La Razon
+++ Sportzeitung für Argentinien +++

Estudiantes tanzt Albo aus - 3:0 und ein Abend voller Einbahnstraßenfußball

In La Plata war am Freitagabend keine Spur von Spannung - es sei denn, man zählte die Frage, wie viele Tore Estudiantes La Plata ihrem chancenlosen Gegner Albo Buenos Aires einschenken würde. Am Ende stand es 3:0, und Trainer Roman Pilgram grinste nach dem Schlusspfiff so breit, als hätte er persönlich das Netz getroffen. "Das war fast schon zu schön, um wahr zu sein", sagte er - und man glaubte ihm jedes Wort.

Von Beginn an legten die Gastgeber los, als hätten sie noch eine offene Rechnung mit dem Ball zu begleichen. Schon nach zwei Minuten prüfte Samuel Stack den jungen Albo-Keeper Hugo Tortosa mit einem satten Schuss - der Beginn einer wahren Flut von Angriffen. 23 Torschüsse standen am Ende für Estudiantes zu Buche, während Albo ganze *einen* Versuch aufs Tor brachte. Ein Versuch, wohlgemerkt, kein Treffer. Der Unterschied zwischen beiden Teams ließ sich also auch in Zahlen ausdrücken: 23 zu 1, oder, wie ein Fan auf der Tribüne lachend rief, "das ist ja wie Matheunterricht für Fortgeschrittene!"

In der 21. Minute kam, was kommen musste: Adrian Gurendez, quirliger Rechtsaußen mit einem Hang zur Show, setzte sich nach einem feinen Zuspiel von Luca Vandervliet durch und schob überlegt zum 1:0 ein. Gurendez riss die Arme in die Höhe, zeigte aufs Vereinswappen - und grinste Richtung Trainerbank. "Ich wollte Roman beweisen, dass ich nicht nur schnell bin, sondern auch zielen kann", sagte Gurendez nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern.

Kaum hatte sich Albo vom ersten Schock erholt, klingelte es schon wieder. Zwei Minuten später kombinierte sich Estudiantes durch die Mitte, der 17-jährige Jacinto Varela legte mustergültig auf Lauritz Sleeper ab, und der Routinier brauchte nur noch den Fuß hinzuhalten - 2:0 nach 23 Minuten. Sleeper, der mit 31 Jahren so gelassen jubelte, als wäre das alles reine Routine, erklärte später trocken: "Wenn der Junge so auflegt, muss ich mich ja fast entschuldigen, wenn ich’s nicht mache."

Der Rest der ersten Halbzeit war ein Lehrstück in Ballbesitzfußball - 57 Prozent Kontrolle, unzählige Kurzpässe und Albo, das hinterherlief wie ein Hund seinen eigenen Schwanz. Trainer Dennis Ostojski versuchte an der Seitenlinie zu dirigieren, aber seine Mannschaft wirkte, als würde sie lieber einen gemütlichen Abend in Buenos Aires verbringen. "Wir hatten uns mehr vorgenommen", gab Ostojski später zu, "aber irgendwie war der Ball immer da, wo wir nicht waren."

Zur Pause reagierte er - Harry Masse kam für den überforderten Jefim Loskow. Doch auch das brachte keine Wende. Estudiantes spielte weiter wie aus einem Guss, nun mit Robert Robert (ja, der heißt wirklich so!) für Gurendez auf rechts. Der junge Robert rannte, passte, grinste - kurz: er genoss es. Nur Tore schoss er keine, dafür sorgte in Minute 68 Valborg Henriksson für den endgültigen Knockout. Nach einem energischen Vorstoß von Linksverteidiger Luka Moritz nahm Henriksson Maß und traf per Flachschuss ins lange Eck. 3:0, und das Stadion mit 55.825 Zuschauern tobte.

"Wir wollten einfach Spaß haben", erklärte Henriksson nach dem Spiel, "und wenn du Spaß hast, kommt der Rest von allein." Man könnte fast meinen, Estudiantes habe das Spiel als fröhliche Trainingseinheit betrachtet - nur dass diesmal Punkte vergeben wurden.

Albo? Nun ja. Ihr einziger Lichtblick war ein Schuss von Michel Velazquez in der 65. Minute, der immerhin die Handschuhe von Estudiantes-Keeper Asbjorn Aas berührte. Der Rest war Schweigen. Oder wie ein Journalist neben mir murmelte: "Wenn das Offensive sein soll, dann möchte ich nicht wissen, wie ihre Defensive aussieht."

Vier Gelbe Karten für Estudiantes - Bergantinos, Georgiadis, Gallego und Witt - waren das Einzige, was an diesem Abend an Widerstand erinnerte. Trainer Pilgram nahm’s gelassen: "Ein bisschen Gelb gehört dazu, sonst denkt ja keiner, dass wir gearbeitet haben."

Statistisch war alles klar: 56,8 Prozent Ballbesitz, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 23 Schüsse aufs Tor. Und das alles mit einer Mannschaft, die in der zweiten Halbzeit sogar einen Gang zurückzuschalten schien.

Am Ende applaudierten die Fans minutenlang, während Albo-Spieler mit hängenden Köpfen in die Kabine schlichen. Ostojski fasste es mit bitterem Humor zusammen: "Wir haben immerhin das schönste Trikot."

Ein Abend also, an dem Estudiantes La Plata zeigte, wie man Dominanz in Unterhaltung verwandelt. Und Albo Buenos Aires? Die werden hoffen, dass der nächste Gegner weniger Lust auf Fußball hat.

Oder, wie der Stadionsprecher beim Abpfiff sagte: "Das war Estudiantes - und das war eindeutig."

21.04.643987 15:25
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