Außenseiter
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Empor Rostock und Hessen Kassel liefern sich wildes 3:3-Spektakel

Ein lauer Frühlingsabend, 3.991 Zuschauer im Rostocker Ostseestadion - und ein Spiel, das niemand so schnell vergessen wird. Empor Rostock und Hessen Kassel trennten sich am 7. Spieltag der Oberliga F mit einem 3:3, einem Ergebnis, das auf dem Papier nach friedlicher Koexistenz aussieht, in Wahrheit aber eine kleine Achterbahnfahrt der Emotionen war.

Kaum hatte Schiedsrichterin Haller den Ball freigegeben, zappelte er auch schon im Netz - allerdings im falschen. In der 3. Minute nutzte Hessens junger Außen Hermann Krueger die erste Unachtsamkeit der Rostocker Hintermannschaft. Nach einem klugen Zuspiel von Rechtsverteidiger Knut Baum schlenzte der 19-Jährige den Ball aus spitzem Winkel ins lange Eck. "Ich hab einfach draufgehalten, die Sonne stand günstig", grinste Krueger später.

Rostock wirkte konsterniert, und es kam noch dicker: In der 17. Minute erhöhte Javi Vasquez nach herrlichem Zusammenspiel mit Bruno Demers auf 0:2. Der Spanier jubelte mit ausgestreckten Armen vor der Gästekurve - und die Rostocker Fans murmelten etwas von "Déjà-vu" und "nicht schon wieder".

Doch dann begann Empor Rostock, endlich Fußball zu spielen. Die Hafner-Brüder im Mittelfeld zogen die Fäden, und in der 21. Minute schlug Valter Holmqvist zu. Nach feiner Vorarbeit von Björn Hafner traf der Schwede zum 1:2. "Das war der Moment, in dem wir merkten, dass Kassel auch nur mit Wasser kocht", meinte Trainer Johan Johansson später mit einem Schmunzeln.

Es folgte ein Sturmlauf, der die Fans von den Sitzen riss. In der 29. Minute vollendete Jannik Hafner einen blitzsauberen Angriff über die rechte Seite - Vorlage von Maurice Hofmann inklusive - zum 2:2. Nur vier Minuten später war das Stadion endgültig ein Tollhaus: Routinier Maik Haase, 35 Jahre jung, verwertete eine Flanke von Phillip Bachmann artistisch zum 3:2. "Ich hab die Wade hingehalten, mehr war’s nicht", sagte Haase, während er sich von den Fans feiern ließ.

Die erste Halbzeit war ein Feuerwerk - und die Statistik unterstrich das: 17 Torschüsse für Rostock, nur sechs für Kassel. Doch wer glaubt, dass Zahlen Spiele gewinnen, hat noch nie in der Oberliga F gespielt.

Denn nach der Pause kam Hessen Kassel wie ausgewechselt zurück. In der 49. Minute traf Benyamin Schilling nach feinem Pass des jungen Lukas Astruc zum 3:3. Danach wurde es ein offener Schlagabtausch, bei dem beide Teams zwar Chancen hatten, aber keiner mehr den entscheidenden Punch setzte.

Rostock blieb offensiv gefährlicher, kassierte aber zwei Gelbe Karten - eine für Cafer Simsek (27.) und eine für Phillip Bachmann (75.), sinnbildlich für die wachsende Frustration. Trainer Johansson reagierte mit drei Wechseln: Marko Binder kam für Simsek, Olaf Jürgens ersetzte den müden Haase, und kurz vor Schluss durfte Bernt Riedel noch ein paar Minuten für Maurice Hofmann ran. "Ich wollte frische Beine bringen - und vielleicht auch ein bisschen Glück erzwingen", sagte Johansson, "aber das Glück blieb lieber im VIP-Raum."

Auf der Gegenseite blieb Kassel erstaunlich ruhig. Trainer Dirk Möller (der, wie ein Fan rief, "wohl Baldrian im Tee" hatte) ließ seine Mannschaft diszipliniert im 4-4-2 stehen und verzichtete auf wildes Pressing oder übertriebene Härte. Seine Jungs hielten den Ball klug in den eigenen Reihen - 54 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache.

Nach dem Schlusspfiff wussten beide Teams nicht so recht, ob sie jubeln oder sich ärgern sollten. "Wenn du 0:2 hinten bist und dann führst, willst du das auch nach Hause bringen", seufzte Rostocks Kapitän Haase. "Aber hey - wenigstens war’s kein 0:0."

Kassels Javi Vasquez sah das naturgemäß anders: "In Rostock einen Punkt mitzunehmen ist nie schlecht. Und außerdem: Drei Tore auswärts, da kann man nicht meckern."

Fazit: Ein Spiel mit allem, was die Oberliga zu bieten hat - jugendliche Unbekümmertheit, erfahrene Füße, und ein paar gelbe Karten für die Statistikfreunde. Empor Rostock zeigte Moral, Hessen Kassel Effizienz. Am Ende stand ein 3:3, das beiden Seiten Stoff zum Nachdenken gibt - und den Zuschauern ein Abend voller Drama, Tempo und norddeutschem Fluchen bot.

Oder, wie ein älterer Herr auf der Tribüne beim Abgang sagte: "Das war kein Fußballspiel, das war ein Achterbahn-Ticket für 8,50 Euro."

19.01.643994 22:55
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