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Elche ringt La?Coruna nieder - jung, wild, siegreich

Es war einer dieser lauen Februarabende, an denen Fußballstadien wie kleine Vulkane brodeln: 29 839 Zuschauer im Estadio Manuel Martínez Valero, ein Freitagabendspiel der 2. Liga Spanien, 34. Spieltag, Anstoß 20.30 Uhr. Und was UD Elche und CA La Coruna dann ablieferten, war nicht immer elegant, aber mitreißend wie ein alter Rocksong - laut, ungestüm und am Ende mit einem Happy End für die Gastgeber: 3:2 (2:2).

Elche begann stürmisch, als wolle man die Gäste gleich mit einem Tornado aus Torschüssen überrollen. Schon in der 5. Minute prüfte Dalia Levinger, die flinke Rechtsaußen, La Corunas Keeper Billy Carsley. Noch hielt der Jungtorhüter, doch in der 31. Minute war auch seine Standhaftigkeit dahin: Levinger traf nach feinem Zuspiel von Jamie Wyler. Das Stadion jubelte, Trainer Mike Johnson ballte die Fäuste - und schnaufte. "Ich hatte das Gefühl, sie haben vergessen, dass man nach einem Tor auch verteidigen muss", lachte er später.

Denn kaum vier Minuten später schlug La Coruna zurück. Jakob Schwarz, 19 Jahre jung, wirkte, als hätte er ein persönliches Abo auf Elches Strafraum. Nach Vorarbeit von Innenverteidiger Ashton Kennedy schob er eiskalt zum 1:1 ein. Und weil er gerade in Fahrt war, legte er in der 40. Minute gleich noch einen drauf, diesmal vorbereitet von Hugo Vazques. Plötzlich führte La Coruna 2:1 - und Elches Fans fragten sich, ob sie im falschen Film gelandet waren.

Doch kurz vor dem Pausenpfiff kam die Antwort: Veselin Mihajlovic, der bullige Linksaußen, traf nach Vorarbeit von Emilio Molina zum 2:2. Der Ausgleich fiel mitten in die Drangphase der Gäste, und der Jubel war so laut, dass selbst die Möwen über dem Mittelmeer kurz die Richtung verloren.

Zur Pause hatte Elche 11 Torschüsse, La Coruna ganze 4 - aber Tore zählen, nicht Statistiken. Noch nicht. "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen einfach weiterlaufen, bis der Rasen brennt", erzählte Johnson schmunzelnd. Und tatsächlich: Nach Wiederanpfiff erhöhte Elche den Druck, das Pressing wurde bissiger, das Passspiel flüssiger.

Der entscheidende Moment kam in der 67. Minute. Javi Hernando, der unermüdliche Rechtsaußen, traf nach einer butterweichen Flanke von Jamie Wyler zum 3:2. "Ich hab gar nicht gesehen, dass er flankt", grinste Hernando später. "Ich wollte eigentlich schon schimpfen, dass er nicht abspielt - und plötzlich war der Ball im Netz."

La Coruna versuchte danach alles. Trainer Reti Retinho gestikulierte wild an der Seitenlinie, brüllte Anweisungen, von denen vermutlich nur der vierte Offizielle jedes zweite Wort verstand. "Wir wollten offensiv bleiben", erklärte er nach dem Spiel, "aber Elche hat uns mit ihrem Pressing aufgefressen." Seine Jungs kamen nur noch sporadisch vors Tor - sieben Abschlüsse insgesamt, drei davon von Schwarz, einer von der Eckfahne, die wohl mehr gelitten hat als Elches Torhüter.

In der 88. Minute sah dann La Corunas Ricardo Hernandez noch Gelb, nachdem er offenbar vergessen hatte, dass Grätschen nicht immer ein Liebesbeweis ist. Elche brachte das Spiel clever über die Zeit, auch wenn Ersatzkeeper Duarte Derlei, der zur Halbzeit für den jungen Artjom Kutschewski kam, noch einmal beherzt zupacken musste.

Am Ende sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: 56 Prozent Ballbesitz, 20 Torschüsse, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Elche war nicht nur effizienter, sondern schlicht wacher. La Coruna kämpfte, doch die Leichtigkeit lag auf Seiten der Gastgeber.

"Wir haben heute gelernt, dass man mit 19 Jahren schon Charakter zeigen kann", sagte Johnson nach dem Schlusspfiff. "Und dass Jamie Wyler anscheinend eine Flanke mit eingebautem GPS hat." Retinho konterte trocken: "Vielleicht kann er mir die Koordinaten schicken."

So endete ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Tore, Drama - und das Gefühl, dass in Elche gerade eine junge Mannschaft zusammenwächst, die mehr will als Mittelmaß. Die Fans sangen, die Spieler tanzten, und irgendwo in der Kabine soll Veselin Mihajlovic gerufen haben: "Wenn wir so weiterspielen, müssen sie uns bald in die Primera Division hochschieben!"

Ob das stimmt? Schwer zu sagen. Aber an diesem Abend lag ein Hauch von Zukunft in der Luft - und der schmeckte nach Schweiß, Rasen und süßem Sieg.

Und so ging der Ballast des Alltags im Jubel unter. UD Elche 3, CA La Coruna 2 - ein Ergebnis, das sich liest wie ein Versprechen: jung, wild, und gefährlich gut.

25.04.643990 06:13
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Klaus Toppmöller
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