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Eintracht Völlen wirft Millwall raus - mit Flügeln, Feuer und frechem Pressing

Wenn 39.573 Zuschauer an einem kalten Januarabend in Völlen den Atem anhalten, dann weiß man: Hier geht’s um mehr als nur ums Weiterkommen. Es geht ums Prinzip, ums Herz, um die kleine Eintracht, die den großen FC Millwall mit 2:0 (1:0) aus der Europaliga kegelte - und das mit einer Mischung aus taktischer Disziplin, mutigem Flügelspiel und der charmanten Frechheit einer Mannschaft, die einfach nicht weiß, wann sie aufhören soll zu rennen.

Schon in den ersten Minuten ließ sich ahnen, dass Trainer Dennis Hees seine Jungs aufgeladen hatte wie Duracell-Hasen. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn wir schon verlieren, dann mit Stil und Schweiß", grinste Hees nach dem Spiel - nur dass vom Verlieren nie etwas zu sehen war. Lewis Preston prüfte in Minute zwei Millwalls Keeper Ethan Caviness mit einem Strich aus 20 Metern, und das Stadion brummte wie ein Bienenstock.

Millwall antwortete prompt mit einer Reihe von Annäherungsversuchen - Bancroft, Davonport, Clancy - sie schossen, als wollten sie ein Loch in die Luft bohren. Doch Torwart Karsten Lange, Völlens Mann mit den ruhigsten Händen Ostfrieslands, pflückte alles herunter. "Der Ball war warm, ich aber eiskalt", witzelte der Keeper später mit einem Grinsen, das selbst den britischen Reporter neben mir zum Lachen brachte.

Das Spiel wogte hin und her, bis in der 36. Minute die rechte Seite der Völlener explodierte. Jakub Licka, der Mann mit der Lunge eines Marathonläufers, setzte zum Sprint an, flankte halbhoch in den Strafraum - und Rechtsverteidiger Ernesto Miguel, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, drosch den Ball mit der Entschlossenheit eines Stürmers ins Netz. 1:0, und die Eintracht explodierte. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Miguel später, "vielleicht war’s Glück, vielleicht göttliche Eingebung." Der Stadionsprecher klang, als hätte er gerade Weihnachten und Geburtstag zugleich.

Millwall, trainiert vom sonnengebräunten Sonny Crocket, wirkte kurz geschockt, dann wütend. "Wir hatten mehr Ballbesitz, aber sie hatten mehr Herz", musste Crocket später zugeben. Tatsächlich: 52 Prozent Ballbesitz der Gäste, aber 18 Torschüsse für Völlen - Effizienz geht anders, aber Leidenschaft schlägt Statistik.

Kurz vor der Pause dann die Szene des Abends: Tyler Boyle, Millwalls quirliger Rechtsaußen, stürzte nach einem Zweikampf unglücklich auf die Schulter. Während er behandelt wurde, rief ein Völlen-Fan von der Tribüne: "Kopf hoch, Tyler, du bist noch hübsch genug!" Die halbe Kurve lachte, der andere Teil applaudierte, und Boyle winkte tapfer ab - bevor er wenig später ausgewechselt werden musste.

Nach der Pause blieb das Spiel offen, doch Völlen lauerte, wartete - und schlug wieder zu. In der 68. Minute brachte Hees den frischen Marc Arredondo, ein Wechsel, der sich als Geniestreich entpuppen sollte. Fünf Minuten später stand Arredondo goldrichtig, als Innenverteidiger Joao Meireles eine Ecke verlängerte. Arredondo nahm die Kugel volley, und diesmal hatte Caviness keine Chance. 2:0, und die Völlener Bank wurde zum Springbrunnen aus Jubel und Umarmungen.

"Ich hab nur gehofft, dass ich den Ball richtig treffe", sagte Arredondo später mit hochrotem Kopf. "Und dann war er drin. Ich hab’s gar nicht glauben können." Trainer Hees dagegen wirkte gelassen - soweit man Gelassenheit mit wildem Armrudern und einem Schrei in den Nachthimmel beschreiben kann.

Millwall versuchte in der Schlussphase alles, doch Völlen verteidigte mit Zähnen, Nägeln und gelben Karten. Ernesto Miguel kassierte in der 72. Minute eine Verwarnung, die er mit einem schelmischen "War doch nur Liebe zum Spiel" kommentierte. Und als Hees ihn kurz darauf vom Platz nahm und den jungen Ivan Bilic brachte, bekam das Stadion noch einmal frischen Applaus für den Mann des Abends.

Am Ende stand ein 2:0, das sich wie ein Märchen anfühlte. Die Zuschauer sangen, die Spieler tanzten, und irgendwo zwischen Rauchfackeln und Freudentränen sagte Hees ins Mikrofon: "Wir sind vielleicht nicht die Größten, aber wir haben Flügel - und heute sind wir geflogen."

Millwall reiste enttäuscht ab, aber fair. Crocket lobte: "Völlen war heute einfach wacher. Wir hatten den Ball, sie hatten den Willen." Manchmal ist das der feine Unterschied im Fußball - und manchmal reicht ein rechter Verteidiger mit Stürmerinstinkt, um Geschichte zu schreiben.

Eintracht Völlen steht im Viertelfinale. Und wer weiß - vielleicht ist das erst der Anfang eines sehr langen Flugs.

24.10.643987 01:15
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