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Premjer-Liga | 23. Spieltag | 28.07.26 | Dynamo Wologda - Topedo Moskau 3:1 Wologda begann mit der Haltung einer Mannschaft, die nicht lange nach dem richtigen Eingang zum Strafraum suchen wollte. Bereits in der fünften Minute prüfte Alexader Morosow den Moskauer Torhüter Max Lewis. Innokenti Chomutow und der 17-jährige Miron Iwanow legten kurz darauf nach. Torpedo hatte zwar nominell eine offensive Ausrichtung gewählt, doch vom angekündigten Angriffswillen war zunächst ungefähr so viel zu sehen wie von einem Regenschirm in einem Schneesturm. In der 19. Minute war es dann so weit: Rafael Solana traf zur Führung. Carlos Frechaut hatte den Angriff vorbereitet, Solana vollendete - und Wologda durfte zum ersten Mal an diesem Abend ernsthaft darüber nachdenken, ob drei Punkte nicht doch angenehmer wären als nur einer. "Wir wollten mutig auftreten, aber nicht kopflos", sagte Trainer Borzinsky nach dem Spiel sinngemäß. Das ist im Fußball ungefähr die höfliche Umschreibung für: Wir hatten einen Plan, und diesmal hat er sogar funktioniert. Sieben Minuten später erhöhte Wasili Fedotow auf 2:0. Solana lieferte die Vorarbeit, Fedotow blieb auf der rechten Seite aufmerksam und schob ein. Die Heimfans sangen, sprangen und verlangten vermutlich schon vorsorglich nach einer Statue. Torpedo aber war noch nicht bereit, sich der Dramaturgie kampflos zu ergeben. In der 28. Minute verkürzte Antip Koroljuk auf 1:2. Aristarkh Brysgalow hatte den Treffer vorbereitet, und plötzlich war die Partie wieder offen. "Nach dem Anschlusstreffer wurde es kurz unangenehm", wäre ein plausibler Satz aus der Wologda-Kabine gewesen - wohlgemerkt eine szenische Rekonstruktion, kein dokumentiertes Originalzitat. Auf der Tribüne dürfte die Stimmung jedenfalls zwischen "Das wird ein Fest" und "Warum ist Fußball eigentlich so kompliziert?" gewechselt haben. Nach der Pause übernahm Wologda wieder zunehmend die Kontrolle. 55,55 Prozent Ballbesitz sprechen eine klare Sprache, auch wenn der Ballbesitz im Fußball gelegentlich wie ein Haustier ist: Man kann ihn besitzen und trotzdem nicht wissen, was er gerade anstellt. Dynamo brachte den Ball zudem 16-mal gefährlich aufs Tor, Torpedo nur achtmal. In den Zweikämpfen lag Wologda mit 54,11 Prozent ebenfalls vorn. In der 60. Minute fiel die Entscheidung. Miron Iwanow bereitete vor, Borislaw Kuskin traf zum 3:1. Der 34-Jährige belohnte damit eine starke Phase der Gastgeber und ließ Torpedo endgültig hinterherlaufen. Die Moskauer bemühten sich, doch ihre Chancen blieben überschaubar. Bosko Melunovic und Koroljuk versuchten es mehrfach, während Wologda immer wieder nachlegte. Für Torpedo wurde es in der 78. Minute noch bitterer: Mikhail Pawljutschenko sah nach seiner zweiten Gelben Karte Gelb-Rot. Ein Abend, an dem selbst die Karten offenbar mehr Konsequenz zeigten als die Moskauer Defensive. Wologda brachte den Vorsprung anschließend über die Zeit. Trainer Borzinsky dürfte beim Schlusspfiff innerlich bereits den Satz formuliert haben, den Trainer in solchen Momenten besonders lieben: "Am Ende zählt das Ergebnis." Und das lautete: 3:1. Dynamo Wologda war an diesem Abend nicht immer makellos, aber deutlich zielstrebiger - und Torpedo Moskau musste feststellen, dass man mit acht Torschüssen, einem Platzverweis und viel guter Absicht selten einen Auswärtssieg bestellt. 28.07.2026 21:14 |
Sprücheklopfer
Wunderschön, mit dem Außenspann, teilweise mit dem Vollspann.
Günter Netzer