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Elche tanzt Talavera schwindelig - 3:0 und kein bisschen müde

Ein lauer Februarabend, 20:30 Uhr, 30.783 Zuschauer im Estadio Manuel Martínez Valero - und einer dieser Spiele, bei denen man schon nach zehn Minuten ahnt: Das wird ein langer Abend für die Gäste. UD Elche überrollte UD Talavera am dritten Spieltag der spanischen Segunda División mit 3:0 (3:0) und nahm dabei schon zur Pause das Tempo raus.

Schon in der 5. Minute klingelte es erstmals im Kasten der Talaveranos. Jorge Veloso, gerade einmal 20 Jahre alt, fasste sich nach einem kurzen Doppelpass mit Rechtsverteidiger Alberto Nene ein Herz und drosch den Ball aus 18 Metern in den Winkel. "Ich habe eigentlich nur die Latte anvisiert, aber der Ball hatte heute wohl bessere Pläne", grinste Veloso später im Interview. Sein Trainer Mike Johnson kommentierte trocken: "Wenn er das wirklich so wollte, dann sollte er ab morgen bitte alle Standards schießen."

Talavera, das sich auf eine ruhige Anfangsphase eingestellt hatte, taumelte kurz wie ein Boxer nach einem unerwarteten Haken. Bevor sie sich sortieren konnten, legte Elche nach: In der 24. Minute spielte der erfahrene Mittelfeldlenker Daniel Bernard einen Pass durch die Schnittstelle, Javi Hernando startete perfekt und schob eiskalt ein - 2:0. "Ich hab’s kommen sehen", murmelte Talaveras Keeper Alfonso Galan später, "aber leider auch nur das."

Das Publikum in Elche roch Blut, und die Hausherren spielten weiter wie entfesselt. Nur acht Minuten später, in der 32. Minute, machte der 19-jährige Jamie Wyler den Sack zu. Nach Vorarbeit von Veselin Mihajlovic schlenzte er den Ball ins lange Eck - 3:0. Was danach folgte, war eher ein Trainingsspiel mit Publikum.

Elche schaltete zurück, Talavera hatte zwar etwas mehr Ballbesitz (50,8 Prozent), aber das war reine Kosmetik. Die Gastgeber feuerten insgesamt 23 Torschüsse ab, während Talavera mit mageren fünf Abschlüssen kaum Gefahr ausstrahlte. Der junge Torwart Duarte Derlei von Elche hätte sich theoretisch einen Liegestuhl mitbringen können - mehr als zwei ernsthafte Paraden musste er nicht zeigen.

Einziger Schönheitsfehler auf Seiten der Gastgeber: Zwei Gelbe Karten, eine für Linksverteidiger Libor Abraham nach einem rustikalen Einsteigen in Minute 30, und eine für Dalia Levinger, die in der 79. Minute etwas zu leidenschaftlich in einen Zweikampf ging. "Dalia spielt, als ginge’s um Leben und Tod - aber das mag ich", meinte Coach Johnson augenzwinkernd.

In der zweiten Halbzeit versuchte Talavera, mit ruhigem Passspiel wieder Ordnung zu finden. "Wir wollten das Spiel beruhigen", erklärte Mittelfeldmann Sergi Mino, "aber Elche hat uns einfach keine Luft gelassen." Tatsächlich stellte Johnson in der 46. Minute auf aktives Pressing um - ein Schachzug, der Talavera jeglichen Spielaufbau raubte.

Die beste Chance der Gäste hatte Fabian Kraft, der alte Routinier im Sturm, in der 67. Minute. Sein Schuss strich nur Zentimeter am Pfosten vorbei - ein Moment, in dem das Stadion kurz den Atem anhielt, ehe die Heimfans erleichtert aufjubelten. Danach war die Luft raus.

Zum Ende hin gönnte Johnson seinen Youngstern noch ein paar Minuten: In der 89. kamen Jack Grealish (nein, nicht der von Manchester City, sondern das 18-jährige Elche-Talent gleichen Namens) und Raul Yanez für die erschöpften Flügelspieler Hernando und Mihajlovic. "Ich wollte ihnen zeigen, wie sich Applaus anfühlt, wenn man 3:0 führt", so Johnson mit einem Lächeln.

Talavera-Coach (dessen Name man sich an diesem Abend wahrscheinlich lieber nicht merken wollte) stand derweil stoisch an der Linie. Sein Assistent murmelte ihm irgendwann zu: "Vielleicht hätten wir doch etwas mehr Pressing üben sollen." Worauf der Chef angeblich antwortete: "Pressing hilft nicht, wenn man dem Ball nur hinterherschaut."

Am Ende blieb es beim klaren 3:0 - ein Ergebnis, das Elche souverän an die obere Tabellenhälfte bringt und Talavera mit vielen Fragen zurücklässt. Die Statistik sprach Bände: Mehr Schüsse, mehr Entschlossenheit, mehr jugendlicher Übermut auf Seiten der Gastgeber.

Trainer Johnson fasste es zum Schluss treffend zusammen: "Wir haben heute gezeigt, dass man mit Mut, Tempo und ein bisschen Wahnsinn Spiele früh entscheiden kann." Und als der Stadionsprecher die Zuschauer verabschiedete, hallte aus der Kurve ein singendes "Olé, Elche!" - nicht poetisch, aber vollkommen verdient.

Denn wenn man nach 45 Minuten schon Feierabend machen könnte, hat man im Fußball einiges richtig gemacht.

22.06.643990 03:23
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