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Oberliga H | 30. Spieltag | 10.09.26 | RW Erfurt - Frankfurt (Oder) 2:0 Um 20.15 Uhr war die Partie gerade einmal sechs Minuten alt, da hatte Johannes Adler bereits für Erfurt getroffen. Nach Vorarbeit von Ronald Winter vollendete der 19-jährige Rechtsaußen zur frühen Führung. Die Szene wirkte so, als hätte Adler beschlossen, die übliche Abtastphase einfach zu überspringen. Während sich andere Mannschaften in den ersten Minuten vorsichtig kennenlernen, sagte Erfurt offenbar: Guten Abend, hier ist das 1:0. Frankfurt (Oder) ließ sich davon nicht völlig beeindrucken und kam in der Anfangsphase immerhin zu vier Torschüssen. Sascha Hesse und Benyamin Kuehn prüften die Erfurter Defensive, ohne Torhüter Jannick Fricke ernsthaft zur beruflichen Höchstleistung zu zwingen. Viel häufiger wurde allerdings der Gästekeeper Christian Unger beschäftigt. Erfurt brachte es auf 25 Torschüsse, Frankfurt auf vier. Wer daraus auf einen gemütlichen Abend für die Gastgeber schließt, hat vermutlich noch nie eine Mannschaft erlebt, die aus 25 Versuchen nur zwei Treffer macht. Carsten Lange entwickelte sich dabei zum Dauerabonnenten im Erfurter Abschluss. Der Linksaußen tauchte immer wieder gefährlich auf und suchte zwischen der 14. und 85. Minute mehrfach den Abschluss. Auch Jürgen Fuchs, Andreas Kunze, Johannes Adler und Ronald Winter beteiligten sich an der Schussproduktion. Auf der Tribüne dürfte zwischenzeitlich der Eindruck entstanden sein, Erfurt teste nicht den Torhüter, sondern die Haltbarkeit des Balles. "Wir wollten geduldig bleiben und gute Chancen herausspielen", könnte Trainer Mario Pingel nach dem Spiel gesagt haben. Das wäre taktisch passend gewesen: Erfurt agierte ausgewogen, spielte mit hoher Aggressivität und hielt sich beim Pressing zunächst zurück - offenbar für den Fall, dass die Partie irgendwann doch noch kompliziert werden sollte. Frankfurt wiederum blieb ebenfalls ausgewogen, verzichtete aber komplett auf aktives Pressing. Eine Strategie, die beim Ballbesitz funktionierte: 50,35 Prozent für die Gäste standen 49,65 Prozent für Erfurt gegenüber. Beim Toreschießen war die Verteilung weniger demokratisch. Nach der Pause änderte sich am Bild wenig. Frankfurt hatte den Ball, Erfurt hatte die gefährlicheren Momente. Carsten Singer und Sascha Hesse versuchten, die Gäste offensiv im Spiel zu halten, doch die Erfurter Abwehr um Christophe Marchand, Jesus Klose und Luis Albacar stand aufmerksam. Marchand war es schließlich selbst, der in der 86. Minute den Deckel auf die Partie setzte. Wieder kam die Vorarbeit von Winter, und der Innenverteidiger traf zum 2:0. Ein Abwehrspieler als Vollstrecker - weil Erfurt offenbar auch die letzte offene Stelle im Aufgabenheft noch besetzen wollte. "Ich dachte kurz, das Tor sei für die Stürmer reserviert", ließe sich Marchand augenzwinkernd zitieren. Sein Treffer war jedenfalls der verdiente Lohn für eine Partie, in der Erfurt deutlich mehr Druck entwickelte. Ganz ohne Randnotiz blieb der Abend nicht: Rafael Stock sah in der 71. Minute Gelb, Erfurts Sascha Konrad folgte vier Minuten später. Christophe Marchand wurde ebenfalls verwarnt, ehe Konrad in der Nachspielzeit nach Gelb-Rot vom Platz musste. Am Ergebnis änderte das nichts mehr. Erfurt gewann verdient, Frankfurt besaß den Ball - und durfte ihn anschließend mit nach Hause nehmen. Gerechtigkeit kann manchmal erstaunlich praktisch aussehen. 10.09.2026 21:17 |
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