Vaz zum 4:0. Ein Tor, das so elegant war, dass selbst der gegnerische Trainer kurz applaudierte - wenn auch eher zähneknirschend. "Wir wollten eigentlich kompakt stehen", erklärte Ankerbrot-Coach nach dem Spiel. "Aber irgendwie standen wir dann nur." Ein Satz, der die zweite Halbzeit treffend beschreibt. Hallein spielte locker weiter, ohne sich zu verausgaben - die taktische Vorgabe laut Daten: offensiv, aber mit "schwacher Aggressivität" und "ausgeglichenem Passspiel". Man könnte sagen: Kontrolle mit Stil. In der 71. Minute durfte Montelaa dann doch noch jubeln. Finn Neumann, bis dahin bester Mann der Gäste, zog von rechts ab und erzielte den Ehrentreffer zum 4:1. Die Vorlage kam ausgerechnet von Routinier Ochoa, der ansonsten eher durch lautstarke Kommandos als durch feine Pässe aufgefallen war. "Das war fürs Ego", meinte Neumann trocken nach dem Spiel, "mehr war heute nicht drin." Hallein verwaltete das Ergebnis souverän, ließ den Ball laufen und das Publikum genießen. In der 89. Minute versuchte noch einmal Petersen sein Glück, aber Strauss parierte stark - immerhin ein kleiner Trost für die Wiener, die sonst kaum Glanzmomente hatten. Nach dem Schlusspfiff streckte Cabala die Arme in die Höhe, während Trainer Krunkel seinem Stürmer auf die Schulter klopfte. "Zwei Tore, ein Lächeln - was will man mehr?" grinste der Coach. Montelaa dagegen verließ das Feld mit hängenden Köpfen. "Wir müssen das abhaken", sagte Neumann, "und vielleicht beim nächsten Mal früher anfangen, Fußball zu spielen." Fazit: Hallein war effizient, jung, frech - und einfach zu gut für Montelaa. 4:1, klare Sache. Im Pokal geht’s weiter, in Hallein wird gefeiert - und irgendwo in Wien backt man wohl gerade Trostbrot. 26.07.643990 20:27 |
Sprücheklopfer
Weisweiler und Happel sind tot, Hitzfeld ist bei den Bayern. RWO hat den besten Trainer, den man kriegen kann.
Aleksandar Ristic zur Trainerdiskussion in Oberhausen.