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FC Hallein gewinnt Nervenschlacht gegen Baumgarten mit 3:2

Wenn ein Spielbericht mit den Worten "es war alles drin" beginnt, dann weiß man: Das war kein lauer Freitagabendkick. Der FC Hallein besiegte am 7. Spieltag der 3. Liga Österreich (2. Div) vor 7098 Zuschauern den Gast aus Baumgarten mit 3:2 - und das nach einem Spiel, das an Dramatik, jugendlichem Übermut und kurzzeitiger Verzweiflung kaum zu überbieten war.

Dabei sah zunächst alles nach einem gemütlichen Heimabend für Trainer Herbert Krunkel und seine junge Truppe aus. Schon in der 9. Minute traf Martin Deroeck nach Vorlage von Joel Carter zum 1:0. Ein wuchtiger Schuss aus 20 Metern, der Baumgartens Torhüter Joschua Hofer aussehen ließ, als hätte er das Leder erst im Nachhinein gehört. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Deroeck später, "und gehofft, dass es nicht auf dem Parkplatz landet."

Nur 19 Minuten später legte Ralf Siebert nach - ein Rechtsverteidiger, der offenbar vergessen hatte, dass er eigentlich hinten bleiben sollte. Nach feiner Vorarbeit des 18-jährigen Flügelwusels Vitor Vaz zog Siebert beherzt ab. 2:0 nach 28 Minuten, und auf den Rängen wurde schon über die Höhe des Sieges spekuliert. "In der Halbzeit musste ich sie fast bremsen", erzählte Trainer Krunkel. "Die Jungs wollten schon Selfies machen."

Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn er nicht das Talent hätte, Geschichten umzuschreiben. Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, drehte Baumgarten plötzlich auf. Und wie! Lucas Binder - 31 Jahre, routiniert, mit der Ruhe eines Mannes, der seine Fußballschuhe schon öfter aus dem Schlamm gezogen hat - traf in der 47. und 49. Minute doppelt. Beide Male nach Vorarbeit von Olav Wilhelm, der rechts außen wirbelte, als hätte er noch eine offene Wette laufen. Plötzlich stand es 2:2, und Halleins zuvor so sicherer Nachwuchs wirkte, als hätte jemand den Stecker gezogen.

"Wir waren kurz im Schockzustand", gab Krunkel zu. "Aber dann hat Halvor das Ding wieder angezündet." Der angesprochene Halvor Kristensen, 19 Jahre jung, sorgte in der 55. Minute für die Erlösung. Wieder war es ein Angriff über links, wieder legte Vitor Vaz auf - und Kristensen versenkte den Ball trocken. 3:2. Danach war die Partie ein wildes Hin und Her, bei dem die Zuschauer zwischen Zittern, Jubeln und Herzrasen pendelten.

Baumgarten, das mit 54 % Ballbesitz und 10 Torschüssen mehr vom Spiel hatte, drängte auf den Ausgleich. Hallein hielt mit jugendlicher Energie und 15 eigenen Abschlüssen dagegen. Torhüter Pal Zele parierte in der 78. Minute spektakulär gegen den heranstürmenden Joaquin Santoy und klatschte danach den Pfosten ab - wohl, um ihm für die Mithilfe zu danken. "Ich hab ihn einfach gespürt, den Ball", sagte Zele später. "Und dann auch ein bisschen gehofft."

In der Schlussphase wurde es ruppiger: Der junge Siebert sah in der 89. Minute Gelb, nachdem er einen Konter mit einem beherzten Trikotzupfer beendete. Krunkel kommentierte das trocken: "Taktisches Foul, aber technisch sauber ausgeführt."

Die letzten Minuten waren ein einziger Nervenkitzel. Baumgarten warf alles nach vorn, Lucas Binder suchte seinen Hattrick, doch einmal mehr fehlte das letzte Quäntchen. In der 93. Minute setzte Lennard Pfeiffer den Ball knapp neben den Pfosten. Und während die Gäste noch die Hände über dem Kopf zusammenschlugen, konterte Hallein über den eingewechselten Dirk Petersen, dessen Schuss in der 94. Minute fast noch das 4:2 gebracht hätte.

Als Schiedsrichter Heigl schließlich abpfiff, stürzten sich die Halleiner Spieler jubelnd übereinander, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. "Das war kein schönes Spiel", meinte Torschütze Kristensen ehrlich, "aber ein ehrliches." Baumgartens Trainer - der Name blieb in den Protokollen unauffällig - schüttelte derweil nur den Kopf: "Fußball kann grausam sein. Zwei Minuten Unachtsamkeit, und du fährst mit leeren Händen heim."

Unterm Strich war es ein Abend, der zeigte, dass Erfahrung nicht immer gegen jugendlichen Mut gewinnt. Hallein kämpfte, Baumgarten kombinierte - und am Ende entschied das pure Herzblut.

Oder, wie ein älterer Herr auf der Tribüne beim Hinausgehen sagte: "Wenn die so weiterspielen, kauf ich mir wieder eine Dauerkarte. Aber vielleicht auch gleich einen Herzschrittmacher dazu."

07.08.643990 10:35
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Weisweiler und Happel sind tot, Hitzfeld ist bei den Bayern. RWO hat den besten Trainer, den man kriegen kann.
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