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Eintracht Völlen dreht das Spiel - und die Reds im Kreis

Eintracht Völlen hat das Viertelfinal-Hinspiel der Europaliga gegen die favorisierten Liverpool Reds mit 3:1 (0:1) gewonnen - und das nach einem Halbzeitstand, der noch alle Sorgen dieser Welt in die Gesichter der 43.500 Zuschauer geschrieben hatte. Am Ende aber wurde das Stadion zu einem einzigen Jubelmeer, während die Engländer konsterniert und mit gesenkten Köpfen in die Kabine tappten.

Dabei hatte alles nach einem typischen Europapokalabend ausgesehen: Flutlicht, Nebelschwaden, nervöse Heimfans - und ein Gegner, der so routiniert wirkte, als hätte er die Europaliga schon dreimal hintereinander gewonnen. Nach einem hektischen Beginn, in dem Liverpool früh zeigte, dass man sich nicht mit einem Unentschieden zufriedengeben wollte, fiel das 0:1 fast zwangsläufig. In der 15. Minute traf Ewan Burton nach feinem Zuspiel des quirligen Filipe Arias. Der Schuss aus spitzem Winkel zischte an Völlens Keeper Karsten Lange vorbei, der hinterher nur den Kopf schüttelte.

"Da war der Wurm drin", gab Völlens Trainer Dennis Hees später zu. "Wir standen zu weit weg, haben die Zweikämpfe verloren und sahen aus, als hätten wir Angst vor unserer eigenen Courage." Tatsächlich hatte Völlen zwar mehr Ballbesitz (am Ende 59 Prozent), aber kaum Durchschlagskraft in den ersten 45 Minuten. Lewis Preston ballerte dreimal aus der Distanz - einmal in die Wolken, einmal in die Bande, einmal ins Fangnetz. Der Stadionsprecher seufzte hörbar.

Zur Pause dann ein lautes Donnerwetter in der Kabine, wie man munkelt. Hees soll die berühmte "Tafel der Wahrheit" gezückt und seine Spieler gefragt haben, ob sie lieber Touristen oder Fußballer seien. Das zeigte Wirkung. Nach dem Seitenwechsel kam Völlen mit breiter Brust und neuem Elan zurück. Liverpool dagegen wechselte defensiv - und verwechselte dabei wohl "Verwaltung" mit "Verweigerung".

In der 61. Minute dann endlich der Ausgleich: Guillermo Mingo, zuvor wegen einer Gelben Karte aus Minute 53 sichtlich auf der Rasierklinge, fasste sich ein Herz. Nach einem präzisen Pass von Jakub Licka traf er aus 20 Metern flach ins rechte Eck. "Ich musste schießen", grinste Mingo später. "Dennis hat gesagt: Wenn du’s noch einmal querlegst, läufst du nach Hause."

Nun war Völlen in Fahrt. Zehn Minuten später (72.) übernahm Joris Manser die Hauptrolle: Nach einer butterweichen Hereingabe von Lennard Stoll drückte er den Ball mit der Innenseite über die Linie. Der Jubel war ohrenbetäubend, und Trainer Hees sprang mit einem Satz auf den Rasen - nicht ganz zur Freude des vierten Offiziellen.

Liverpool reagierte, brachte Ryan Winston und Giulio Lorusso, doch die Wechsel verpufften. Stattdessen verletzte sich Jörn Kofod in der 84. Minute bei einem unglücklichen Sprintduell und humpelte vom Platz. Trainer Kurt Kaiser wirkte an der Seitenlinie wie ein Mann, dem gerade der letzte Kaffee entzogen worden war. "Wir haben die Kontrolle verloren", murmelte er später. "Und Völlen hat Blut gerochen."

In der Nachspielzeit kam dann der endgültige Stich ins englische Herz: Wieder war es Mingo, der nach feiner Vorarbeit von Ivan Bilic den Ball über die Linie drückte - 3:1 in der 91. Minute! Eintracht Völlen drehte das Spiel, die Fans sangen, und auf der Bank umarmte Dennis Hees seine Assistenten, als hätte man gerade das Endspiel gewonnen.

Statistisch untermauerte Völlen den Sieg eindrucksvoll: 14 Torschüsse zu 8, Ballbesitz fast 59 Prozent, und in den letzten 20 Minuten ein Pressing, das Liverpool schlicht erdrückte. "Wir wollten zeigen, dass wir keine Statisten sind", sagte Kapitän Lennard Stoll. "Und wenn Guillermo so weitertrifft, nennen wir ihn bald nur noch ’El Tornado’."

Liverpool hingegen muss nun im Rückspiel an der Anfield Road eine kleine Fußballwunderleistung zeigen. Trainer Kaiser gab sich kämpferisch: "Daheim sind wir eine andere Mannschaft. Und Mingo darf nicht jeden Tag zweimal treffen."

Völlen dagegen lässt sich erst einmal feiern. Nach Schlusspfiff tanzten Spieler und Fans gemeinsam, während Hees mit einem schelmischen Grinsen in die Kameras sagte: "Ich hab immer gesagt, wir sind besser, wenn’s dunkel ist."

Ein Abend, an dem Mut belohnt wurde, Statistik zur Nebensache wurde - und Eintracht Völlen plötzlich wie ein europäischer Riese wirkte. Ob das im Rückspiel reicht, steht in den Sternen. Aber nach diesem 3:1 glaubt in Völlen plötzlich jeder daran, dass Wunder auch in Norddeutschland passieren können.

08.12.643987 22:30
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Der Vorteil von Trainern wie Branko Zebec und Ernst Happel war ihre kuriose Sprache. Die Spieler mussten sich stark konzentrieren, um zu verstehen, was sie meinten. Deshalb kam ihre Botschaft so gut rüber.
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