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Eintracht Völlen siegt eiskalt im finnischen Frost

Turku, 11. Januar 2026 - Wenn man an einem frostklaren Abend in Finnland Fußball spielt, kann schon das Atmen weh tun. Doch die 41.300 Zuschauer im Turku-Stadion bekamen genug zu sehen, um sich warm zu halten - zumindest emotional. Am Ende setzte sich Eintracht Völlen eiskalt und abgebrüht mit 2:0 (1:0) gegen Turun Palloseura durch und nahm drei solide Punkte aus der Europaliga-Gruppenrunde mit nach Hause.

Schon nach acht Minuten zeichnete sich ab, dass Turun ein ungemütlicher Abend bevorstand. Jakub Licka, der quirlig-schnellere rechte Mittelfeldmann der Deutschen, nahm eine butterweiche Hereingabe von Lewis Preston im Strafraum an, ließ mit einer geschmeidigen Drehung gleich zwei Finnen stehen und versenkte den Ball flach ins lange Eck. Während die finnischen Fans noch rätselten, ob das vielleicht Abseits gewesen sein könnte, jubelte Völlen längst im Schneegestöber.

Turun Palloseura reagierte durchaus beherzt. Zwischen der 10. und 45. Minute prüften Juhani Pasanen und der unermüdliche Shefki Kuqi den Völlener Keeper Karsten Lange mehrfach - insgesamt zehnmal feuerten die Finnen auf das Tor, aber entweder war Lange zur Stelle oder der Ball flog in die dritte Reihe. "Wenn du so oft schießt und keiner reingeht, fängst du irgendwann an, den Pfosten zu duzen", brummte Kuqi später in der Kabine.

Kurz vor der Pause wurde es ruppiger. Erst sah Eintrachts Rechtsverteidiger Ernesto Miguel Gelb, dann kassierte Turuns Innenverteidiger Jari Peltonen ebenfalls den Karton - und legte in Halbzeit zwei sogar noch mit Gelb-Rot nach (66.). "Ich habe nur den Ball gespielt", beteuerte Peltonen und zeigte dem Schiedsrichter eine Schneeflocke auf seinem Handschuh. Der Referee blieb unbeeindruckt.

Dass auch Völlen nicht zimperlich war, zeigte Joao Meireles, der innerhalb von 15 Minuten zweimal Gelb sah und ebenfalls früh duschen durfte (63.). Trainer Dennis Hees reagierte gelassen: "Joao wollte wohl zeigen, dass er auch im Schnee heiß laufen kann."

Trotz der numerischen Gleichheit fand Turku kein Mittel, um die stabile Defensive der Gäste zu knacken. Trainer Karl Heinz (ja, der heißt wirklich so) gestikulierte wild an der Seitenlinie, brachte in der 60. Minute frisches Blut: den jungen Jari Kuqi, der seinen Vater Shefki ersetzte. Das Publikum jubelte - Vater und Sohn in einem Europapokalspiel, das hat was. Nur: Es half nichts.

Im Gegenteil: Je länger das Spiel dauerte, desto cleverer wirkte Völlen. Mit kurzen Pässen, sicherem Kombinationsspiel und einem Schuss Abgeklärtheit ließen sie die Finnen ins Leere laufen. In der 81. Minute dann der endgültige Stich ins Herz des Heimteams: Zakhar Schitnik, der zentrale Mittelfeldmann mit der Ruhe eines Schachgroßmeisters, nahm einen Rückpass von Robbe Beck an und zirkelte aus 18 Metern präzise ins rechte obere Eck. Damit war die Sache entschieden.

"Das war kein Zufall, das war Physik", grinste Schitnik nach dem Spiel und deutete auf den Ball. "Der Wind kam genau richtig."

Während die Völlener Spieler jubelten, humpelte der bis dahin starke Michael MacLachlan kurz darauf verletzt vom Feld - ein Wermutstropfen im ansonsten glänzenden Auftritt der Gäste. Ersatzmann Marc Arredondo kam noch zu einem späten Kurzeinsatz.

Die Statistik sprach am Ende zwar leicht für Turku, was die Torschüsse (10:7) und Zweikampfquote (52 zu 48 Prozent) betraf, aber Fußball wird bekanntlich nicht nach Schönheitspunkten entschieden. Ballbesitz? Fast ausgeglichen. Tore? Da stand es 0:2 - und das zählt.

Trainer Hees fasste die Sache trocken zusammen: "Wir wollten über die Flügel kommen, ruhig bleiben und dann zuschlagen. Hat funktioniert. Und ehrlich gesagt: Bei minus fünf Grad hält man das nur mit Erfolgserlebnissen aus."

Heimcoach Karl Heinz hingegen suchte nach Worten - und fand sie schließlich mit nordischer Gelassenheit: "Wir hatten unsere Chancen. Aber wenn du vorne Pech und hinten Licka hast, verlierst du eben."

So endete ein Spiel, das vielleicht nicht in die Annalen der Fußballkunst eingehen wird, dafür aber als lehrbuchhafte Demonstration deutscher Effizienz im finnischen Winter.

Und irgendwo auf der Tribüne sah man noch einen kleinen Jungen im Kuqi-Trikot, der seinem Vater zuwinkte. Vielleicht dachte er: Irgendwann schieße ich das Tor, das heute gefehlt hat.

Eintracht Völlen kann’s egal sein - sie reisen mit warmem Herzen und drei Punkten nach Hause. Turun Palloseura hingegen bleibt nur der Trost, dass Schnee bekanntlich alles zudeckt - auch bittere Niederlagen.

14.05.643987 18:10
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