Außenseiter
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FC Gotha ringt Holstein Kiel mit 2:1 nieder - Vogel fliegt, Wenzel entscheidet

Ein kalter Januarabend in Gotha, Flutlicht, 3.905 Zuschauer - und ein Spiel, das mehr Wendungen hatte als ein Tatort-Drehbuch. Am Ende jubelte der FC Gotha über ein 2:1 gegen Holstein Kiel, das sich redlich mühte, aber an der eigenen Chancenverwertung und einem aufopferungsvoll kämpfenden Gegner scheiterte.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag - zumindest für alle, die den Ball lieber im Strafraum der anderen sehen. Bereits nach wenigen Minuten prüfte Kiels Oldie-Stürmer Dennis Hoppe (37) gleich mehrfach die Nerven des Gothaer Keepers Hans Schmid. Drei Torschüsse in den ersten 15 Minuten - das war mehr als so mancher Stürmer in einer Halbserie zustande bringt. "Ich dachte, der Ball muss doch mal rein, aber Schmid hatte heute die Hände eines Klettverschlusses", grummelte Hoppe nach dem Spiel.

Gotha hatte zunächst wenig vom Ball, aber dafür das Glück der Tüchtigen. Nach einer Gelben Karte für Raphael Vogel (8.) begann der Linksverteidiger, den Frust in Energie umzuwandeln. In der 30. Minute rauschte er nach vorn, bekam von Marjan Vucicevic den Ball punktgenau serviert und drosch ihn mit einer Entschlossenheit ins Netz, die man sonst nur bei Steuererklärungen kurz vor Fristende sieht. 1:0 für Gotha. Das Stadion vibrierte, Trainer und Ersatzspieler lagen sich in den Armen, und Vogel grinste nur: "Ich wollte eigentlich flanken - ehrlich!"

Doch die Freude währte nicht lange. Holstein Kiel, das über weite Strecken den Takt vorgab (12 Torschüsse, 48 Prozent Ballbesitz), antwortete noch vor der Pause. Der 17-jährige Pedro Cabrera, ein Talent mit jugendlicher Unbekümmertheit, tanzte auf dem linken Flügel zwei Gegenspieler aus und legte quer auf Hoppe, der diesmal keine Einladung ausschlug. 1:1 in der 38. Minute - und plötzlich roch alles nach einem offenen Schlagabtausch.

Die zweite Halbzeit begann mit einem kleinen Drama: Gothas Julius Maus musste verletzt vom Platz, für ihn kam Sebastian Krüger, der allerdings ebenfalls bald angeschlagen raus musste. "Ich glaube, der Rasen war gegen uns", witzelte ein sichtlich genervter FC-Coach nach dem Spiel.

Holstein Kiel brachte frisches Blut: Mit Carl Scholz und Benjamin McShane kamen gleich zwei 17-Jährige aufs Feld. "Wir wollten das Spiel jung denken", erklärte Trainer Malte Gosch später mit einem Lächeln, das nicht ganz über die Ratlosigkeit hinwegtäuschen konnte.

Denn während Kiel anlief, lauerte Gotha auf den einen Moment - und der kam in der 71. Minute. Wieder war es Raphael Vogel, der sich links durchtankte, den Ball flach in den Rückraum legte, wo Wilhelm Wenzel lauerte. Der fackelte nicht lange und versenkte den Ball trocken im rechten Eck. 2:1 für Gotha, und diesmal blieb die Führung bestehen.

Kiel drückte, schoss, verzweifelte. Hoppe versuchte es erneut in der 72. Minute, doch Schmid hielt, was zu halten war. Die letzten Minuten wurden zur Abwehrschlacht. Gotha stand kompakt, rackerte, grätschte - und als der Schlusspfiff kam, fiel die halbe Mannschaft erschöpft auf den Rasen.

"Das war kein schönes Spiel, aber ein ehrliches", sagte Torschütze Wenzel später und grinste: "Manchmal reicht das." Trainer Gosch hingegen wirkte nachdenklich: "Wenn man so viele Chancen hat und nur einmal trifft, muss man sich an die eigene Nase fassen. Oder an die Latte, die uns heute öfter im Weg war."

Statistisch gesehen war Kiel überlegen: mehr Torschüsse (12:7), etwas weniger Ballbesitz, aber die klareren Szenen. Doch Fußball wird eben nicht in Excel gewonnen. Gotha nutzte seine Momente, Kiel nicht - und das ist, man muss es so sagen, der ganze Unterschied.

Ein besonderes Lob verdiente sich übrigens der 34-jährige Gothaer Torwart Hans Schmid. Mit mehreren Paraden hielt er seine Mannschaft im Spiel. "Ich hab’ einfach nicht nachgedacht, sonst wäre er wahrscheinlich reingegangen", sagte er mit einem Augenzwinkern.

So bleibt als Fazit: Der FC Gotha gewann ein Spiel, das er vielleicht nicht hätte gewinnen müssen, aber unbedingt gewinnen wollte. Holstein Kiel fuhr enttäuscht nach Hause - mit der Erkenntnis, dass Jugend, Erfahrung und Ballbesitz allein keine Punkte garantieren.

Und irgendwo in der Kabine des FC Gotha summte jemand leise: "Zwei Tore reichen, wenn man sie zur richtigen Zeit macht." Ganz unrecht hatte er nicht.

07.06.643987 03:33
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