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Pokal | 3. Runde | 26.08.26 | CD Roquetas - Espanyol Madrid 0:4 Von Beginn an übernahm Espanyol die Kontrolle. Die Madrilenen kombinierten mit kurzen Pässen, suchten zunächst bevorzugt die Flügel und ließen den Ball laufen, während Roquetas vor allem damit beschäftigt war, den eigenen Strafraum nicht aus den Augen zu verlieren. Nach acht Minuten prüfte Oscar Alvar erstmals die Defensive der Gastgeber, kurz darauf meldete sich Nestor Capucho zu Wort. Beide blieben hartnäckig - und sollten im weiteren Verlauf zu den auffälligsten Angreifern des Abends werden. In der 19. Minute war es dann so weit: Bernardo Lope bereitete vor, Oscar Alvar vollendete zum 1:0. Ein Treffer, der sich bereits vorher angekündigt hatte wie ein unangenehmer Brief vom Finanzamt. Espanyol hatte bis dahin regelmäßig den Abschluss gesucht, Roquetas fand offensiv nicht statt. "Wir wollten mutig auftreten", soll Roquetas’ Torhüter Peter Münch seinen Vorderleuten zugerufen haben. "Mutig wäre heute schon gewesen, den Ball in Richtung gegnerisches Tor zu tragen." Roquetas hielt immerhin dagegen, soweit es die Kräfte zuließen. Juan Velasco sah in der 56. Minute die Gelbe Karte, Espanyols Alberto Ochoa folgte eine Minute später. Die Gäste blieben dennoch die bessere Mannschaft, gewannen 59,5 Prozent der Zweikämpfe und kontrollierten mit 58,9 Prozent Ballbesitz auch das Spielgerät. Trainer Andreas Schuntner hatte seine Mannschaft ausgewogen eingestellt, auf Pressing verzichtet und offenbar darauf vertraut, dass die Qualität irgendwann den Rest erledigt. Sie tat es. Direkt nach dem Seitenwechsel erhöhte Capucho in der 48. Minute auf 2:0. Der linke Angreifer hatte bereits in der ersten Hälfte mehrfach den Abschluss gesucht und belohnte seinen Aufwand nun mit einem Tor. Danach wurde das Spiel aus Sicht der Madrilenen fast schon zur Geduldsprobe. Espanyol schaltete einen Gang zurück, Roquetas fand trotzdem keinen Weg nach vorn. Null Torschüsse für die Gastgeber standen am Ende 28 Abschlüssen der Gäste gegenüber - eine Statistik, die weniger nach Fußballspiel als nach Belagerungsbericht klingt. Auch die Verlängerung brachte keine Wende, sondern nur die endgültige Klärung der Besitzverhältnisse. In der 103. Minute traf Vratislav Vencel zum 3:0, sechs Minuten später legte derselbe Spieler nach. Beim ersten Treffer assistierte Javier Lomban, beim zweiten Vincent Silfredo. Vencel, der zuvor bereits mehrfach den Abschluss gesucht hatte, bewies damit eine bemerkenswerte Form von Konsequenz: Wenn einer nicht reicht, nimmt man eben zwei. "Wir haben das Spiel über weite Strecken kontrolliert und unsere Chancen genutzt", sagte Schuntner anschließend. "In der Verlängerung war es wichtig, konzentriert zu bleiben." Übersetzt aus der Trainersprache: Roquetas war müde, Espanyol hatte noch einen Gang übrig. Für die Gastgeber bleibt ein Abend vor großer Kulisse, aber ohne eigenen Torschuss und ohne Pokalwunder. Die zehntausend Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft dennoch mit Applaus. Vielleicht war es Anerkennung. Vielleicht auch einfach Erleichterung, dass nach 120 Minuten endlich niemand mehr erklären musste, wie man einen Angriff beginnt. 28.08.2026 06:12 |
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Andreas Brehme