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Excelsior Vorst mit Flügeln: 3:0-Gala gegen ASK Salzburg

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob die Champions League nicht manchmal schlicht unfair ist. 68.000 Zuschauer im prall gefüllten Stadion von Excelsior Vorst erlebten am 9. Januar 2026 ein Lehrstück in Sachen Offensivfreude, Flügelspiel und - ja, man darf es so nennen - gepflegter Demütigung. ASK Salzburg, defensiv eingestellt und vorsichtig wie ein Schüler beim ersten Tanzkurs, bekam beim 0:3 kaum einen Fuß auf den Boden.

Schon nach wenigen Minuten war klar, wohin die Reise gehen würde. Excelsior-Trainer Daniel Stapfer hatte seine Mannschaft offensiv ausgerichtet, "über die Flügel, mit Mut und einem Hauch Wahnsinn", wie er später schmunzelnd erklärte. Und tatsächlich: Bereits in der 15. Minute fiel das 1:0, als Linksverteidiger Julio Nene (!) nach einer Vorlage von Olivier Deyaert aus vollem Lauf abzog. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Nene nach dem Spiel, "aber der Ball hat sich wohl für den direkten Weg entschieden."

Salzburgs Coach Andreas Schuntner dagegen stand da, die Hände in den Taschen, und murmelte etwas, das wie "Das war nicht im Drehbuch" klang. Seine Mannschaft versuchte, Ruhe zu bewahren, doch Excelsior spielte weiter wie im Rausch. Cedric Van Bocxlaer erhöhte in der 24. Minute auf 2:0 - nach mustergültiger Vorlage von Vicente Morte, der auf der linken Seite spazieren ging, als sei er im Park und nicht auf einem Champions-League-Rasen.

Salzburg schoss in den ersten 45 Minuten zweimal aufs Tor. Wout Peters im Kasten der Belgier hätte sich theoretisch einen Kaffee holen können, ohne das Ergebnis zu gefährden. "Ich hab mir die Schuhe zweimal neu gebunden, damit ich beschäftigt bleibe", witzelte der Keeper später.

Nach der Pause brachte Schuntner frisches Personal: Ivica Gavrancic und Karl Lux sollten das Offensivspiel beleben. Aber Excelsior blieb das bestimmende Team - 18 Torschüsse insgesamt, 51 Prozent Ballbesitz, und eine Körpersprache, die sagte: Wir haben heute Abend keine Lust auf Spannung.

In der 55. Minute dann der endgültige Knockout: Lucas Dewaele, der rechte Mittelfeldmotor, traf nach Vorlage von Innenverteidiger Hugo Debakker zum 3:0. "Ich wollte eigentlich gar nicht schießen", gestand Dewaele, "aber Hugo hat mir so zugerufen, dass ich Angst hatte, er kommt sonst selbst angerannt." Das Stadion tobte, und Daniel Stapfer ließ sich zu einem kleinen Freudentanz hinreißen - ganz der sachliche Stratege, der er ist.

Von Salzburg kam nur noch wenig. Ein paar harmlose Versuche von Gavrancic und de Freitas in der Schlussphase - statistisch erfasst, aber faktisch irrelevant. Und als Xavier Aguas in der 91. Minute die Gelbe Karte sah, war das fast schon sinnbildlich: zu spät, zu harmlos, zu viel Frust.

"Wir haben heute Lehrgeld bezahlt", gab Schuntner nach dem Spiel zu. "Excelsior war in jeder Phase wacher, schneller, präziser. Und unsere Defensive war... nun ja, defensiv."

Stapfer dagegen nahm es mit Humor: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben. Dass sie gleich drei Tore daraus machen, war dann ihr Beitrag zum Entertainment."

Neben den Toren beeindruckte vor allem das taktische Selbstverständnis der Belgier. Offensiv, über die Flügel, aggressiv im Zweikampf - und das alles ohne wildes Pressing. ASK Salzburg dagegen blieb defensiv orientiert, mit gelegentlichen Versuchen, nach Rückstand etwas Druck aufzubauen. Nur: Der Motor sprang nie wirklich an.

Als die Schlusssirene ertönte, stand ein 3:0 auf der Anzeigetafel, das ebenso verdient wie deutlich war. Die Fans sangen, der Himmel über dem Stadion glühte rot, und irgendwo auf der Tribüne flüsterte ein älterer Herr: "So spielt man Fußball, Kinder."

Cedric Van Bocxlaer brachte es auf den Punkt: "Manchmal läuft einfach alles. Heute war so ein Tag. Selbst Julio trifft!" Das Lachen in der Kabine war laut, der Duft von Sieg lag in der Luft - und Salzburg hatte das Nachsehen.

Vielleicht, so meinte ein Kollege aus Wien augenzwinkernd, hätte Schuntner besser Ohrstöpsel getragen - um den Jubel nicht hören zu müssen. Doch selbst das hätte wenig geholfen. Denn Excelsior Vorst spielte an diesem Abend so, dass man es nicht nur hörte, sondern spürte.

Und wer weiß - vielleicht war dieser Abend der Moment, an dem in Vorst jemand flüsterte: "Warum eigentlich nicht wir?"

01.05.643987 18:53
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Der Dieter Hoeneß hat die Glatze noch ganz nass gehabt. Da geht es um 30 bis 35 Millionen. Das ist Monopoly original.
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