Gazeta Sportowy
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Ein Punkt und viele Fragen: Tychy und Pruszkow trennen sich 1:1

Es war ein Abend, wie ihn die 1. Liga Polen liebt: Flutlicht, 20.250 Zuschauer, ein bisschen Drama - und am Ende ein Ergebnis, das niemandem so richtig hilft und doch irgendwie alle zufriedenstellt. GKS Tychy und SK Pruszkow trennten sich am 27. Spieltag 1:1. Zwei Tore in der ersten Hälfte, viel Kampf in der zweiten, und ein paar vergebliche Versuche, das Spiel noch in eine Richtung zu lenken.

Die Partie begann unterkühlt - nicht nur meteorologisch, sondern auch fußballerisch. In den ersten Minuten war der Ball mehr im Mittelfeld als irgendwo sonst. Dann aber, in der 23. Minute, brach Brandon Prentiss den Bann. Der pfeilschnelle Rechtsaußen von Tychy nahm einen Pass von Ethan Macleod auf, täuschte einen Schuss an, ließ einen Verteidiger aussteigen und drosch den Ball in die Maschen. "Ich dachte kurz, ich hätte zu weit vorgelegt", grinste Prentiss später, "aber dann hab ich einfach draufgehalten - typisch Ami-Style."

Die Fans tobten, die Tribünen wackelten, und Trainer Christian Reuss klatschte zufrieden in seine Handschuhe. Doch die Freude währte kurz. Nur neun Minuten später - 32. Minute - schlug SK Pruszkow zurück. Grzegorz Chalaskiewicz, im Mittelfeld der ruhende Pol der Gäste, stand nach einer flachen Hereingabe von Jerzy Augustyn goldrichtig und schob eiskalt zum Ausgleich ein. "Wir wussten, dass Tychy nach dem Tor etwas zu offen stand", erklärte später Pruszkows Coach Stefan Petruck. "Grzegorz hat das clever ausgenutzt - der Mann hat einfach ein Radar für diese Räume."

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Pruszkow hatte etwas mehr Ballbesitz (50,1 Prozent) und insgesamt 15 Torschüsse, doch die Gastgeber hielten mit 12 Abschlüssen ordentlich dagegen. "Es war kein Schachspiel, eher ein Boxkampf mit Ball", meinte Reuss trocken. In der Tat: Beide Teams pressten kaum, sondern warteten auf Fehler - und die kamen reichlich.

In der zweiten Halbzeit zeigte sich, dass beide Seiten zwar wollten, aber nicht wirklich konnten. Chalaskiewicz prüfte Tychys Keeper Ratajczyk gleich dreimal zwischen Minute 49 und 56, doch der Schlussmann parierte mit beeindruckender Ruhe. Auf der anderen Seite versuchte Prentiss erneut, das Glück zu erzwingen (67. und 75.), scheiterte aber an Torwart Sousa, der einen Sahnetag erwischt hatte.

Die Wechsel brachten frischen Wind, aber keine Tore. Bei Tychy kam der junge Patryk Rudy für den müden Grzegorz Zuraw (52.), und auf der linken Abwehrseite ersetzte Diego Meira den erschöpften Radomski (57.). Bei Pruszkow sorgte der 18-jährige Tomasz Mieciel für jugendliche Unbekümmertheit. "Ich hatte nur eine Aufgabe: rennen", lachte der Teenager nach der Partie - und das tat er, wenn auch meist vergeblich.

Die letzten zehn Minuten gehörten den Gästen. Kowalik und Mieciel feuerten aus allen Lagen, doch entweder stand Ratajczyk im Weg oder der Ball fand den Weg in die kalte Nacht von Tychy. In der 94. Minute hatte dann Grzegorz Zuraw - inzwischen wieder auf dem Platz, gefühlt - die letzte Chance, setzte den Ball aber knapp über die Latte.

Als Schiedsrichter Nowak endlich abpfiff, atmeten beide Trainer tief durch. "Ein gerechtes Ergebnis", sagte Petruck diplomatisch. Reuss dagegen wirkte etwas gereizter: "Wenn du so viele Chancen hast und trotzdem nur 1:1 spielst, dann ist das... nennen wir’s mal unglücklich."

Die Statistik sprach tatsächlich eine Sprache der Balance: Ballbesitz fast pari, Zweikampfquote bei 49,5 zu 50,4 Prozent, Torschüsse 12:15. Und trotzdem hatte das Spiel etwas - diese Mischung aus Emotion, Verzweiflung und der leisen Ahnung, dass es auch 3:3 hätte stehen können, wenn beide Teams nicht so sehr auf Sicherheit bedacht gewesen wären.

Auf der Tribüne kommentierte ein älterer Fan trocken: "Wenn sie so weiterspielen, schaffen sie’s beide in die Europa League - der Geduldigen." Ironie, die in Tychy offenbar dazugehört.

Am Ende blieb es beim 1:1. Kein Feuerwerk, aber ehrlicher Arbeiterfußball, der die Zuschauer zwar nicht von den Sitzen riss, aber immerhin mitfiebern ließ. Und vielleicht, ganz vielleicht, war dieser eine Punkt für beide mehr wert, als es auf den ersten Blick scheint.

Oder, wie Prentiss es mit einem Augenzwinkern formulierte: "Unentschieden sind wie Vanilleeis - keiner liebt sie, aber man kann damit leben."

06.12.643987 20:15
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