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FC Hallein fegt Oberpullendorf im Pokalfinale mit 4:0 vom Platz

Hallein erlebte an diesem frostigen Februarabend ein kleines Fußballwunder - oder sagen wir lieber ein jugendliches Feuerwerk in Blau und Weiß. 3.999 Zuschauer im altehrwürdigen Stadion der Salinenstadt sahen, wie der FC Hallein im Finale des Liga-Pokals (4. Liga Österreich / 3. Div) den Favoriten aus Oberpullendorf mit 4:0 (3:0) vom Platz schoss. Und das mit einer Mannschaft, die im Durchschnitt kaum alt genug ist, um selbstständig ein Bier zu bestellen.

"Ich hab ihnen vor dem Spiel gesagt: Spielt einfach, als wäre’s der Pausenhof - nur dass diesmal 4.000 Leute zuschauen", grinste Trainer Herbert Krunkel nach dem Schlusspfiff, während hinter ihm seine Jungs in der Kurve sangen.

Der Pausenhof war allerdings ein Hexenkessel. Bereits in der 9. Minute traf Innenverteidiger Ranisav Juskic nach einer Ecke von Halvor Kristensen - und damit begann das Unheil für die Gäste. Kaum zwei Minuten später zappelte der Ball schon wieder im Netz: Der 17-jährige Harrison Willoughby, ein Linksfuß mit der Unbekümmertheit eines Straßenkickers, vollendete nach feinem Zuspiel von José Rocha zum 2:0. "Ich dachte erst, der Pass war zu scharf", lachte Willoughby später, "aber dann hab ich einfach die Augen zugemacht und durchgezogen." Offenbar ein Erfolgsrezept.

Oberpullendorf wirkte in diesen Minuten, als hätten sie den Bus noch gar nicht verlassen. Ihre sonst so stabile Defensive stand Spalier, als Kristensen selbst in der 22. Minute auf 3:0 erhöhte - wieder nach Vorarbeit von Rocha, der leider wenig später verletzt vom Platz musste. "Ich hab’s im Knie gespürt, wusste sofort: das war’s für heute", sagte der 21-Jährige mit einem tapferen Lächeln.

Zur Halbzeit war die Sache praktisch entschieden, auch wenn Hallein rein statistisch nur etwas mehr Ballbesitz hatte (52 Prozent). Doch die wahren Unterschiede lagen in der Konsequenz: 18 Torschüsse gegenüber gerade einmal zwei mickrigen Versuchen der Gäste. "Zwei Schüsse, und einer war ein Rückpass", knurrte ein Oberpullendorfer Fan auf der Tribüne.

Nach dem Seitenwechsel ließ Hallein es ruhiger angehen. Krunkel wechselte munter durch, brachte die blutjungen Marx und Balkan, beide 17, und gönnte Kristensen den Applaus des Abends. Die Gäste aus dem Burgenland fanden trotzdem keinen Weg ins Spiel - und wenn sie mal in die Nähe des Strafraums kamen, stand dort ein bestens gelaunter Pal Zele im Tor, der sogar bei einer Ecke in der 56. Minute Zeit für einen Scherz mit den Balljungen hatte.

Die einzige nennenswerte Aktion Oberpullendorfs kam in der 68. Minute, allerdings in Form einer gelben Karte für Yannick Paul, der nach einem rustikalen Einsteigen gegen Garcia mehr Gelb als Ball gesehen hatte. Sein Trainer - dem man den Frust deutlich ansah - kommentierte trocken: "Wir wollten aggressiver werden, aber das war nicht ganz, was ich meinte."

In der 84. Minute setzte Sven Lorenz schließlich den Schlusspunkt: Nach einem unermüdlichen Lauf über links landete der Ball über Juskic wieder bei ihm - und diesmal jagte der Nachwuchsstürmer das Leder humorlos unter die Latte. 4:0, und das Stadion bebte.

"Wir haben heute Geschichte geschrieben", jubelte Kapitän Juskic, der nicht nur das erste Tor erzielt, sondern auch das letzte vorbereitet hatte. "Und das Beste: Meine Mutter hat das erste Mal live zugeschaut - sie glaubt jetzt wohl, ich kann das wirklich."

Am Spielfeldrand klopfte Trainer Krunkel jedem seiner Spieler auf die Schulter, als würde er sie gerade aus der Schule entlassen. "Das ist eine Mannschaft, die keine Angst hat, Fehler zu machen", sagte er. "Vielleicht, weil sie noch gar nicht genug Spiele hatten, um welche zu fürchten."

Oberpullendorf indes verschwand wortlos in der Kabine - man kann es ihnen nicht verdenken. Mit 0:4 im Finale zu verlieren, und dann noch gegen eine Jugendtruppe, das schmerzt.

Während die Halleiner Fans noch minutenlang "Pokalsieger! Pokalsieger!" sangen und die Spieler ihre Handys für Selfies zückten, verabschiedete sich Trainer Krunkel mit einem letzten launigen Satz: "Heute dürfen sie feiern - morgen gibt’s Mathe-Nachhilfe."

Ein Abend, an dem Fußballromantik und jugendlicher Übermut eine Liaison eingingen. FC Hallein, Pokalsieger 2026 - und das völlig verdient.

25.04.643990 06:20
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Das ist das größte Kompliment, was sich eine Mannschaft zuteil werden kann.
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