Außenseiter
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Eppingen und Karlsruhe teilen sich die Punkte - Sonnenschein nach Regenwetter

Ein kühler Mittwochabend in der Oberliga D, Flutlichtatmosphäre im Eppinger Stadion, 2859 Zuschauer mit dicken Jacken, aber warmen Herzen. Als Schiedsrichterin Hofmann um 20:15 Uhr anpfeift, ist schnell klar: Beide Teams haben keine Lust auf ein taktisches Schachspiel - das hier wird ehrlicher, kerniger Oberliga-Fußball mit allem, was dazugehört: viel Laufarbeit, noch mehr Kampf und gelegentlich ein Ball, der sich lieber in die Zuschauerränge rettet als ins Netz.

VfB Eppingen beginnt schwungvoll, fast stürmisch. Nach wenigen Minuten haben Tobias Koch und Sascha Endres bereits zwei Warnschüsse abgegeben. "Wir wollten zeigen, dass wir zu Hause den Ton angeben", sagte Eppingens Trainer später mit einem Grinsen, "auch wenn der Ton am Anfang eher blechern war." Doch in der 14. Minute wird der Ton melodisch: Ricardo Meireles, eigentlich Rechtsverteidiger und nicht gerade für filigrane Torgefahr bekannt, zieht nach einem Eckball von Ewan Kendall einfach mal ab - und trifft! 1:0. Der Jubel ist ehrlich, die Überraschung groß. Meireles selbst lacht nach dem Spiel: "Ich dachte erst, der Ball wäre abgefälscht. War er aber nicht - also nehme ich das mal mit in meine Karriere-Statistik."

Post Karlsruhe zeigt sich davon wenig beeindruckt. Das Team von Trainer - man munkelt, er habe an der Seitenlinie mehr Kilometer gemacht als sein rechter Flügel - spielt weiter offensiv, bleibt aber im Abschluss harmlos. Klaus Ritter und David Miller zielen mehrfach, doch Eppingens Keeper Knut Hecht pariert souverän. Bis zur Pause bleibt’s beim 1:0, und auf der Tribüne diskutieren die Fans eher über den neuen Wurststand als über taktische Feinheiten.

Nach dem Seitenwechsel dreht sich das Spiel. Die Gäste wirken frischer, mutiger - vielleicht auch, weil Trainer Post in der Kabine offenbar die richtigen Worte gefunden hat. "Ich habe nur gesagt: Jungs, das Tor steht da vorne!", verriet er augenzwinkernd nach dem Abpfiff. Und tatsächlich: In der 57. Minute fällt der Ausgleich. Der 18-jährige Justin Sonnenschein, dessen Name Programm ist, zieht aus rund 20 Metern ab - und der Ball schlägt unhaltbar im langen Eck ein. Vorlagegeber: David Miller, der zuvor schon zwei Mal gescheitert war. Der Gästeblock tobt, und Sonnenschein bleibt cool: "Ich hab einfach draufgehalten. Manchmal muss man dem Ball vertrauen."

Das Spiel wogt nun hin und her. Beide Teams vergeben Chancen - Meireles fast mit seinem zweiten Treffer, Sonnenschein mit einem weiteren Versuch in Minute 59. Der Ballbesitz ist nahezu ausgeglichen (50,7 % zu 49,3 %), die Statistik spiegelt das Geschehen perfekt wider: kein klarer Favorit, aber viel Leidenschaft auf beiden Seiten. Karlsruhe kommt insgesamt auf 13 Torschüsse, Eppingen auf 11 - und dazwischen ein paar beherzte Grätschen, die dem Rasen alles abverlangen.

In der 72. Minute sieht Karlsruhes Verteidiger Curt Marx Gelb, nachdem er Tobias Koch an der Seitenlinie zu bodenständigem Kontakt einlädt. "Ich wollte nur den Ball spielen", erklärte Marx nach dem Spiel mit einem Lächeln, "aber der Ball war eben schon weg."

Die Schlussphase gehört wieder Eppingen. Tobias Koch probiert es gleich zweimal (75. und 78.), doch Gästetorwart Herbert Schramm beweist starke Nerven und noch stärkere Handschuhe. Als der Schlusspfiff ertönt, sind beide Teams sichtlich erschöpft - und das Publikum klatscht fairen Applaus für ein Spiel, das vielleicht kein fußballerisches Feuerwerk war, aber auf seine Weise ehrlich unterhielt.

"Das war ein gerechtes Unentschieden", resümierte Eppingens Trainer trocken, "wir hatten Chancen, sie hatten Chancen - und der Schiri hatte zum Glück keinen Grund, länger zu bleiben." Karlsruhes Coach sah es ähnlich: "Ein Punkt in Eppingen ist nie schlecht. Und wenn der Justin weiter so trifft, müssen wir bald Eintritt für seine Schüsse verlangen."

So endet der Abend mit einem 1:1, zwei Toren, 24 Torschüssen und jeder Menge Gesprächsstoff. Die Fans strömen zufrieden nach Hause, während auf dem Platz noch ein paar Spieler diskutieren, wer nun eigentlich "Man of the Match" war. Meireles? Sonnenschein? Oder vielleicht doch der Wurststand?

Fazit mit Augenzwinkern: Beide Teams haben geliefert - Eppingen mit Herz, Karlsruhe mit jugendlichem Schwung. Und wer beim nächsten Heimspiel wiederkommt, darf sicher sein: Hier wird Fußball noch gearbeitet, nicht dekoriert.

23.02.643994 17:17
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
Michael Ballack
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager