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Falkirk stürmt, Motherwell mauert - 1:1 mit reichlich Drama

Scottish Premiership | 26. Spieltag | 06.09.26 | FC Falkirk - Motherwell Steelmen 1:1

Es gibt Fußballabende, an denen ein 1:1 wie ein gerechtes Ergebnis wirkt. Und es gibt Fußballabende, an denen eine Mannschaft 20-mal auf das Tor schießt, die andere nur sechsmal - und am Ende trotzdem beide mit demselben Punkt nach Hause gehen. Der 26. Spieltag der Scottish Premiership lieferte am Sonntagabend genau diese besonders schottische Form der Gerechtigkeit.

Vor 43.787 Zuschauern im Stadion von FC Falkirk begann die Partie um 20.30 Uhr mit einem frühen Schreckmoment für die Gastgeber. Motherwell Steelmen spielte zunächst erstaunlich nüchtern, fast so, als hätte Trainer Mario Roth seinen Spielern eingeschärft, bloß keine unnötige Aufregung zu verursachen. In der fünften Minute schlug Evan Gallagher zu: Nach Vorarbeit von Andres Segura brachte er die Gäste mit 1:0 in Führung.

"Wir wollten ruhig bleiben und auf unsere Chance warten", sagte Roth später. "Gallagher hat dann nicht gewartet, sondern sie einfach genommen. Das ist natürlich auch eine gute Methode."

Falkirk antwortete nicht mit Ruhe, sondern mit Wut. Alexander Ruthven prüfte Motherwells Torhüter Vincent Lockhart gleich mehrfach, Harrison MacMillan tauchte immer wieder gefährlich auf, und auch Luigi Usai machte auf der rechten Seite ordentlich Betrieb. Zwischen der sechsten und 45. Minute sammelte Falkirk Angriff um Angriff. Die Gastgeber spielten offensiv, suchten jedoch eher den kontrollierten Abschluss als den wilden Fernschuss. Das war vernünftig - nur leider zunächst nicht besonders erfolgreich.

"Wir hatten genug Möglichkeiten für zwei Spiele", meinte Falkirk-Trainer Rico Messig. "Zur Halbzeit dachte ich kurz, der Ball hätte vielleicht eine persönliche Abneigung gegen unser Tor."

Motherwell blieb bei seiner ausgewogenen, eher abwartenden Ausrichtung und verzichtete weitgehend auf Pressing. Das funktionierte im ersten Durchgang erstaunlich gut. Die Steelmen führten, obwohl Falkirk deutlich mehr Druck entwickelte. Der Ballbesitz war dabei nahezu ausgeglichen: 48,6 Prozent für Falkirk, 51,4 Prozent für Motherwell. Ein Zahlenbild, das vor allem beweist, dass man auch ohne den Ballbesitz zu dominieren sehr viel Platz auf dem Feld haben kann.

Kurz nach der Pause wurde es hektisch. In der 50. Minute sah Jaap Schuyler die Rote Karte, Motherwell musste fortan in Unterzahl weiterspielen. Falkirk reagierte mit Wechseln: Lewis Fergusson kam für Joel Armstrong, Callum Forbes ersetzte Luigi Usai. Später brachte Messig zudem den erst 17-jährigen Gonzalo Higuain für Ruthven. Eine Maßnahme, die entweder mutig oder verzweifelt war - im Fußball ist das bekanntlich oft dasselbe.

Der Ausgleich fiel in der 66. Minute. Matthew More bediente Callum Forbes, der zum 1:1 traf und das Stadion endgültig in ein akustisches Gewitter verwandelte. "Ich habe nur gesehen, dass Matthew den Kopf hebt", erklärte Forbes. "Dann bin ich gelaufen und habe gehofft, dass ich nicht im Weg stehe."

Falkirk drängte danach weiter. MacMillan, Riley Erracht und Lewis Cumming suchten den Abschluss, doch Lockhart hielt Motherwell im Spiel. Die Gäste kamen trotz Unterzahl noch zu einzelnen Chancen, unter anderem durch Owen Hawn und Harry Kelly in der Nachspielzeit. Insgesamt aber sprach die Statistik eine klare Sprache: 20 Torschüsse für Falkirk, nur sechs für Motherwell.

Ein Sieg wäre für die Gastgeber angesichts dieses Übergewichts durchaus verdient gewesen. Doch Fußball verteilt keine Punkte nach Fleißzetteln. So blieb es beim 1:1 - ein Ergebnis, das Falkirk ärgern dürfte und Motherwell vermutlich deutlich besser schmeckt. Trainer Roth konnte jedenfalls aufatmen: "Wir haben gelitten, aber wir haben überlebt." Messig sah es weniger poetisch: "Heute war mehr drin. Leider ist das Tor kein Briefkasten, in den man einfach alle Chancen einwerfen kann."

07.09.2026 11:27
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