Football Today
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Ein Payne für Port Vale - Hull Tigers siegen knapp mit 1:0

Es war einer dieser Abende in Stoke-on-Trent, an denen die Flutlichtmasten mehr Glanz versprühten als das Spielgeschehen selbst. 23.278 Zuschauer hatten sich im Vale Park eingefunden, um Port Vale FC gegen die Hull Tigers zu sehen - und sie bekamen ein zähes 0:1 zu sehen, das weniger nach Fußballfest, sondern eher nach englischem Winterregen schmeckte.

Trainer Otze Machet hatte seine Vale-Elf wie gewohnt defensiv eingestellt - "erst mal sicher stehen" war wohl das Motto. In der ersten Halbzeit funktionierte das sogar ganz ordentlich. Hulls Sturmtrio um den quirligen Luca Engelhardt suchte zwar fleißig den Abschluss (der junge Deutsche prüfte Torwart Waldemar Dalsgaard gleich dreimal in der ersten Halbzeit), doch der Ball wollte einfach nicht rein. Dalsgaard flog, hechtete und sortierte zwischendurch noch seine Handschuhe - "Ich hatte so viel zu tun, dass ich vergessen habe, wie kalt es war", grinste er später in der Mixed Zone.

Port Vale setzte auf Nadelstiche. Finlay Latham, der rechte Flügelflitzer, hatte in Minute 17 und 40 die besten Chancen, scheiterte aber jeweils an Hulls Keeper Joel Eliot, der mit stoischer Ruhe parierte. "Ich glaube, er hat den Ball angezogen wie ein Magnet", murmelte Latham nach dem Spiel, bevor er sich mit Eispack aufs rechte Knie verabschiedete - er verletzte sich kurz vor Schluss und musste raus.

Die Gelben Karten für Carl Strauss (33.) und Mika Pyykkö (49.) passten zum Bild: viel Einsatz, wenig Ertrag. Trainer Machet kommentierte trocken: "Wir haben gekämpft, als ginge es um den letzten Parkplatz vorm Stadion. Nur das Toreschießen haben wir wieder vergessen."

Hull dagegen kombinierte gefällig, wenn auch nicht immer zielstrebig. Ihre 13 Torschüsse (Port Vale kam auf sieben) zeigten, wer hier das Spiel diktierte - auch wenn der Ballbesitz mit 50,3 zu 49,7 Prozent fast ausgeglichen war. Die Tigers spielten kurzfristig sogar so viel Kurzpassspiel, dass man meinte, Pep Guardiola hätte mal kurz reingeschaut. Doch es dauerte bis zur 66. Minute, ehe der Bann brach.

Cesc Zapatero, der zuvor schon ein paar Mal über links gewirbelt war, legte quer in den Strafraum. Lewis Payne kam angerauscht, nahm den Ball direkt - und traf mit einem satten Schuss zum 0:1. "Ich hab einfach draufgehauen", sagte Payne hinterher lachend. "Ich dachte, wenn schon keiner trifft, mach ich’s eben selbst." Trainer Mathias Oergel nickte zufrieden: "Genau das war der Plan - irgendwann sollte einer einfach mal draufhauen."

Nach dem Rückstand versuchte Port Vale, den Schalter umzulegen, aber der Motor blieb stotternd. Vincenzo Curinga und Simon Boutin probierten es aus der Distanz (58. und 59. Minute), doch Hulls Abwehr stand wie eine Mauer in einem schlecht gelaunten Pub. Selbst die späten Versuche von Leon Bancroft (86.) verpufften.

Die Szene des Spiels gehörte vielleicht gar nicht Payne, sondern Luca Engelhardt. Der Linksaußen der Tigers schoss nicht weniger als sechs Mal aufs Tor, traf aber nie. "Ich werde heute Nacht von Dalsgaard träumen - und das ist kein Kompliment", seufzte er halb belustigt.

Als Schiedsrichter Harper nach 96 Minuten abpfiff, reckten die Tigers die Fäuste, während Port Vale enttäuscht zusammensackte. Ein Blick auf die Statistik zeigte, dass es kein unverdienter Sieg war - Hull war bissiger in den Zweikämpfen (52,5 % gewonnen) und insgesamt gefährlicher.

"Wir haben heute das Spiel kontrolliert", resümierte Oergel mit einem Anflug von Understatement. "Aber wir hätten’s uns leichter machen können. Wenn Luca seine Chancen nutzt, steht’s 3:0." Trainer Machet hingegen hob die Stirn: "Ein Punkt wäre verdient gewesen - aber verdient ist im Fußball ja selten was."

So blieb es beim knappen 0:1, das Hull drei wichtige Zähler im Aufstiegskampf bringt, während Port Vale weiter im Mittelfeld dümpelt.

Ein älterer Fan auf der Tribüne brachte es beim Hinausgehen auf den Punkt: "Wir haben alles gesehen - Grätschen, Flanken, Schmerzen, Payne. Nur keine Tore von uns."

Und damit war der Abend im Vale Park perfekt zusammengefasst - mit einem Schuss Ironie, einem Tor zu viel für Hull und einer Portion britischem Durchhaltevermögen.

04.11.643987 10:51
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