Marca
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Elche zaubert wieder: Junge Wilde besiegen Villalonga mit 2:0

UD Elche hat am Dienstagabend im heimischen Stadion eindrucksvoll bewiesen, dass jugendlicher Elan manchmal mehr wert ist als Routine. Mit einem 2:0 (1:0) gegen Villalonga sicherte sich das Team von Trainer Mike Johnson drei verdiente Punkte und bescherte den 25.338 Zuschauern einen Abend, der irgendwo zwischen Lehrstunde und Talentgala lag.

Schon in der Anfangsphase deutete sich an, dass die Gastgeber den Ton angeben würden. Elche presste früh, kombinierte flüssig und schien in den ersten Minuten gar nicht zu bemerken, dass der Gegner auch elf Spieler auf dem Platz hatte. Nach sechs Minuten prüfte Veselin Mihajlovic erstmals Villalongas Keeper Albert Arroyo, der sich in dieser Partie noch oft in der Rolle des Lebensretters wiederfinden sollte.

"Wir wollten von Beginn an Druck machen", erklärte Johnson später mit einem Grinsen. "Die Jungs haben das Spiel gelesen - und zwar schneller als ich den Kaffee austrinken konnte."

In der 31. Minute fiel dann das längst überfällige 1:0. Nach mehreren vergeblichen Versuchen war es der 20-jährige Rechtsaußen Javi Hernando, der aus halbrechter Position trocken abschloss. Sein Schuss flatterte zwar ein wenig, fand aber doch den Weg ins Netz. Während das Stadion jubelte, lag ein anderer Elche-Spieler am Boden: der erst 17-jährige Danilo Mauro, der sich kurz vor dem Treffer verletzt hatte. Für ihn kam der erfahrene Daniel Bernard - und der sollte später noch eine wichtige Rolle spielen.

Villalonga, trainiert von Thilo Weise, fand in der ersten Hälfte kaum statt. Ganze zwei Schüsse auf das Tor des 18-jährigen Elche-Keepers Duarte Derlei in 45 Minuten - das war zu wenig. "Wir sind nicht richtig ins Spiel gekommen", gab Weise selbstkritisch zu. "Vielleicht lag’s am Licht, vielleicht an der Geschwindigkeit, vielleicht auch an beidem."

Nach der Pause blieb das Bild unverändert. Elche hatte mit 55 Prozent Ballbesitz leicht die Oberhand, vor allem aber mit 21 Torschüssen gegenüber mageren vier der Gäste eine überwältigende Überlegenheit. Besonders auffällig: der zentrale Mittelfeldmotor Georges Simard. Der 19-Jährige rannte, passte, schoss - und traf schließlich.

In der 79. Minute belohnte er sich selbst. Nach einem feinen Doppelpass mit seinem Altersgenossen Federico Castello zog Simard aus 18 Metern ab. Der Ball schlug präzise unten rechts ein, Arroyo streckte sich vergeblich. 2:0 - der Deckel war drauf. "Fede hat mir zugerufen, ich solle einfach schießen", lachte Simard später. "Ich dachte kurz, er macht Witze - aber dann war der Ball schon drin."

Villalonga versuchte noch einmal, wenigstens den Anschluss zu schaffen, aber Miguel Pena und Martin Henriquez verzogen ihre späten Versuche ebenso wie Artur Schirkow, der mehr Gras als Ball traf. Stattdessen sammelten die Gäste Gelbe Karten: Ignacio de la Fuente (75.) und Seppo Ukkonen (85.) hielten wenigstens in der Statistik mit.

Kurz vor Schluss gönnte Trainer Johnson seinem jungen Torwart Duarte Derlei noch eine Pause und brachte den 17-jährigen Rüstem Topuz zwischen die Pfosten - ein symbolischer Moment in einem Spiel, das fast ein Manifest jugendlicher Unbekümmertheit war.

Villalonga-Coach Weise blieb nach der Partie auf dem Platz stehen, klopfte seinen Spielern auf die Schultern und murmelte, halb ironisch, halb bewundernd: "Die rennen, als hätten sie Akkus eingebaut."

Hernando, Torschütze des ersten Treffers, kassierte in der 90. Minute noch Gelb - ein kleiner Schönheitsfehler in einer ansonsten glänzenden Vorstellung. "Ich wollte eigentlich nur den Ball zurückholen", verteidigte er sich. "Aber der Schiri hatte wohl andere Pläne."

Statistisch war Elche in fast allen Belangen überlegen: mehr Ballbesitz, bessere Zweikampfquote (56 Prozent), mehr Schüsse, mehr Ideen. Villalonga wirkte phasenweise wie ein Zuschauer der eigenen Niederlage.

"Wir haben viel investiert, aber noch mehr gelernt", sagte Johnson zum Abschluss. "Vor allem, dass man 19-Jährige nicht bremsen sollte, wenn sie Spaß am Spiel haben."

Und so verließen die Fans das Stadion mit einem zufriedenen Lächeln. Der Applaus galt nicht nur den Toren, sondern einem Team, das Fußball spielte, wie man ihn sehen will: direkt, mutig, ohne Angst vor Fehlern.

Vielleicht war es kein perfektes Spiel - aber ein ehrliches. Und das ist im modernen Fußball fast schon ein kleines Wunder.

27.08.643987 01:00
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