Marca
+++ Sportzeitung für Spanien +++

Elche verschenkt Sieg gegen Ibiza - Sonne, Chancen und ein bisschen Chaos

Ein lauer Januarabend in Elche, 27.964 Zuschauer im Stadion Martínez Valero, und die Sonne verabschiedete sich gerade hinter den Tribünen, als der Ball zum 16. Spieltag der 2. Liga Spanien ins Rollen kam. UD Elche gegen Ibiza Eivissa - ein Duell, das auf dem Papier nach Mittelmaß klang, auf dem Rasen aber alles andere als langweilig war. Am Ende stand ein 1:1, das beiden Trainern Falten auf die Stirn, aber den Fans immerhin kurzzeitig Herzrasen bescherte.

Elche begann engagiert, beinahe übermotiviert. Trainer Mike Johnson hatte seine junge Truppe - Durchschnittsalter gefühlt knapp über dem von Studenten im Erasmus-Jahr - auf "balanciertes Spiel mit starkem Einsatz" eingestellt. Und tatsächlich pressten die Hausherren früh, während Ibiza unter Dario Koller eher so tat, als hätte man den Ballbesitz schon gewonnen, bevor man ihn überhaupt hatte.

Die erste halbe Stunde war ein stetiges Hin und Her, das mehr nach Sommerfußball als nach Ligaalltag roch. Ibiza hatte durch Marc Poncela in der 11. Minute die erste nennenswerte Chance, doch Elches Torhüter Duarte Derlei parierte so spektakulär, dass selbst die Balljungen kurz klatschten. "Ich hab den gar nicht kommen sehen - hab einfach die Hände hochgerissen", grinste Derlei später, sichtlich stolz auf seine spontane Gymnastikeinlage.

Dann die 30. Minute: Elche kombiniert sich über rechts nach vorn, Javi Hernando legt quer, und Veselin Mihajlovic - 19 Jahre jung, so unbekümmert wie ein Straßenkicker am Strand - haut den Ball trocken unter die Latte. 1:0 für die Gastgeber, das Stadion tobte, und Johnson drehte sich jubelnd zu seiner Bank: "Hab ich gesagt, Jungs, glaubt an den ersten Kontakt!"

Bis zur Pause ließ Elche nichts anbrennen, auch wenn Ibiza immer wieder durch Antonio Ferron für Unruhe sorgte. Kurz vor der Halbzeit holte Johnson dann Lucas Williamson vom Feld und brachte den 17-jährigen Lewis Hamlin - ein Debütant, der aussah, als wäre er direkt aus der U19 hereingelaufen. "Ich hab ihm gesagt, er soll einfach laufen, egal wohin", witzelte der Coach später. "Und ehrlich gesagt: Er hat’s gemacht!"

Doch kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, kippte das Spiel. Ibiza kam mit offenem Visier aus der Kabine, das Pressing blieb zwar aus, aber die Offensive schnurrte plötzlich. In der 49. Minute war’s dann soweit: Fernando Esteve flankte von rechts butterweich, und Ivica Gavrancic köpfte eiskalt zum 1:1 ein. "Ich hab nur die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", gestand der 21-Jährige hinterher. Hoffnung erfüllt.

Elche schüttelte sich kurz, versuchte’s wieder mit jugendlichem Elan. Mihajlovic blieb der Aktivposten, prüfte den Gäste-Keeper Ernst Heinemann gleich mehrfach (50., 65., 68., 85.), aber der Name war Programm - der Mann im Ibiza-Tor blieb ernst, ruhig und unüberwindbar. "Ich dachte, der hat Magneten in den Handschuhen", knurrte Mihajlovic nach dem Abpfiff halb lachend.

Die Partie blieb intensiv, ohne unfair zu werden - na ja, fast. Daniel Bernard sah in der 66. Minute Gelb, weil er den Ball eher weggrätschte als spielte. Auf der Gegenseite holte sich Fernando Esteve in der 88. Minute ebenfalls den gelben Karton ab, vermutlich aus Solidarität.

Statistisch war’s ein Duell auf Augenhöhe: 13 Torschüsse für Elche, 8 für Ibiza, Ballbesitz knapp verteilt (49,5 % zu 50,5 %). Elche bissiger in den Zweikämpfen (52 % gewonnen), Ibiza dafür abgeklärter im Aufbau. "Wir hätten das zweite Tor machen müssen", haderte Johnson. "Aber vielleicht wollten die Jungs zu schön spielen - Instagram-tauglich halt." Sein Gegenüber Koller grinste nur: "Wir haben den Punkt verdient. Und Sonne gab’s gratis."

Als der Schlusspfiff ertönte, blieb ein Gefühl von "verpasster Gelegenheit" in der Luft. Elche hätte das Spiel gewinnen können, vielleicht sogar müssen, doch Ibiza nahm clever das Tempo raus, wann immer es gefährlich wurde.

Im Innenraum scherzte Mihajlovic noch mit Gegner Gavrancic: "Nächstes Mal schießen wir beide doppelt." Worauf der nur trocken antwortete: "Dann steht’s wieder 2:2 - und keiner ist glücklich."

So endete ein lauer Fußballabend mit einem Resultat, das man wohl als gerecht bezeichnen muss - wenn man Gerechtigkeit in 90 Minuten Fußball überhaupt finden kann.

Und während die Fans langsam die Tribünen verließen, sagte ein älterer Herr auf der Haupttribüne zu seinem Enkel: "Früher hätten die das in der 92. noch gedreht." Der Junge nickte ehrfürchtig. Vielleicht glaubt er’s. Vielleicht glaubt er auch, dass Fußball immer so aufregend ist. Und wer weiß - an diesem Abend in Elche war er das tatsächlich.

11.07.643987 18:17
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Es ist egal, ob ein Spieler bei Bayern München spielt oder sonstwo im Ausland.
Erich Ribbeck
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager