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Pro League | 5. Spieltag | 21.09.26 | Eupen - Londerzeel SK 0:0 Eupen begann um 20.30 Uhr mit jener Entschlossenheit, die Trainer Andre Keller seiner Mannschaft offenbar mitgegeben hatte. Offensiv ausgerichtet, mit ausgewogenem Passspiel und dem klaren Plan, gute Chancen herauszuspielen. Nur mit dem letzten Schritt, dem winzigen, nicht ganz unwichtigen, nämlich dem Tor, wollte es partout nicht klappen. Nach gerade einmal einer Minute prüfte Miguel Albinana den Londerzeeler Schlussmann. Drei Minuten später versuchte es Albinana erneut, kurz darauf wieder - und noch einmal. Der linke Angreifer entwickelte sich früh zum persönlichen Dauergast im gegnerischen Strafraum. "Miguel hatte heute offenbar beschlossen, die Statistik allein zu unterhalten", soll Keller später mit einem müden Lächeln gesagt haben. Ganz falsch wäre diese Einschätzung nicht gewesen: Albinana kam mehrfach zum Abschluss und blieb doch ohne Ertrag. Londerzeel setzte dem Eupener Dauerfeuer nur wenig entgegen. Javier Aganzo gab in der zweiten Minute einen ersten Warnschuss ab und versuchte es in der 20. Minute erneut. Danach wurde es vor dem Tor von Luka Cvitanovic bemerkenswert ruhig. Londerzeel spielte ausgewogen, verzichtete auf aktives Pressing und lauerte eher, als dass es stürmte. Eine Taktik, die zwar wenig spektakulär, aber an diesem Abend ausgesprochen pflegeleicht war. Eupen dagegen arbeitete. Corentin Van Dam schaltete sich aus dem zentralen Mittelfeld ein, Janne Myyry probierte es ebenfalls, Mariusz Kazmierczak suchte die Lücke im Zentrum. Auch Dries Van Butsel und Cedric Vermeirsch meldeten sich mit Abschlüssen an. Die Gastgeber kamen insgesamt auf 21 Torschüsse - Londerzeel auf zwei. Das Verhältnis war derart deutlich, dass man sich im Stadion gelegentlich fragen durfte, ob die Gäste überhaupt vorhatten, den Ball länger als unbedingt nötig in der Eupener Hälfte zu behalten. Zur Pause stand es dennoch 0:0. "Ich dachte kurz, der Ball sei allergisch gegen das Tor", soll Kazmierczak einem Mitspieler zugeraunt haben. Der Satz war nicht überliefert, aber er hätte hervorragend zum Spiel gepasst. Keller reagierte zur Halbzeit mit zwei Wechseln: Urban Karlsson und Tibo Baus kamen für Eustatius Van Dyck und Benjamin Baus. Eupen blieb offensiv, Londerzeel defensiv-bescheiden. Nach einer Stunde folgte bei den Gastgebern ein weiterer Wechsel, Jasper Van Remoortere ersetzte Arthur Roegiers. Der Druck blieb, die Präzision blieb aus. Auch der Ballbesitz sprach nur knapp für Eupen: 51,11 Prozent gegenüber 48,89 Prozent. Londerzeel überließ also nicht alles dem Gegner, sondern hielt sich immerhin oft genug in Ballnähe auf. Bei den Zweikämpfen war Eupen mit einer Quote von 58,89 Prozent klar überlegen. Benjamin Baus und Van Butsel sahen Gelb - kleine Randnotizen in einem Spiel, dessen größte Dramatik sich ohnehin zwischen Strafraum und Torlinie abspielte. In der Schlussphase versuchte es Eupen weiter, zuletzt Albinana in der 91. Minute. Doch der Ball blieb dort, wo er an diesem Abend am häufigsten war: nicht im Netz. "Wir haben alles gemacht, außer das Entscheidende", lautete Kellers angebliches Fazit. Treffender lässt sich dieses 0:0 kaum zusammenfassen. Eupen war überlegen, fleißig und offensiv. Londerzeel war effizient - zumindest beim Verhindern. Tore gab es keine. Dafür reichlich Anschauungsmaterial für die nächste Trainingseinheit. Titel: "Schießen allein genügt nicht." 21.09.2026 22:13 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler