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Falke Hannover dreht das Spiel: Späte Flügelshow gegen Wismut Aue

Manchmal schreibt der Fußball kleine Theaterstücke, in denen der Held erst stolpert, stolpert, stolpert - und dann doch noch triumphiert. So geschehen an diesem kalten Freitagabend in Hannover, wo Falke Hannover nach früher Führung und zwischenzeitlichem Rückstand einen 3:2-Sieg gegen Wismut Aue erkämpfte. 4977 Zuschauer im kleinen Stadion an der Leine erlebten ein Spiel, das alles hatte: jugendliche Unbekümmertheit, taktische Naivität und einen Francesco Belsito, der sich anschickt, das neue Gesicht dieser Mannschaft zu werden.

Es begann furios - oder besser: mit einem Feuerwerk in der ersten Minute. Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, da war der Ball auch schon drin. Der 18-jährige Belsito, kaum älter als die Stadionwurst auf dem Grill, nutzte eine Vorlage seines kongenialen Sturmpartners Caio Meira und schob zum 1:0 ein. Falke Hannover jubelte, Aue schaute sich verdutzt an. "Ich dachte, das sei noch Aufwärmen", murmelte Wismut-Coach Thomas Freitag später mit einem gequälten Lächeln.

Doch die Gäste aus dem Erzgebirge schüttelten sich kurz - und begannen dann, wie der erfahrene Gast auf dem Dorfball aufzuspielen. In der 9. Minute erzielte Frank Römer den Ausgleich, mit einem satten Schuss aus 18 Metern, der Falkes Keeper Michael Ross keine Chance ließ. Und als Samuel Cromwell in der 27. Minute nach feinem Zuspiel von Römer das 2:1 für Aue markierte, war das Spiel plötzlich auf den Kopf gestellt. Falke Hannover wirkte konsterniert, das Publikum unruhig.

"In der Kabine hab ich gesagt: Jungs, ihr dürft auch nach der 1. Minute noch Fußball spielen", erzählte ein sichtlich amüsierter Falke-Coach nach dem Spiel. Und tatsächlich: Nach der Pause war seine Mannschaft kaum wiederzuerkennen.

Falke drückte, kombinierte, schoss - 14 Torschüsse standen am Ende auf dem Zettel, fast dreimal so viele wie die Gäste. Der Ballbesitz von 51,8 Prozent spiegelte das wider, was man sah: Hannover hatte das Spiel in der Hand, auch wenn Aue mit Kontern gefährlich blieb.

In der 58. Minute fiel der Ausgleich: Glenn Van Garsse, der belgische Mittelfeldmotor, nahm eine Hereingabe von Emilio Antolin direkt - und traf traumhaft zum 2:2. Ein Tor, das man in der Regionalliga nicht jeden Tag sieht. Van Garsse grinste hinterher: "Ich wollte eigentlich flanken, aber wenn er so reingeht, sag ich nichts."

Das Stadion tobte, Falke witterte Morgenluft. Und dann kam wieder dieser Belsito. 72. Minute, ein schneller Angriff über rechts, Finlay O’Brien mit dem langen Pass in die Tiefe - und der 18-Jährige vollendete eiskalt. 3:2. Es war sein zweites Tor des Abends, und eines, das ihn endgültig zum Publikumsliebling machte.

"Er hat noch Milch im Bart, aber Nerven wie ein alter Recke", lachte sein Trainer nach dem Spiel. Belsito selbst blieb bescheiden: "Ich wollte einfach Spaß haben. Und Tore machen macht Spaß."

Wismut Aue bemühte sich in der Schlussphase um den Ausgleich, doch das Pressing blieb halbherzig. Die Gäste wirkten taktisch zu brav - ihr "balanced"-Ansatz ohne Pressing war gegen den nun offensiv wirbelnden Gegner zu zahm. Falke hingegen blieb offensiv ausgerichtet bis zum Schluss, als wolle man beweisen, dass Mut manchmal belohnt wird.

In der 90. Minute hatte Falke sogar noch die Chance auf das 4:2, als Emilio Antolin aus spitzem Winkel abzog, doch Aues Torwart Vitorino Semedo rettete glänzend. Danach pfiff der Schiedsrichter ab - und Hannover jubelte.

Ein verdienter Sieg, auch statistisch: Mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, mehr Zweikampfquote (54,5 Prozent). Und so fühlte sich der Abend tatsächlich wie ein kleiner Befreiungsschlag an für die jungen Falken, die in dieser Saison bislang zu oft knapp verloren hatten.

"Das war heute ein Spiel mit Charakter", sagte Van Garsse beim Abgang, während Belsito von Fans Selfies machen ließ. "Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur schön spielen, sondern auch zubeißen können."

Und Trainer Freitag? Der nahm’s sportlich. "Wenn man 2:1 führt und dann so rausfliegt, kann man sich nur bei der eigenen Passivität bedanken. Vielleicht sollte ich meinen Jungs mal das Wort ’Pressing’ buchstabieren lassen."

Ein Abend, wie ihn Regionalligafußball-Fans lieben: jung, wild, unberechenbar. Falke Hannover hat sich den Sieg erarbeitet - und vielleicht mehr gewonnen als nur drei Punkte: ein Stück Selbstvertrauen, das man nicht messen, aber auf dem Platz sehen kann.

Am Ende blieb das Flutlicht an, die Ränge halb leer, und irgendwo rief jemand: "Francesco for President!" - ein Vorschlag, der nach diesem Auftritt gar nicht so abwegig klang.

21.04.643987 20:55
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Wenn mein Vater da gewesen wäre, hätte sich mein Leben vollkommen anders entwickelt. Viel zielgerichteter. Dann wäre meine Mutter zu Hause gewesen. Ich hätte vernünftig für die Schule gearbeitet, einen normalen Beruf erlernt und wäre nicht in den Fußball abgedriftet.
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