World Soccer
+++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++

Eintracht Völlen stolpert im Europaliga-Halbfinale - Solna effizient und eiskalt

Es war ein Abend, der eigentlich ganz nach dem Geschmack der 43.500 Zuschauer in der Völlener Arena begann: Flutlicht, Halbfinale, ein Gegner mit nordischem Understatement und ein Heimteam, das in den ersten Minuten spielte, als wolle es alle Zweifel an der eigenen Europatauglichkeit hinwegfegen. Doch am Ende jubelte AK Solna - abgeklärt, effizient, fast schon unverschämt cool. 1:2 hieß es nach 90 intensiven Minuten, und Eintracht Völlen wird sich fragen müssen, wie man ein Spiel mit 18:12 Torschüssen und 52 Prozent Ballbesitz verlieren kann.

Dabei schien alles angerichtet für einen dieser magischen Europapokalabende. Bereits in der zweiten Minute prüfte Martin Pudil Solnas Keeper Urban Brun mit einem satten Flachschuss, der nur haarscharf vorbei strich. Trainer Dennis Hees sprang an der Seitenlinie in die Luft, rief "Genau so, Jungs!" - und ahnte wohl noch nicht, dass er diesen Satz im Laufe des Abends zu oft wiederholen würde.

Denn anstatt in Führung zu gehen, kam Solna mit der ersten ernsthaften Aktion zum Treffer. In der 15. Minute kombinierte sich der schwedische Vizemeister schnörkellos durchs Zentrum, Baltsar Taube legte clever quer, und der 20-jährige Mittelfeldmotor Alf Abelson schob eiskalt ein. 0:1 - und das Stadion erstarrte kurz. "Wenn du denen so viel Platz gibst, machen sie dich kalt", murmelte ein Fan auf der Haupttribüne.

Völlen aber reagierte - und wie! Der agile Michael MacLachlan drehte auf, flankte, dribbelte, scheiterte, flankte wieder - und traf schließlich selbst. In der 41. Minute rauschte seine Direktabnahme nach Vorlage von Guillermo Mingo unhaltbar ins lange Eck. Das Stadion tobte, und MacLachlan grinste später: "Ich wollte eigentlich flanken. Aber manchmal hat der Fußball eben Humor."

Mit 1:1 ging es in die Pause, und die Statistiken zeigten ein ausgeglichenes Spiel - 9:6 Torschüsse, leichtes Übergewicht für die Eintracht, die angriffslustig über die Flügel kam. Trainer Hees blieb seiner Linie treu, hielt das System ausgewogen, während Solna unter Torsh Maakay weiterhin offensiv blieb, aber geduldig lauerte.

Die zweite Hälfte begann mit einer Welle roter Angriffe - Preston, Mingo, MacLachlan: alle probierten es, keiner traf. "Wir haben gespielt, als hätten wir ein Torverbot unterschrieben", stöhnte Preston nach der Partie. Und tatsächlich: während Völlen anlief, wartete Solna auf den Moment, den alle spürten - den einen Konter, der das Spiel kippen würde.

In der 68. Minute war es so weit: Rechtsverteidiger Ashton Clarke startete einen Ausflug nach vorn, flankte punktgenau auf Lewis Donovan, der völlig unbedrängt einköpfte. 1:2 - und plötzlich war es mucksmäuschenstill in der Arena. Nur der kleine Gästeblock feierte, nordisch nüchtern, aber mit maximaler Genugtuung.

Hees reagierte sofort, brachte Javier Coelho für Pudil, später noch den jungen Georges LaClaire, der prompt in der 87. Minute Gelb sah, als er mit entschlossenem Körpereinsatz die Solna-Offensive stoppte. "Er wollte zeigen, dass er da ist", kommentierte der Trainer trocken. "Hat geklappt."

Doch egal, wie sehr Völlen drückte - der Ball wollte nicht mehr über die Linie. Coelho prüfte Ersatzkeeper Greger Anderson (Solna hatte nach 68 Minuten den verletzten Brun ersetzen müssen) gleich dreimal, in der 86. und 89. Minute sogar brandgefährlich. Doch der junge Schwede im Tor hielt wie ein Mann, der seine Lebensversicherung auf diese Viertelstunde gesetzt hatte.

Am Ende blieb es beim 1:2, einem Ergebnis, das Solna in eine glänzende Ausgangsposition fürs Rückspiel bringt. "Wir wussten, dass Völlen viel Ballbesitz will. Wir wollten Tore", sagte Gästecoach Torsh Maakay und zwinkerte. "Mission erfüllt."

Eintracht-Trainer Hees hingegen wirkte gefasst, aber sichtlich unzufrieden: "Das war ein gutes Spiel, aber wir haben uns selbst geschlagen. Wir haben 18 Mal aufs Tor geschossen. Irgendwann muss der Ball rein."

Vielleicht hilft ja der Gedanke, dass im Fußball manchmal nicht die Schönsten, sondern die Effizientesten gewinnen. Solna war an diesem Abend beides - schön und effizient, kalt wie der skandinavische Winter.

Und Völlen? Muss nun im Rückspiel in Stockholm zeigen, dass man auch nördlich des Norddeichs Tore schießen kann. "Wir fliegen nicht zum Sightseeing", versprach MacLachlan mit einem Grinsen.

Vielleicht das letzte Lächeln eines Abends, an dem Eintracht Völlen alles tat - außer gewinnen.

19.03.643990 20:48
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ganz gut. Ich habe mich die ganze Nacht um seine Frau gekümmert!
Mario Basler auf die Frage, wie es Dietmar Hamann nach seinem Schlaganfall geht
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager