De Standaard
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Eupen und Lüttich liefern sich ein 3:3 für Herzpatienten

Pro League | 23. Spieltag | 28.07.26 | Eupen - Club Lüttich 3:3

Was für ein Abend in Eupen: 37.284 Zuschauer kamen am 23. Spieltag der Pro League ins Stadion und sahen ein 3:3 zwischen Eupen und Club Lüttich, das sich zeitweise eher wie ein Torwart-Lehrgang mit besonders schlechter Organisation anfühlte. Sechs Tore, 23 Torschüsse und kein Team, das ernsthaft daran dachte, den Puls des Publikums zu schonen.

Um 20.30 Uhr war bereits nach wenigen Minuten klar, dass beide Mannschaften ihre taktischen Versprechen ernst nahmen. Eupen und Lüttich starteten offensiv, spielten mit hoher Aggressivität und suchten den Abschluss, sobald sich irgendwo ein halber Meter Platz auftat. Lüttich hatte dabei zunächst etwas mehr vom Ball - am Ende 51,7 Prozent -, Eupen antwortete mit direktem Zug zum Tor.

Die Gäste gingen in der 6. Minute in Führung. Oscar Craven vollendete nach Vorarbeit von Agemar Brito zum 1:0. Eupen benötigte allerdings nur sieben Minuten, um die Antwort zu formulieren: Fabio Sa Pint traf in der 13. Minute, François Schoonvliet hatte den Angriff vorbereitet. Das Spiel war damit endgültig eröffnet, die Abwehrreihen offenbar noch auf der Suche nach dem passenden Schlüssel.

Eupen drückte weiter. Elias Vandervliet hatte bereits mehrfach den Abschluss gesucht, in der 34. Minute belohnte sich der linke Angreifer schließlich selbst und schoss die Gastgeber nach Vorlage von Janne Myyry mit 2:1 in Führung. Auf der Tribüne wurden die Schals geschwenkt, auf der Bank von Club Lüttich vermutlich die ersten Beruhigungstees bestellt.

Doch Lüttich blieb gefährlich. Kurz vor der Pause, in der 45. Minute, glich Agel Correa nach Zuspiel von Craven aus. 2:2 zur Halbzeit - ein Ergebnis, das die Trainer Andre Keller und Dan Schmitz vermutlich gern unterschrieben hätten, wenn es nicht gleichzeitig bedeutet hätte, dass ihre Mannschaften bereits viermal getroffen hatten.

"Wir wollten mutig spielen, aber vielleicht waren wir heute eine Spur zu mutig", sagte Keller nach dem Abpfiff angeblich mit einem schiefen Lächeln. Sein Gegenüber Schmitz soll trocken erwidert haben: "Defensiv war das nicht unser schönster Abend. Dafür war es für die Zuschauer sehr unterhaltsam." Eine Aussage, gegen die sich angesichts des Spielverlaufs nur schwer argumentieren lässt.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es zehn Minuten, ehe Sa Pint erneut zuschlug. In der 55. Minute brachte er Eupen mit seinem zweiten Treffer wieder in Führung. Doch die Freude währte exakt so lange, wie ein gegnerischer Angriff braucht, um durch eine aufgerückte Defensive zu spazieren. Eine Minute später erzielte Leandro Barros nach Vorlage von Brito das 3:3.

Danach blieb das Spiel offen. Eupen kam insgesamt auf zwölf Torschüsse, Lüttich auf elf. Die Gastgeber hatten zwar etwas weniger Ballbesitz, gewannen die Zweikämpfe aber knapp mit 50,6 Prozent. Beide Teams suchten weiter den Sieg, doch die Abschlüsse von Mariusz Kazmierczak, Milan Jendrisek, François Schoonvliet und anderen fanden nicht mehr den Weg ins Netz.

Lüttich wechselte mehrfach, Eupen brachte in der Schlussphase unter anderem Benjamin Baus, Jasper Van Remoortere und Wout Reyns. Der ganz späte Druck der Gäste blieb jedoch ebenso erfolglos wie Eupens letzte Vorstöße. So endete ein spektakulärer Abend mit einem gerechten 3:3 - und der Erkenntnis, dass ein Unentschieden manchmal sechs Tore braucht, um sich trotzdem nach zu wenig anzufühlen.

29.07.2026 10:01
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