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Essingen ringt Weiler nieder - Chalana tanzt, das Stadion bebt

Wenn an einem Mittwochabend im März 12.500 Zuschauer in Essingen auf den Rängen stehen, dann weiß man: Hier wird kein lauer Drittligafußball geboten, hier wird Drama serviert - mit Schaumkrone. Der TSV Essingen gewann gegen Weiler im Allgäu mit 3:2 (1:1), und wer das Spiel gesehen hat, weiß: Das Ergebnis erzählt nur die halbe Wahrheit.

Schon in den ersten Minuten machte Weiler klar, dass sie nicht zum Kaffeetrinken gekommen waren. Michael Siebert prüfte gleich mehrfach Essingens Torhüter Bradley Yeates - in der 10., 11., 13. und 16. Minute flogen die Bälle wie Geschosse auf den Kasten. Yeates blieb standhaft, später witzelte er: "Ich hab heute mehr Bälle gefangen als in meiner ganzen Jugendzeit."

Essingen brauchte dagegen eine halbe Stunde, um ins Spiel zu finden. Die gut geölte Offensive um Harvey Corraface und den flinken Flügelmann Thierry Marchal suchte nach Lücken, fand aber zunächst nur die Schuhsohlen von Oliver Breadalbane. Doch in der 38. Minute war es soweit: Marchal bedankte sich für einen Zuckerpass von Pedro Gama, legte sich den Ball auf rechts und drosch ihn unter die Latte - 1:0. Das Stadion explodierte, Trainer Philipp Wiedmann riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Champions League gewonnen.

Doch die Freude währte kurz. Nur sechs Minuten später glich Weiler aus - und wie! Samuel Erskine tanzte auf dem linken Flügel, passte scharf in den Strafraum, wo Siebert lauerte und eiskalt einschob (44.). "Ich hab nur kurz hochgeschaut, dann war der Ball drin", grinste Siebert später, während Wiedmann an der Seitenlinie mit den Händen rang.

Mit 1:1 ging’s in die Pause - und bei beiden Trainern flogen die Taktikzettel. Wiedmann reagierte sofort, brachte zur zweiten Halbzeit Bartosz Bosacki für Amaury Figueras, um mehr Dampf über links zu machen. Und siehe da: In der 54. Minute war der Plan goldrichtig. Marchal setzte sich auf rechts durch, flankte butterweich, und Vitorino Chalana nickte ein - 2:1.

Chalana hatte Blut geleckt. Neun Minuten später (63.) war er wieder zur Stelle, diesmal nach Vorarbeit von Corraface. Ein kurzer Haken, ein Schuss aus spitzem Winkel - 3:1. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Chalana nach dem Spiel lachend zu, "aber dann dachte ich mir: Ach, probier’s halt!"

Weiler, von Trainer Mino Raiola lautstark dirigiert ("Wir sind hier nicht beim Eistanz!"), warf nun alles nach vorne. Der eingewechselte Tomasz Stoll brachte frischen Wind, doch die Defensive der Essinger hielt - fast. In der 70. Minute verkürzte Erskine selbst, nachdem Vlado Horvat ihn mit einem Steilpass bedient hatte. 3:2 - die Partie wurde wieder nervös.

Die letzten 20 Minuten waren purer Nervenkitzel. Marchal ackerte, Geiger rannte, und auf den Rängen lief der Puls kollektiv im roten Bereich. In der 78. Minute sah Essingens Linksverteidiger Gabriel MacAulay Gelb, nachdem er Siebert beherzt zu Boden "begleitet" hatte. Weilers Breadalbane revanchierte sich in der Nachspielzeit mit einer späten gelben Karte - ein Symbol für den leidenschaftlichen, manchmal überhitzten Schlagabtausch.

Statistisch war’s ein Duell auf Augenhöhe: 10 zu 11 Torschüsse, 50,2 zu 49,7 Prozent Ballbesitz - da war kaum Luft zwischen den Teams. Und doch hatte Essingen das Quäntchen mehr Mut im Abschluss, das in solchen Spielen den Unterschied macht.

Nach dem Schlusspfiff war die Stimmung ausgelassen. Chalana wurde von seinen Mitspielern fast erdrückt, während Trainer Wiedmann zufrieden in die Kameras grinste: "Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur kämpfen, sondern auch kicken können. Und dass wir nicht immer alles kompliziert machen müssen - manchmal reicht’s, wenn Chalana einfach den Ball nicht flanken will."

Raiola hingegen stapfte mit versteinertem Gesicht in die Kabine. Später sagte er knapp: "Wir haben gut gespielt, aber Essingen hatte heute einfach mehr Glück - und Chalana."

So endete ein Abend, der alles hatte: Tempo, Tore, Tränen - und eine Portion Wahnsinn. Wer Essingen unterschätzt, wird künftig zweimal hinschauen müssen. Und wer Chalana den Ball überlässt, sollte besser beten, dass er diesmal wirklich flankt.

Denn eines ist sicher: In Essingen wird Fußball nicht gespielt - er wird gelebt.

23.02.643994 16:30
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
Michael Ballack
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