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Elfmeter-Krimi in Margate: Barrow zittert sich ins Halbfinale

Ein Pokalabend, wie ihn selbst hartgesottene Fußballromantiker nicht alle Tage erleben: 59.000 Zuschauer im Margate-Stadion sahen am Dienstag ein Viertelfinale zwischen den Margate Reds und Barrow AFC, das alle Zutaten für eine epische Nacht hatte - Tore, Karten, Elfmeter, Drama und einen jungen Hitzkopf, der alles riskierte. Am Ende jubelten die Gäste nach einem 6:7 im Elfmeterschießen, während Margate mit hängenden Köpfen und schmerzenden Waden vom Platz trottete.

Dabei hatte der Abend für die Reds verheißungsvoll begonnen. Trainer Ata Lameck ließ seine Elf offensiv auflaufen - und das war nicht zu übersehen. Schon nach sieben Minuten prüfte Zivojin Basta mit einem satten Linksschuss die Handschuhe von Barrow-Keeper George Beecroft. "Der Ball war so heiß, dass ich kurz überlegt hab, ihn lieber durchzulassen", scherzte Beecroft später, der an diesem Abend noch einiges zu tun bekommen sollte.

Doch den ersten Treffer erzielten die Gäste: In der 31. Minute enteilte Cesar Vazquez der Margate-Abwehr und versenkte nach feinem Zuspiel von Ari Lampi eiskalt zum 0:1. Nur drei Minuten später folgte die Antwort der Hausherren. Armandos Ardizoglou vollendete nach Vorlage von Robert Amyot zum Ausgleich - und ließ sich anschließend zu einem Tänzchen mit den Fans hinreißen, das wohl eher in eine Diskothek als auf den Rasen passte. "Ich wollte einfach zeigen, dass wir leben", grinste der Stürmer später.

Kurz vor der Pause drehte Margate die Partie sogar. Innenverteidiger Danijel Turina, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, bugsierte den Ball nach einer Ecke über die Linie - 2:1, das Stadion tobte. Lameck ballte die Faust, während sein Gegenüber Ingo Königs nur trocken meinte: "Das war kein Zufall, nur schlechtes Timing."

Nach dem Seitenwechsel übernahm Barrow mehr und mehr das Kommando. 57 Prozent Ballbesitz und 21 Abschlüsse sprechen eine deutliche Sprache. Margate stellte sich tief, lauerte auf Konter, während Barrow den Ball geduldig zirkulieren ließ. Der Druck zahlte sich aus: In der 81. Minute traf Rechtsverteidiger Kai Haddington nach Vorarbeit von Freddie Hannigan zum 2:2. "Wir wussten, dass Margate müde wird", erklärte Königs später mit einem Lächeln, das an Selbstzufriedenheit grenzte.

Die Verlängerung brachte keine Entscheidung - dafür aber reichlich Adrenalin. Barrows Jungspund Xabi Velazquez kassierte erst Gelb in der 112. Minute und sah nur eine Minute später Rot. "Ich habe gar nichts gemacht", beteuerte er, während Trainer Königs ihn wortlos in den Kabinengang schickte.

Mit einem Mann mehr drängte Margate auf den Sieg, doch Beecroft wurde zum Albtraum der Reds. Er fischte Schüsse von McGeady, Andrade und Postiga aus allen Ecken und winkte nach jeder Parade lässig zur Tribüne. "Ich war einfach im Tunnel", meinte er später. "Und der Tunnel war sehr laut."

Dann kam das unvermeidliche Elfmeterschießen - und der Moment, an dem Helden und Pechvögel geboren werden. Für Margate trafen Jose Andrade, Basta, Demirel und Turina, doch ausgerechnet Routinier Harrison McGeady jagte seinen Versuch in den Nachthimmel von Margate. "Ich wollte ihn sicher oben reinsetzen", sagte er zerknirscht. "Hat geklappt - nur zu weit oben."

Barrow hingegen zeigte Nervenstärke vom Punkt: Ari Lampi, Arnau Mascarenhas, Cesar Vazquez, Adam Lankford und der junge Freddie Hannigan verwandelten eiskalt. Als Hannigan den letzten Elfer ins Netz setzte, stürmte Königs das Feld - und verschwand kurz darauf in einer Jubeltraube aus Spielern, Ersatzleuten und Betreuern.

"Das war kein schöner Sieg", gab der Barrow-Coach ehrlich zu. "Aber im Pokal zählen keine Schönheitspunkte." Sein Gegenüber Lameck fasste die Enttäuschung zusammen: "Wenn du so kämpfst und dann im Elfmeterschießen verlierst - das fühlt sich an, als würde dir jemand dein Abendessen in letzter Sekunde wegnehmen."

Statistisch gesehen war der Sieg der Gäste verdient - mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr Geduld. Doch die Reds hatten Herz, Leidenschaft und ein Publikum, das sie bis zur letzten Sekunde trug. Vielleicht war es genau das, was den Unterschied machte: Barrow spielte, Margate kämpfte - und am Ende gewann das Glücklichere der beiden Teams.

Ein Abend, an den man sich in Margate noch lange erinnern wird - mit einem Lächeln und einem Seufzen zugleich. Und irgendwo in der Kabine summte Torwart Beecroft leise ein Lied, das wohl nie in den Charts landen wird, aber an diesem Abend die Melodie des Sieges war.

04.11.643987 06:23
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Verstärken können die sich, aber nicht auf der rechten Seite. Da bin ich. Ich komme selber aussem Pott. Mein Vater war auf der Hütte. Wenn ich wieder fit bin, zeig ich denen, wat malochen heißt.
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