Marca
+++ Sportzeitung für Spanien +++

Elches Jungsturm tanzt Saragossa schwindlig

Ein kalter Freitagabend in der 2. Liga Spaniens, Flutlicht über dem Estadio Martínez Valero, 26.333 Zuschauer - und am Ende ein 2:0, das wärmer wirkt als jede Decke. UD Elche schlägt UD Saragossa verdient, manchmal verspielt, manchmal nervös, aber immer mit jugendlicher Frechheit. Trainer Mike Johnson grinste nach dem Schlusspfiff breit: "Ich sage den Jungs immer: Wenn ihr schon Fehler macht, dann wenigstens mit Stil."

Dabei begann das Spiel so, wie es zu oft in dieser Liga beginnt: mit viel Mittelfeld, wenig Mut und einem Ballbesitzverhältnis, das den Mathematiklehrer glücklich macht - 50,5 zu 49,5 Prozent. Elche schnürte Saragossa zwar zunehmend ein, aber die Abschlüsse waren in der ersten Hälfte eher zarte Klopfzeichen als ernsthafte Drohungen. Veselin Mihajlovic, 19 Jahre jung und mit jugoslawischem Temperament gesegnet, prüfte Saragossas Torwart Julio Serna in der 13. und 24. Minute - mehr als Aufwärmübungen waren es aber nicht.

"In der Kabine haben wir uns angeschaut und gesagt: Wir spielen ja gar nicht schlecht - aber warum tun wir so, als ob wir Angst vor dem eigenen Erfolg hätten?", erzählte Kapitän Daniel Bernard später. Offenbar hatte er recht, denn kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, trat Elche mit einem anderen Gesicht auf.

In der 52. Minute kam, was sich seit einer halben Stunde angekündigt hatte: Emilio Molina legte von rechts fein in den Lauf von Mihajlovic, der mit einem Haken nach innen zog und trocken ins lange Eck abschloss. 1:0 - endlich, und das Stadion erwachte. "Ich habe gar nicht gesehen, dass der Ball drin war", lachte Mihajlovic später. "Ich habe nur die Arme von Coach Johnson gesehen, der plötzlich wie ein Windrad drehte."

Saragossa, bis dahin taktisch brav und balanciert, fand keine Antwort. Trainer Mike Johnson hatte in der Pause auf Pressing umgestellt - ein Schachzug, der Wirkung zeigte. Die Gäste aus Aragón wirkten überrascht, fast beleidigt, dass man sie plötzlich anlief. Luis Bernal versuchte es in der 55. Minute mit einem Fernschuss, aber Elches Keeper Artjom Kutschewski holte den Ball seelenruhig aus dem Winkel, als ginge es um ein Trainingstor.

Dann kam die 67. Minute, und das Spiel war entschieden. Der 20-jährige Javi Hernando, bis dahin eher unscheinbar, vollendete eine butterweiche Flanke von Rechtsverteidiger Alberto Nene zum 2:0. Ein Tor, das man sich in Lehrvideos wünscht - und das Saragossas Abwehr endgültig in die innere Emigration schickte. "Wir haben einfach aufgehört, miteinander zu reden", bekannte Verteidiger David Gelmirez später zerknirscht. "Und wenn du in Elche aufhörst zu reden, hörst du auf zu spielen."

Ab diesem Moment kontrollierte Elche das Geschehen, ohne übermütig zu werden. 15 Torschüsse standen am Ende in der Statistik, fast dreimal so viele wie Saragossa zustande brachte. Die jungen Wilden aus Elche - kaum einer älter als 20 - spielten sich in einen Rausch aus Pässen, Läufen und Lächeln. In der 83. Minute prüfte Molina noch einmal Serna, Mihajlovic verzog in der 84., und als in der 89. Minute die Auswechslungen begannen, brandete Applaus auf. Für den 17-jährigen Rüstem Topuz war es der erste Profi-Einsatz, wenn auch nur für ein paar Sekunden. "Ich glaube, ich habe gar keinen Ballkontakt gehabt", gestand er später. "Aber ich habe geschrien, als ob ich der Held des Spiels wäre."

Saragossa? Blass, brav, bemüht. Sie hielten sich an ihre "balanced"-Taktik, als stünde sie im Gesetzbuch. Kein Pressing, keine Überraschung, keine Wut. Vielleicht war das die größte Schwäche: der Mangel an Emotion.

Elche hingegen wirkt, als wachse da etwas. Trainer Johnson lobte nachher die Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit und taktischer Disziplin: "Wir sind keine Mannschaft, die Angst hat, Fehler zu machen. Wir sind eine Mannschaft, die daraus lernt - meistens jedenfalls."

So endet ein Abend, der in keiner Highlight-Show die ganz großen Schlagzeilen bekommt, aber in Elche noch eine Weile nachhallen dürfte. Zwei Tore, drei Punkte, eine Mannschaft, die Spaß macht. Und irgendwo in der Kabine summte ein Spieler leise eine Melodie, während Mike Johnson im Gang stand und sagte: "Wenn sie so weitertrainieren, darf ich vielleicht bald anfangen, von Aufstieg zu träumen."

Vielleicht tut er das längst.

20.12.643987 17:55
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