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Ein Tor reicht: FC Bystrc-Kninicky ringt Graffin Vlasim nieder

Das Flutlicht brannte hell über dem Stadion von Bystrc, 30.677 Fans froren und freuten sich zugleich - und am Ende reichte dem FC Bystrc-Kninicky ein einziges Tor, um Graffin Vlasim mit 1:0 niederzuringen. Ein Resultat, das nüchtern klingt, aber die 90 Minuten auf dem Rasen waren alles andere als trocken.

Schon nach einer Minute startete Gianmarco Morabito mit einem Schuss aufs Tor, als wolle er den Gästen zeigen: Heute wird geschossen, bis der Ball glüht. Und so kam es auch. Insgesamt 26 Mal durfte Vlasims junger Keeper Theodor Bolf die Arme hochreißen oder den Blick gen Himmel richten, während seine Vorderleute staunend zusahen, wie Bystrc eine Angriffswelle nach der anderen startete.

In der 11. Minute fiel schließlich das Tor des Abends - und, wie sich später herausstellen sollte, das Tor des Spiels. Carlos Fernandes, der 34-jährige Spielgestalter mit der Ruhe eines Schachgroßmeisters, nahm eine flache Hereingabe des 17-jährigen Jan Hogen auf und schlenzte den Ball unhaltbar ins lange Eck. Hogen jubelte, als hätte er den Treffer selbst erzielt, Fernandes hob bescheiden die Hand. "Ich musste nur den Fuß hinhalten", grinste er später in die Kameras. Trainer Carsten Achenbach kommentierte trocken: "Genau so haben wir’s im Training *nicht* geübt."

Vlasim, das laut Aufstellung offensiv beginnen wollte, wirkte vom frühen Rückstand sichtlich irritiert. Der einzige Torschuss der Gäste - ein Versuch von Jan Penicka in der 27. Minute - brachte Torwart Ivan Ivic eher zum Gähnen als zum Schwitzen. "Ich hätte fast den Ball verpasst, so selten kam einer", witzelte der Keeper nach Abpfiff.

Bystrc dominierte weiter den Ball (54,9 Prozent Ballbesitz) und das Geschehen. Santiago Aznar prüfte den Torwart gleich mehrfach, Luca Beck schoss, als gäbe es Extrapunkte für Zielwasser, und Karel Dostalek vergab zwei Chancen, die in jedem Lehrbuch unter "das muss ein Tor sein" stehen würden. "Ich wollte’s schön machen", murmelte Dostalek hinterher, als Achenbach vorbeiging und nur den Kopf schüttelte.

Zur Halbzeit gab’s Applaus und heißen Tee. Zwei Wechsel bei Bystrc, aber keine Änderung im Drehbuch: Angriff, Abschluss, kein Tor. Jason Krauss, frisch eingewechselt, tauchte mehrfach gefährlich auf, kam aber nicht an Bolf vorbei. Der junge Keeper von Vlasim wurde zum heimlichen Helden einer Mannschaft, die sich ansonsten tief einigelte.

Die zweite Halbzeit verlief wie ein Déjà-vu. Bystrc drückte, Vlasim verteidigte, und Zuschauer auf der Haupttribüne begannen, die Zahl der vergebenen Chancen laut mitzuzählen. "Sechzehn!", rief jemand nach einer weiteren Parade Bolfs. "Siebenundzwanzig!", kam die Antwort - leicht übertrieben, aber sinngemäß korrekt.

In der 82. Minute sah Adriano Moutinho Gelb, nachdem er einen Konter rüde unterband. "Ich wollte ihn nur umarmen", sagte der Linksverteidiger lachend. Drei Minuten später folgte eine Verwarnung für Radoslav Bolf auf Seiten der Gäste, der offenbar dachte, ein Tritt in den Ballbeinenbereich sei eine legitime Form der Raumdeckung.

Als der Schlusspfiff ertönte, jubelte Bystrc, als hätte man die Meisterschaft gewonnen. Schließlich war der Gegner mit einem einzigen Schuss aufs Tor davongekommen, und das Ergebnis 1:0 spiegelte nicht ansatzweise das Kräfteverhältnis wider.

Trainer Achenbach zeigte sich trotzdem zufrieden: "Wir haben 26 Mal aufs Tor geschossen, also 25 Mal zu oft für mein Herz." Sein Gegenüber, dessen Name die Statistik gnädig verschweigt, fasste es realistischer: "Wenn man nur einmal schießt, ist 0:1 schon ein Wunder."

So ging ein Abend zu Ende, an dem Fußballfreunde viel Offensivdrang, wenig Effizienz, aber immerhin einen Treffer sahen. Fernandes’ Schlenzer bleibt das Bild des Spiels - elegant, präzise, und so selten wie ein Tor aus 26 Versuchen.

Und irgendwo im Stadion soll ein Fan nach dem Abpfiff gesagt haben: "Das war schön, aber beim nächsten Mal bitte ein zweites Tor - zur Sicherheit."

Damit wäre alles gesagt über einen Abend, an dem der FC Bystrc-Kninicky bewies, dass Dominanz zwar nicht immer belohnt wird, aber manchmal reicht ein einziger Moment, um 30.000 Menschen glücklich nach Hause zu schicken.

15.07.643990 01:24
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Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
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