La Razon
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Estudiantes La Plata tanzt FC?Tucumán mit 3:1 vom Platz

61 761 Zuschauer im Stadion Jorge Luis Hirschi erlebten an diesem lauen Januarabend ein Spiel, das mit einem Paukenschlag begann - und mit einem tosenden Jubel endete. Estudiantes La Plata gewann am 18. Spieltag der argentinischen Primera División mit 3:1 gegen den FC Tucumán. Drei Tore, ein verletzter Innenverteidiger, vier Gelbe Karten, und eine gehörige Portion Leidenschaft: Das Menü des Abends schmeckte den Fans der Estudiantes ausgezeichnet.

Dabei sah es zunächst gar nicht so rosig aus. Bereits in der 8. Minute entwischte Nevio Pauleta, der flinke Rechtsaußen der Gäste, seinem Gegenspieler und hämmerte den Ball nach feinem Zuspiel von Isidoro Ruiz eiskalt ins Netz. 0:1 - und Trainer Louis Noel riss jubelnd die Arme hoch, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen. "Ich habe kurz geglaubt, das wird unser Abend", gestand er später mit einem bitteren Lächeln.

Doch Estudiantes wäre nicht Estudiantes, wenn sie nicht mit trotzigem Stolz reagiert hätten. Schon neun Minuten später machte Paulo Galindo Nägel mit Köpfen. Nach klugem Pass von Arnfinn Gulbrandsen zog der Mittelfeldspieler ab - 1:1. Der Jubel war ohrenbetäubend. "Wir wussten, dass wir sie über die Flügel knacken können", erklärte Galindo später, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte.

In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Hausherren schossen aus allen Lagen - insgesamt 20 Mal im Spiel - während Tucumán mit zehn Abschlüssen konterte. Das Ballbesitzverhältnis? Praktisch ausgeglichen: 50,2 % zu 49,8 %. Doch entscheidend war, wer das Tor traf, nicht wer den Ball streichelte.

Kurz vor der Pause fiel dann die Wende, die das Stadion in Ekstase versetzte. In der 41. Minute segelte eine Ecke von Christiano Nene in den Strafraum, und Tove Fischer - erst 25, aber mit der Kaltschnäuzigkeit eines alten Hasen - köpfte zum 2:1 ein. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", grinste Fischer später. Trainer Roman Pilgram kommentierte trocken: "Er hätte zielen können, aber so war’s halt spannender."

Mit dem Pausenpfiff atmete Estudiantes auf, während Tucumán sichtlich geschockt wirkte. In der Kabine muss Pilgram seinen Jungs eine Mischung aus lateinamerikanischem Feuer und taktischem Kalkül serviert haben. Denn nach dem Wiederanpfiff drückten die Gastgeber weiter aufs Gaspedal - offensiv, aggressiv, und mit aktivem Pressing, wie es der Taktikplan versprach.

Dann die 51. Minute: Christiano Nene blieb nach einem Zweikampf liegen - Verletzung, Trage raus, Applaus vom Publikum. "Er hat sich wohl am Knöchel verdreht", erklärte Pilgram später. Vicente Postiga kam für ihn, und drei Minuten danach sorgte wieder Tove Fischer für das Sahnehäubchen des Abends. Nach einer Flanke von Harald Erichsen vollendete er zum 3:1. Doppelpack, Spiel entschieden.

Tucumán versuchte es noch, Pauleta schoss in der 69., 90. und sogar 96. Minute - doch Torwart Agustin Roy blieb souverän. "Ich hab ihm in der 90. kurz zugenickt, so nach dem Motto: Versuch’s ruhig", erzählte Roy später lachend.

Die Gäste zeigten Kampfgeist, aber kaum Präzision. In der 82. Minute holte sich der eingewechselte Juanito Yague noch eine Gelbe Karte ab - sinnbildlich für den Frust. "Wir haben uns hängen lassen, als es ernst wurde", knurrte Noel nach dem Spiel.

Estudiantes hingegen spielte die letzten Minuten mit einem Lächeln im Gesicht. Fischer hätte fast noch das 4:1 erzielt, doch sein Schuss in der 80. Minute strich knapp vorbei. Der Rest war Schaulaufen, begleitet von rhythmischem Klatschen der Fans.

"Das war heute ein Statement", sagte Trainer Pilgram auf der Pressekonferenz. "Wir haben auf Rückschläge reagiert, wir haben Charakter gezeigt - und Tove hat sich selbst ein Denkmal gesetzt."

Ein Denkmal, das aus Leidenschaft, Tempo und ein bisschen Ironie besteht - ganz so, wie Estudiantes La Plata eben spielt.

Und während die Flutlichter erloschen und die Fans singend in die Nacht zogen, raunte ein alter Herr auf der Tribüne: "So spielt man Fußball, Jungs - nicht dieser Datenquatsch aus dem Fernsehen." Vielleicht hatte er recht.

15.08.643987 14:15
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Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund
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