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Elche siegt jung und wild - Talavera verzweifelt an jugendlicher Unbekümmertheit

UD Elche hat am 11. Spieltag der spanischen Segunda División einen 2:1‑Heimsieg gegen UD Talavera eingefahren - und das mit einer Mannschaft, deren Durchschnittsalter eher an eine U‑21 als an ein Profiteam erinnert. 24 909 Zuschauer im Estadio Manuel Martínez Valero bekamen ein Spiel zu sehen, das zwar nicht immer glänzte, aber nie langweilig wurde: jung, wild, manchmal naiv, aber eben auch mitreißend.

Schon in der 17. Minute sorgte Javi Hernando für das erste Raunen des Abends. Der 20‑jährige Rechtsaußen nahm den Ball nach feinem Zuspiel von Georges Simard volley - ein Treffer, der selbst den hartgesottenen Talavera‑Abwehrchef Marcel Rieger kurz innehalten ließ. "Ich hab nur den Schatten des Balls gesehen", stöhnte er später. Elche führte 1:0 und spielte mit dem Selbstbewusstsein einer Truppe, die noch nie etwas von Angst gehört hat.

Talavera dagegen begann eigentlich gar nicht schlecht. Cesc Botin, der 34‑jährige Routinier im Sturm, prüfte Elches jungen Keeper Duarte Derlei bereits nach neun Minuten. Der hielt, grinste und klopfte sich den Ball ab, als sei’s ein Trainingsspiel. "Er ist frech wie Oskar", sagte Trainer Mike Johnson später und grinste väterlich. "Aber genau das braucht diese Mannschaft."

Nach dem frühen Rückstand suchte Talavera sein Heil im Angriff, kam aber selten durch. Der Ballbesitz sprach mit 52 Prozent leicht für die Gäste, doch Elche hatte die klareren Aktionen. 13 Schüsse aufs Tor der Gastgeber standen am Ende acht von Talavera gegenüber. Und wenn Talavera mal durchkam, stand da immer ein Bein, ein Block oder schlicht ein junger Spieler, der einfach nicht wusste, dass er das nicht darf.

In der 30. Minute kassierte Xabier de los Reyes eine Gelbe Karte, als er sich in bester Rugby‑Manier in seinen Gegenspieler warf. "Ich wollte eigentlich nur den Ball treffen", entschuldigte er sich später mit einem Lächeln, das wohl nur in einer Mannschaft mit Altersdurchschnitt 19 durchgeht. Kurz darauf musste er verletzt raus, Archie Willoughby kam - und brachte prompt neuen Schwung über links.

Nach dem Seitenwechsel wurde es dann wild. Noch keine zehn Minuten waren gespielt, da erhöhte Emilio Molina auf 2:0. Federico Castello, ebenfalls zarte 19, hatte den Ball mit Übersicht in den Lauf gelegt, Molina fackelte nicht lange und schob überlegt ein. "Ich hab gar nicht nachgedacht", gestand er nach dem Spiel. "Vielleicht war genau das gut."

Talavera aber gab sich nicht geschlagen. In der 64. Minute schlug der alte Fuchs Cesc Botin zu - wer sonst? Eine butterweiche Flanke von Tomas Zubek, ein wuchtiger Kopfstoß des Routiniers, und plötzlich lebte das Spiel wieder. Derlei streckte sich vergeblich, 2:1.

"Da dachte ich kurz, jetzt kippt’s", gab Elche‑Coach Johnson zu. "Aber dann sah ich, wie Georges Simard sich den Ball schnappte und nach vorne sprintete - da wusste ich: Die Jungs wollen das Ding." Simard war der heimliche Motor, überall zu finden, mal als Passgeber, mal als Abräumer. Und natürlich holte er sich auch noch Gelb ab, in der 71. Minute - aus purer Begeisterung, könnte man sagen.

Talavera drückte in der Schlussphase, aber die Erfahrung wich der Verzweiflung. Botin versuchte es zwischen der 74. und 87. Minute gleich dreimal - jedes Mal vergeblich. "Ich hab’s mit Gefühl, mit Wucht, sogar mit Gebet versucht", fluchte er nach Abpfiff, "aber der Ball hatte heute andere Pläne."

Elche rettete das 2:1 mit Herz und jugendlichem Leichtsinn über die Zeit. Als der Schlusspfiff ertönte, fielen die grün‑weißen Talente einander in die Arme, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen. Johnson, der Trainer‑Erzieher, nahm’s gelassen: "Wenn man 19‑Jährige trainiert, muss man sie feiern lassen. Montag reden wir über Taktik."

Statistisch blieb’s eng: 48 Prozent Ballbesitz, 13 Abschlüsse, drei Gelbe Karten - aber eben zwei Tore mehr als nötig. UD Elche klettert damit weiter im Mittelfeld, während Talavera nach einer engagierten, aber glücklosen Vorstellung weiter im Tabellenkeller festhängt.

Zum Schluss noch ein Dialog, der sinnbildlich für diesen Abend steht. Als Cesc Botin nach Spielende dem jungen Georges Simard die Hand reichte, sagte er trocken: "Genieß das, Junge. In 15 Jahren wirst du’s vermissen." Simard grinste nur: "In 15 Jahren spiele ich vielleicht noch."

Und so blieb ein Abend, an dem Erfahrung gegen Leidenschaft verlor - und Elche einmal mehr bewies, dass man keine grauen Haare braucht, um clever zu spielen.

14.05.643987 21:14
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Verstärken können die sich, aber nicht auf der rechten Seite. Da bin ich. Ich komme selber aussem Pott. Mein Vater war auf der Hütte. Wenn ich wieder fit bin, zeig ich denen, wat malochen heißt.
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