Fréttablaðið
+++ Sportzeitung für Island +++

Ein Akranes-Sturm fegt Reykjavik weg - 5:0!

IA Akranes hat am 33. Spieltag der 1. Liga Island ein Fußballfest gefeiert, das den 14.655 Zuschauern im heimischen Stadion noch lange im Gedächtnis bleiben dürfte. Mit einem furiosen 5:0 über KR Reykjavik schoss sich die Mannschaft von Trainer Benno Showmann nicht nur Frust von der Seele, sondern auch in einen wahren Rausch.

Schon ab der ersten Minute war klar, wer an diesem frostigen Februarabend das Heft in der Hand hielt. Akranes spielte kontrolliert, ballsicher (knapp 56 Prozent Ballbesitz) und zielstrebig. Reykjavik dagegen rannte hinterher - und das meist ohne Ball. "Wir wollten ruhig bleiben und uns nicht vom Wetter oder vom Gegner nervös machen lassen", grinste Showmann später mit roter Nase und einem Becher heißem Kaffee in der Hand.

Der erste Jubel brandete in der 25. Minute auf. Der 19-jährige Hugo Vidarsdottir, der aussieht, als wäre er gerade erst von der Schulbank gekommen, schlenzte den Ball nach Pass von Everhart Vanderveer unhaltbar ins rechte Eck. "Ich hab gar nicht gesehen, dass der Ball drin war", gab der junge Isländer lachend zu. "Ich wollte eigentlich nur flanken!" Manchmal hilft jugendliche Unschuld.

Reykjavik antwortete mit zwei harmlosen Distanzschüssen, die Akranes-Keeper Harald Lindblom eher als Abwechslung vom Frieren empfand denn als Bedrohung. "Ich hätte fast die Handschuhe ausgezogen, so wenig war los bei mir", sagte er nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern.

Kurz nach Wiederanpfiff dann der Doppelschlag, der das Spiel endgültig entschied. In der 46. Minute war es der Routinier Vanderveer selbst, der nach Vorlage von Gordej Kantschelskis das 2:0 markierte - ein flacher Schuss, so präzise, dass man ihn mit dem Lineal hätte ziehen können. Nur drei Minuten später hätte er fast nachgelegt, aber der Pfosten hatte etwas dagegen.

Das 3:0 fiel in der 65. Minute, als Mihaly Braun nach einem perfekten Steilpass von Vanderveer durch war und überlegt abschloss. "Ich hab kurz überlegt, ob ich den Torwart umspiele - aber dann dachte ich, warum kompliziert?", erklärte Braun trocken. Eine Minute später durfte wieder der Jungspund Vidarsdottir ran: Nach feinem Zuspiel von Linksverteidiger Jan Rausch traf er diesmal mit einem satten Volley - 4:0. Reykjavik war nun endgültig in Einzelteile zerfallen.

Dass Kantschelskis in der 86. Minute noch das 5:0 drauflegte, passte zum Abend wie die Polarlichter zum isländischen Himmel. Wieder war Vanderveer beteiligt, der an diesem Tag drei Torvorlagen und ein eigenes Tor verbuchte - eine Leistung, die jeden Fantasy-Manager in Verzückung versetzt hätte.

Statistisch gesehen war das Ergebnis ebenso deutlich wie auf der Anzeigetafel: 23:4 Torschüsse, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und das bei einem Team, das laut Taktikdaten "ausgewogen" spielte - also offenbar ohne sichtbare Anstrengung. Reykjavik dagegen wirkte so ausgeglichen, dass es fast lethargisch war.

Einziger Wermutstropfen für Akranes: Jan Rausch sah in der 78. Minute Gelb, nachdem er an der Seitenlinie ein taktisches Foul beging. "Ich hab den Ball gespielt", behauptete er nach dem Spiel - was sein Gegenspieler Tord Norman mit einem sarkastischen "Welchen Ball?" kommentierte.

Trainer Showmann zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht euphorisch: "So ein Spiel darf man nicht überbewerten. Wir haben gut gespielt, ja, aber nächste Woche zählt’s wieder bei null." Ein Satz, der so bescheiden klang, dass selbst der Stadionsprecher schmunzeln musste.

Von KR Reykjavik war nach dem Abpfiff wenig zu hören. Ein Spieler murmelte in Richtung Kabine etwas von "Albtraum in Gelb-Schwarz", während Trainer und Team schweigend in den Bus stiegen. Verständlich - bei 5:0 und nur vier Torschüssen gibt es wenig zu diskutieren.

Für IA Akranes dagegen war es ein Abend zum Genießen. Die Fans sangen, die Spieler lachten, und irgendwo im Hintergrund sah man den 19-jährigen Hugo Vidarsdottir mit einem Becher Kakao und einem breiten Grinsen.

"Wenn das so weitergeht", sagte ein älterer Fan mit rauer Stimme, "dann muss Reykjavik bald wieder Ski fahren statt Fußball spielen." Ein Satz, der an diesem Abend wohl niemandem widersprechen wollte.

Ein klarer Sieg, fünf Torschützenjubel, null Zweifel - IA Akranes hat gezeigt, wer im Norden das Kommando hat. Und Reykjavik? Die werden sich warm anziehen müssen - nicht nur wegen des Wetters.

13.04.643990 16:30
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Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
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