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Elche dominiert - Malagueño verteidigt sich tapfer, aber vergeblich

Wenn man im Fußball von einem Klassenunterschied spricht, dann meint man genau das, was sich am Donnerstagabend im Estadio Ciudad de Málaga abspielte. UD Elche war zu Gast beim FC Malagueño - und brachte den Heimfans eine Lehrstunde in Sachen Ballkontrolle, Geduld und Effizienz. 0:2 hieß es am Ende, und ehrlich gesagt: Mit ein bisschen mehr Zielwasser hätte es auch doppelt so hoch ausgehen können.

Schon nach neun Minuten war die Richtung klar. Emilio Molina, der flinke Rechtsaußen der Gäste, setzte sich nach einem präzisen Pass von Federico Castello auf der rechten Seite durch und schlenzte den Ball aus 16 Metern ins lange Eck. So elegant, dass man fast vergessen konnte, dass dies die zweite spanische Liga ist. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Molina später im Interview, "aber manchmal entscheidet der Ball eben selbst, wo er hinwill."

Während Elche munter kombinierte, schien Malagueño in der Defensive festgewurzelt. Trainer Jan Mitz hatte seine Mannschaft defensiv eingestellt - und das war noch untertrieben. Kein Pressing, kaum Vorwärtsbewegung, und die Statistik sprach Bände: 45 Prozent Ballbesitz, ein einziger Torschuss. Ja, richtig gelesen: ein einziger. Juan Pablo Galisteo versuchte es in der 20. Minute aus der Distanz, aber der Ball flog so hoch, dass die Zuschauer auf der Tribüne kurz die Köpfe einzogen.

Elche dagegen feuerte aus allen Lagen. 21 Torschüsse, davon viele knapp vorbei oder glänzend pariert vom jungen Keeper Alex Remiro, der trotz der Niederlage zu den besten Malagueño-Spielern zählte. "Ich hatte das Gefühl, wir spielen Handball - sie kreisten und kreisten, und ich stand ständig unter Beschuss", sagte der 18-Jährige mit einem gequälten Lächeln.

Zur Pause stand es nur 0:1, und das war für Malagueño ein Erfolg. Doch wer glaubte, die zweite Hälfte würde besser, sah sich getäuscht. Elche schaltete einen Gang höher, presste nun aggressiv und zwang die Gastgeber zu Fehlern. In der 71. Minute fiel dann die Entscheidung: Jamie Wyler, der quirligste Flügelspieler des Abends, setzte sich auf links durch, passte quer, und Veselin Mihajlovic musste nur noch einschieben. 0:2 - und der Rest war Schaulaufen.

Malagueño verteidigte, was das Zeug hielt, gelegentlich mit etwas zu viel Leidenschaft. Cristobal Galindez sah früh Gelb (15.), und auch Elche sammelte im Laufe des Spiels ein paar gelbe Erinnerungen an die Intensität der Partie. Besonders Mihajlovic, der Torschütze, kassierte kurz vor Schluss noch eine Verwarnung - offenbar, weil er nach einem verpassten dritten Tor jubelnd in Richtung der Heimfans winkte. "Das war kein Spott, das war Freude", verteidigte er sich später, "aber vielleicht war es nicht der beste Moment."

Trainer Mike Johnson von Elche zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Wir hatten alles im Griff, aber wir müssen effizienter werden. 21 Schüsse und nur zwei Tore - da ist noch Luft nach oben. Trotzdem: ein verdienter Sieg." Sein Gegenüber Jan Mitz dagegen suchte nach Worten - und fand sie schließlich in trockenem Humor: "Wir haben das Spiel kontrolliert - also, zumindest den Anstoß und den Abpfiff."

Die 27.000 Zuschauer bekamen so immerhin ein Spektakel der besonderen Art: Ein Team, das Fußball spielte, und eines, das tapfer zuschaute. Immerhin hielt Malagueño das Ergebnis im Rahmen, und Torwart Remiro durfte sich mehrfach vom Publikum feiern lassen.

In den Schlussminuten wechselte Elche noch munter durch - Jack Grealish und Raul Yanez kamen für die beiden Offensivkräfte Javi Hernando und Mihajlovic. "Ich wollte den Jungs Spielzeit geben", erklärte Johnson, "und ehrlich gesagt, das Spiel war da schon entschieden."

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten selbst einige Heimfans anerkennend. UD Elche hatte nicht nur gewonnen, sondern dominiert. Malagueño hingegen wird sich fragen müssen, wie man mit einer so passiven Spielweise jemals Punkte holen will.

Vielleicht fasste es der junge Mittelfeldmann Albert Varela am besten zusammen: "Wir wollten kompakt stehen - das haben wir geschafft. Nur leider standen wir auch zu kompakt, um selbst mal rauszukommen."

Ein bitterer, aber ehrlicher Abend für den FC Malagueño. Elche dagegen reist mit breiter Brust heim, drei Punkte im Gepäck und der Gewissheit, dass man in dieser Form mehr als nur ein Aufstiegskandidat ist.

Und Malagueño? Nun ja - vielleicht sollte Trainer Mitz beim nächsten Mal nicht nur die Busse vor dem Tor parken, sondern einen davon auch Richtung gegnerisches Strafraumende schicken.

26.07.643990 20:36
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