Marca
+++ Sportzeitung für Spanien +++

Elches junge Wilde zaubern sich ins Pokal-Achtelfinale

Wenn 27.000 Zuschauer an einem kühlen Januarabend ins Stadion von Elche strömen, dann wollen sie Spektakel sehen - und sie bekamen es, zumindest phasenweise. UD Elche besiegte im Pokal der 2. Runde den Außenseiter Ecija Balompie mit 2:0 (1:0). Klingt nüchtern, war aber eine dieser Partien, in denen die Anzeigetafel gnadenlos untertreibt, was auf dem Platz wirklich passierte.

Denn Elche schoss aus allen Lagen und Lebenslagen. Ganze 25 Torschüsse zählte die Statistikabteilung - fast schon ein Bewerbungsschreiben an die NASA, die wohl bald neue Materialien für die Tornetze testen muss. Ecija Balompie dagegen kam auf exakt einen Schuss aufs Tor - in der 3. Minute, als Asier Agirre einmal kurz so tat, als wolle er Elches Torwart Artjom Kutschewski prüfen. Danach war Funkstille im Gästeangriff, Funkloch inklusive.

Das Spiel begann mit jugendlichem Elan: Elche, gecoacht von Mike Johnson, ließ eine Elf auflaufen, deren Altersdurchschnitt kaum über dem eines Studentenwohnheims lag. "Manchmal muss man sie einfach rennen lassen", grinste Johnson nach dem Spiel. "Und hoffen, dass sie irgendwann auch treffen."

Das taten sie - in der 27. Minute. Jack Grealish, 17 Jahre jung und offenbar mit einem GPS-Sender in den Füßen ausgestattet, verwertete eine butterweiche Vorlage von Iwan Titow. Der Ball zischte flach ins rechte Eck, während Ecija-Keeper Joaquin Olazabal nur noch den Kopf schütteln konnte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte er später und sah dabei aus, als habe er in der Mathematikprüfung eine falsche Formel benutzt.

Danach rollte Angriff auf Angriff. Grealish, Yanez, Wyler - sie alle durften sich austoben, als wäre der Strafraum ein Abenteuerspielplatz. Ecija dagegen verteidigte mit Herz, aber ohne Konzept. In der 12. Minute gab’s die erste Gelbe Karte für Gerard Boutin, der ein wenig zu energisch klären wollte. Trainer Mike Johnson kommentierte trocken: "Ich glaube, er hat den Ball gesucht, aber den Spieler gefunden."

Zur Pause stand es "nur" 1:0. Die Fans schüttelten den Kopf, der Stadionsprecher scherzte: "Bitte bleiben Sie sitzen, die zweite Halbzeit wird noch schöner." Und tatsächlich: Elche spielte weiter mit 55 Prozent Ballbesitz und einer Tackling-Quote von fast 60 Prozent, was in der Praxis bedeutete, dass Ecija kaum über die Mittellinie kam.

Und doch blieb es spannend - zumindest theoretisch. Denn wer 25 Mal aufs Tor schießt, aber nur einmal trifft, lässt dem Gegner immer eine Resthoffnung. "Wir wussten, dass einer durchrutschen könnte", meinte Ecijas Trainer (der anonym bleiben wollte, wohl aus Selbstschutz). Aber statt eines Gegentreffers gab es in der Nachspielzeit den endgültigen Knockout: Außenverteidiger Michal Balcarek, 19 Jahre alt, hatte offenbar genug von der Verschwendung und donnerte in der 94. Minute eine Hereingabe von Danilo Mauro humorlos unter die Latte. 2:0, Deckel drauf.

Das Publikum jubelte, die Ersatzspieler stürmten auf den Platz, und Balcarek grinste: "Ich wollte eigentlich flanken, aber der Ball hatte wohl andere Pläne." Sein Trainer nickte nur. "Manchmal braucht man Glück, manchmal einen linken Fuß, der keine Angst kennt."

Ecija Balompie reiste mit hängenden Köpfen ab - und mit einer Statistik, die man besser nicht im Vereinsmuseum aufhängt. Ein Schuss aufs Tor, 44 Prozent Ballbesitz, kein Tor, keine echte Chance. Und doch blieb der Abend in Erinnerung, vor allem wegen der Spielfreude der Elche-Jungspunde.

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen. "So jung und schon so frech", sagte ein älterer Zuschauer im grün-weißen Schal. "Die erinnern mich an mich selbst - nur dass ich nie so gut Fußball gespielt habe."

Am Ende bleibt das Fazit eines Pokalabends, der nie kippen wollte: Ein dominantes Elche, das sich zwar in der Chancenverwertung üben muss, aber spielerisch reif wirkte, als stünde da eine Mannschaft mit zehn Jahren Erfahrung mehr.

Oder, wie Coach Johnson es formulierte, als er den letzten Reportergruß abwinkte: "Wir haben 25 Mal geschossen - das ist fast so viel wie meine Frau beim Shopping. Der Unterschied ist: Wir haben wenigstens getroffen."

Und irgendwo im Stadion summte jemand: "Elche, Elche - weiter, immer weiter!" Pokal, wir haben da wohl noch eine Rechnung offen.

26.05.643987 06:23
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Verstärken können die sich, aber nicht auf der rechten Seite. Da bin ich. Ich komme selber aussem Pott. Mein Vater war auf der Hütte. Wenn ich wieder fit bin, zeig ich denen, wat malochen heißt.
Torsten Legat
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager