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Empor Rostock siegt mit hanseatischer Gelassenheit - Dudweiler ohne Durchschlagskraft

Ein kühler Märzenabend, ein gut gefülltes Stadion an der Ostseeküste, 1.842 Zuschauer mit Mütze und Pappbecher in der Hand - und ein Empor Rostock, das so aufspielte, als wolle es den Frühling herbeipassen. Mit einem souveränen 2:0 (2:0) gegen den ASC Dudweiler sicherte sich die Mannschaft von Johan Johansson drei verdiente Punkte in der Gruppenrunde des Liga-Pokals (Oberliga F).

Von der ersten Minute an war klar, wer hier das Kommando übernahm. Rostock ließ den Ball laufen, als hätte er einen eingebauten Magneten für blaue Trikots. Dudweiler hingegen wirkte, als sei man noch auf der Autobahn im Stau stecken geblieben. "Wir haben uns heute selbst eingebremst", murmelte ASC-Trainer Patrick Kuhn nach dem Schlusspfiff, "und Rostock war einfach wacher - und ehrlicher gesagt: besser."

Die Statistik spricht Bände: 20 Torschüsse für Empor, nur vier für die Gäste. 55 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote jenseits der 57 Prozent - das war kein Zufall, das war Dominanz mit System. Johansson ließ sein Team in gewohnter Balance agieren, kein wildes Pressing, kein Harakiri-Fußball - einfach kontrolliertes Angreifen mit klarer Kante.

Schon in der 16. Minute zahlte sich das aus: Maik Haase, der mit 35 Jahren zwar zum alten Eisen gehört, aber offenbar noch Magnetsohlen besitzt, traf nach feiner Vorarbeit von Bernt Riedel zum 1:0. "Ich hab einfach den Fuß hingehalten", grinste Haase später in die Mikrofone. "Wenn der Ball so perfekt kommt, musst du gar nicht viel machen - außer alt genug sein, um die Ruhe zu bewahren." Johansson stand daneben und lachte: "Maik ist unser Vintage-Spieler - gereift wie ein guter Wein."

Dudweiler versuchte daraufhin, den Rostocker Rhythmus zu stören, doch jeder Angriff verpuffte, bevor er überhaupt gefährlich wurde. Taylor Eliot und Swen Buchholz mühten sich redlich, aber Empors Abwehrchef Marko Binder hatte die Lufthoheit und räumte ab, als wolle er das Stadion gleich mit abtragen.

In der 36. Minute dann der nächste Streich: Valter Holmqvist, der junge Schwede auf der linken Seite, zog nach innen und schlenzte den Ball ins rechte Eck - ein Sonntagsschuss an einem Montagabend. Phillip Bachmann hatte den Angriff mit einem mutigen Vorstoß über rechts eingeleitet. "Das war einstudiert", behauptete Holmqvist später mit einem Augenzwinkern. "Na ja", korrigierte ihn Bachmann lachend, "ich wollte eigentlich flanken, aber Valter hat’s schöner gemacht, als ich geplant hatte."

Mit der 2:0-Führung im Rücken verwaltete Rostock die Partie souverän. Dudweiler kam nach der Pause zwar etwas mutiger aus der Kabine, aber Empors Keeper Uwe Kühn musste selten ernsthaft eingreifen. Einmal, in der 70. Minute, tauchte Durul Eris frei vor ihm auf, doch Kühn blieb cool wie ein Nordwind und lenkte den Ball routiniert über die Latte.

Die einzige gelbe Karte für Rostock holte sich in der 83. Minute Marko Binder ab - für ein Tackling, das in der Fanszene vermutlich als "robuste Zuneigung" durchgehen würde. Auf der Gegenseite sah Benjamin Singer in der 78. Minute Gelb, nachdem er Holmqvist etwas zu deutlich gezeigt hatte, dass er ihn nicht mag.

"Wir wollten ruhig bleiben und das Spiel kontrollieren", erklärte Trainer Johansson nach dem Spiel. "Das war kein Feuerwerk, aber ein solides Stück Fußballarbeit. Und ehrlich gesagt - ich mag’s, wenn wir so erwachsen spielen."

Dudweiler wirkte hingegen ernüchtert. "Uns hat das Tempo gefehlt, die Ideen, und vielleicht auch ein bisschen der Glaube", gab Patrick Kuhn offen zu. "Aber das ist Fußball - manchmal läuft man 90 Minuten einem Plan hinterher, den man selbst geschrieben hat."

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten die Rostocker Fans ihrer Mannschaft mit dieser typisch nordischen Mischung aus Stolz und Understatement. Kein Jubelsturm, eher ein zufriedenes Nicken: "Jo, passt scho".

Fazit: Empor Rostock war cleverer, zielstrebiger und schlicht besser. Dudweiler kann froh sein, dass es bei zwei Toren blieb - die Ostseestädter hätten an diesem Abend auch doppelt so viele schießen können. Und während Trainer Johansson beim Verlassen des Platzes noch lächelnd meinte: "Wir nehmen das als gutes Zeichen für den Frühling", blieb Dudweiler nur der lange Rückweg nach Hause - mit der Erkenntnis, dass man in Rostock nicht nur frischen Wind, sondern auch frischen Fußball erwarten darf.

Ein Spiel ohne Skandale, aber mit Stil. Manchmal ist das eben die schönste Schlagzeile.

31.01.643994 16:10
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Wir wollten in Bremen kein Gegentor kassieren. Das hat auch bis zum Gegentor ganz gut geklappt.
Thomas Häßler
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