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Elfmeterschießen-Marathon: Solna und Palilulac liefern episches Drama

Es war einer dieser Abende, an denen der Fußball seine ganze theatralische Kraft entfaltet - und die Reporter verzweifelt nach dem letzten Kaffee suchen. 59.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion von Solna erlebten ein Viertelfinal-Rückspiel der Europaliga, das so lang und nervenaufreibend war, dass mancher Fan am Ende nicht wusste, ob er jubeln oder einfach nur schlafen sollte. Das Endergebnis: 11:11 nach Elfmeterschießen. Kein Tippfehler, kein Zahlendreher - tatsächlich elf zu elf.

Schon in der regulären Spielzeit ging es turbulent los. Palilulac stellte früh klar, dass sie trotz defensiver Grundordnung nicht nur zum Zuschauen angereist waren. In der 21. Minute zirkelte Carlos Vidigal nach feinem Zuspiel von Bosko Koroman den Ball ins Netz. "Ich hatte kurz das Gefühl, ich träume", grinste Vidigal später. "Dann hörte ich die Fans pfeifen - also war’s wohl echt." Doch Solna antwortete prompt: Nur vier Minuten später glich Gunborg Söderberg nach Vorlage von Lewis Donovan aus. Ein klassischer Solna-Angriff - schnell, präzise, unaufgeregt. Trainer Torsh Maakay kommentierte trocken: "Wenn wir mal treffen, dann meistens gleich nach einem Schockmoment. Das hält wach."

Die erste Halbzeit ging mit 1:1 zu Ende, und wer dachte, das sei der Anfang eines Torfestivals, wurde eines Besseren belehrt. Solna dominierte zwar mit 58 Prozent Ballbesitz und 18 Torschüssen, doch die Palilulac-Abwehr um den erfahrenen James Cabell hielt dagegen wie eine Betonwand im Schneesturm. Torhüter Maxim Woltschkow wuchs über sich hinaus - insbesondere, als er in der 37. Minute einen wuchtigen Schuss von Baltsar Taube mit einer Hand über die Latte lenkte. "Ich hab den Ball nur gehört, nicht gesehen", gab er nach dem Spiel lachend zu. "Aber manchmal reicht das."

In der 49. Minute dann der nächste Nadelstich: Gabriel Nelsen brachte Palilulac erneut in Führung, nach einer butterweichen Flanke von Sasa Babovic. Das Stadion verstummte kurz, ehe die Solna-Fans wieder anfeuerten, als ginge es um die Weltmeisterschaft. Es ging zwar "nur" um die Europaliga, aber das Viertelfinale fühlte sich spätestens jetzt wie ein Endspiel an.

Dann der Schreckmoment: Söderberg, der Torschütze, musste in der 57. Minute verletzt raus. Für ihn kam Iker Delgado, der später noch eine Schlüsselrolle spielen sollte. Maakay wechselte zudem den Torhüter - Urban Brun kam für den jungen Greger Anderson. Eine Entscheidung, die sich im Elfmeterschießen als goldrichtig erweisen sollte, auch wenn Brun zwischendurch eher an einen Philosophen als an einen Keeper erinnerte. "Ich hab überlegt, ob das Leben vielleicht mehr ist als Elfmeterhalten", witzelte er später, "aber dann kam der Ball - und ich hab ihn gefangen."

Die Verlängerung brachte keine Tore, aber viele gelbe Karten und müde Beine. Palilulac verteidigte leidenschaftlich, Solna drückte mit letzter Kraft. "Wir wollten einfach nicht aufhören", schnaufte Albin Kraft, "aber irgendwann taten sogar die Gedanken weh."

Dann das Elfmeterschießen - eine Oper in 22 Akten. Jeder Schuss ein Drama, jeder Fehltritt ein Stich ins Herz. Delgado traf als Erster für Solna, Koroman glich aus. Danach Taube - drin. Vidigal - daneben! Die Fans tobten, doch Solna ließ zwei Chancen liegen: Lewis Donovan und Jakob Afzelius verschossen. Palilulac hielt dagegen, aber auch Babovic und Lansbury trafen nur die Nachtluft. Nach einer gefühlten Ewigkeit und 22 Versuchen stand es 11:11. Beide Teams jubelten, beide lagen erschöpft im Rasen. Der Schiedsrichter schaute ratlos auf die Uhr, als wolle er fragen, ob das Leben noch Sinn macht.

Trainer Peter Patrick von Palilulac fasste es nüchtern zusammen: "Wir haben nicht verloren, aber gewonnen fühlt sich anders an." Sein Gegenüber Maakay grinste müde: "Wenn’s nach mir ginge, würden wir das Ganze morgen im Elfmeterschießen fortsetzen. Dann mit Kaffee."

Statistisch gesehen war Solna dominant: mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, mehr Herzklopfen. Doch Palilulac zeigte taktische Disziplin - defensiv, konterstark, mit langen Bällen und unerschütterlicher Ruhe. Das Elfmeterschießen machte aus Fußball ein Glücksspiel, aus Profis Nervenbündel und aus Zuschauern Philosophen.

Als das Stadion schließlich leerte, hörte man einen Fan murmeln: "Ich wollte eigentlich nur ein Spiel sehen - jetzt hab ich ein Lebenswerk erlebt." Treffender kann man diesen Abend kaum beschreiben. Vielleicht werden wir eines Tages wissen, wer wirklich gewonnen hat. Bis dahin bleibt nur die Erkenntnis: Der Fußball schreibt die besten absurden Theaterstücke selbst.

19.12.643987 14:32
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