Tuttosport
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Fadda schießt Yuventus zum Arbeitssieg in Mezzocorona

Es gibt Fußballspiele, in denen ein einziger Moment das ganze Drehbuch schreibt - und genau so einer war der frostige Abend in Mezzocorona. 16.000 Zuschauer, eingehüllt in Schals und Hoffnung, wollten ihr Team am 14. Spieltag der 2. Liga Italien gegen Yuventus Turin siegen sehen. Am Ende stand ein ernüchterndes 0:1 auf der Anzeigetafel - und ein 17-Jähriger namens Vincenzo Fadda im Mittelpunkt.

Die Heimmannschaft von Trainer Sven Schütz startete mutig, gar mit einer offensiven Grundordnung, was in der Theorie gut klang und in der Praxis meist bedeutete: Yuventus hatte den Ball. 58 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse - das riecht nach Dominanz, aber lange Zeit auch nach Ideenarmut. Mezzocorona hingegen brachte es auf einen einzigen Schuss aufs Tor. "Einer mehr, und wir hätten vielleicht gewonnen", knurrte Schütz nach Abpfiff und zuckte mit den Schultern, als wolle er sagen: Fußball kann grausam sein.

Die erste Halbzeit war ein zähes Ringen im Mittelfeld. Yuventus kombinierte gefällig, aber ohne Zielwasser. Sergio Exposito, der junge Rechtsaußen mit dem Selbstbewusstsein eines erfahrenen Torjägers, prüfte Mezzocoronas Keeper Arnaldo Mongrassano gleich in der ersten Minute - und danach gefühlt alle zehn Minuten. Immer wieder rauschte der Ball über, daneben oder direkt in die Arme des Torwarts. "Ich hatte das Gefühl, der Ball wollte einfach nicht rein", sagte Exposito später und fügte mit einem Grinsen hinzu: "Dann kam Vincenzo."

Minute 50. Xabier Silfredo flankt von links, halb Schuss, halb Eingebung. Der Ball segelt durch den Strafraum, und dort steht - man glaubt es kaum - der 17-jährige Rechtsverteidiger Fadda. Eigentlich dafür zuständig, hinten aufzuräumen, hielt er einfach mal den Fuß hin. Ein sattes Geräusch, das Netz zappelt, 0:1. Der Jubel der Gäste hallte bis ins benachbarte Trentino. Trainer Mario Girotti riss die Arme hoch und brüllte "Endlich!", als habe er damit auch seine innere Anspannung weggeschossen.

Während Yuventus anschließend das Spiel kontrollierte, kämpfte Mezzocorona - meist gegen sich selbst. Alex Mendivil, der erfahrene Linksverteidiger, sah in der 34. Minute Gelb und verletzte sich später am Oberschenkel. In der 64. Minute musste er raus, für ihn kam Nicola Acquaformosa. "Ich wollte noch weitermachen", sagte Mendivil tapfer mit bandagiertem Bein, "aber mein Muskel hatte andere Pläne."

Mezzocoronas Offensive, ohnehin nur sporadisch sichtbar, fand auch danach kaum statt. Franco Papasidero hatte in der 30. Minute die einzige echte Chance - ein Schuss, der mehr Staub als Gefahr aufwirbelte. Yuventus spielte das Ergebnis routiniert herunter, ohne großes Risiko, aber mit kontrollierter Ruhe. "Manchmal reicht ein Tor, wenn man intelligent verteidigt", meinte Trainer Girotti hinterher und zwinkerte. "Und manchmal reicht ein 17-Jähriger."

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 14:1 Torschüsse, 58 Prozent Ballbesitz, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Mezzocorona rannte, Yuventus spielte. Und doch blieb es bis zum Schluss spannend, weil ausgerechnet die überlegenen Gäste es versäumten, frühzeitig den Sack zuzumachen. Exposito vergab in der 85. Minute die letzte Großchance, als er freistehend übers Tor drosch. Von der Tribüne rief ein Fan: "Vielleicht ist er Linksfuss?" - woraufhin Exposito später schmunzelnd meinte: "Ich bin beidfüßig - heute halt ohne Glück."

Als der Schlusspfiff ertönte, war das Stadion geteilt zwischen Enttäuschung und höflichem Applaus. Die Mezzocoroneser Fans wissen, dass ihr Team kämpft, auch wenn es selten trifft. Trainer Schütz nahm es mit Galgenhumor: "Wir haben das Spiel nur knapp verloren - wenn man die Statistik ignoriert."

Yuventus dagegen atmete auf. Nach drei Remis in Folge endlich wieder ein Sieg, wenn auch einer der unspektakulären Sorte. Ein Sieg, der einem Teenager gehört, der im Interview beinahe schüchtern sagte: "Ich wollte eigentlich nur flanken."

So schrieb der 17-jährige Vincenzo Fadda sein erstes Kapitel im Profifußball - und Mezzocorona eine weitere bittere Lektion darüber, dass mutiger Offensivfußball ohne Torgefahr eben nur hübsch aussieht.

Vielleicht tröstet sie der Gedanke, dass die Rückrunde bald beginnt und man dort wieder bei null startet. Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens gegen ein Kind mit Talent."

Ein Satz, der an diesem Abend wohl alles zusammenfasst.

18.06.643987 15:13
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