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Premjer-Liga | 21. Spieltag | 26.07.26 | Dynamo Wologda - FK Novosibirsk 2:1 Dynamo-Coach Mike Borzinsky hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt: aggressiv, schussfreudig und offenbar mit der ausdrücklichen Erlaubnis, nicht auf die perfekte Gelegenheit zu warten. "Wenn ihr schießt, kann der Ball wenigstens nicht beleidigt behaupten, wir hätten es nicht versucht", soll Borzinsky seinen Spielern sinngemäß mitgegeben haben. Die Wologdaer nahmen den Hinweis ernst. Schon nach sieben Minuten prüfte Rafael Solana erstmals das Tor der Gäste, drei Minuten später war er erfolgreicher. Nach Vorarbeit von Alexader Morosow traf der rechte Mittelfeldspieler zum 1:0. Solana hatte zuvor bereits zweimal den Abschluss gesucht - der dritte Versuch war dann nicht mehr höflich, sondern entscheidend. Auf der Tribüne kommentierte ein Zuschauer trocken: "Er hat sich warmgeschossen. Der Torwart leider auch." Novosibirsk blieb zunächst im eigenen, ausgewogenen Plan. Die Gäste wollten sicher kombinieren, spielten ohne aktives Pressing und suchten eher die gute als die spektakuläre Chance. Tristan Van Butsel gab in der 15. Minute ein erstes Warnsignal ab. Doch Wologda blieb gefährlicher. Zakhar Tatartschuk scheiterte in der 26., 31. und 34. Minute, Borislaw Kuskin und der erst 17-jährige Miron Iwanow sorgten ebenfalls für Unruhe. Die Gastgeber schossen schon vor der Pause aus allen Lagen - ganz im Sinne ihrer taktischen Vorgabe "anytime". Nicht jeder Versuch war ein Meisterwerk, aber auch nicht jeder Brief muss ein Roman sein. Mit der knappen Führung ging es in die Pause. Novosibirsk hatte bis dahin zwar nicht viel weniger Ballbesitz, fand aber nur schwer in die gefährlichen Räume. Das änderte sich unmittelbar nach Wiederanpfiff. In der 50. Minute erzielte Van Butsel nach Vorlage von Thomas Lochiel den Ausgleich. Lochiel hatte kurz zuvor zweimal den Abschluss gesucht und war nun als Vorbereiter zur Stelle. 1:1 - plötzlich war die Partie wieder offen, und auf der Dynamo-Bank dürfte die allgemeine Entspannung ungefähr das Niveau eines gespannt gezogenen Gummibands erreicht haben. Wologda reagierte nicht mit Rückzug, sondern mit weiterem Druck. In der 60. Minute kam Vitali Aldonin für Ferdi Kiskanc, später sah Aldonin die Gelbe Karte. Novosibirsk hatte inzwischen mehr vom Ball - am Ende waren es 53,98 Prozent -, doch Ballbesitz erwies sich einmal mehr als höfliche Formulierung für "Wir hatten ihn öfter". Die klareren Aktionen blieben bei Dynamo. In der 70. Minute belohnte sich Wologda. Iwanow, mit 17 Jahren der jüngste Spieler auf dem Platz, traf nach erneuter Vorarbeit von Morosow zum 2:1. Ein bemerkenswerter Moment für den Youngster, der zuvor bereits einen Torschuss abgegeben hatte und nun zeigte, dass jugendlicher Übermut manchmal einfach genau richtig liegt. "Ich habe nicht lange nachgedacht", hätte Iwanow nach dem Abpfiff sagen können. "Das war wahrscheinlich der Vorteil." Novosibirsk warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorn, doch Dynamo verteidigte den Vorsprung mit Einsatz. Die Gäste kamen auf elf Torschüsse, Wologda auf 16. Auch bei den Zweikämpfen lagen die Hausherren knapp vorn. Santiago Ramos suchte in den letzten Minuten mehrfach die Entscheidung, musste sich aber mit dem knappen Erfolg begnügen. So blieb es beim 2:1. Borzinskys Mannschaft war offensiver, mutiger und vor allem effizienter in den entscheidenden Momenten. Novosibirsk hatte den Ball, Wologda hatte die Punkte. Im Fußball ist das ungefähr so, als besitze einer die Landkarte und der andere den Schlüssel zum Ziel. 27.07.2026 12:52 |
Sprücheklopfer
Wir haben einen Hund zu Hause, der ist acht Wochen alt. Der hat am letzten Sonntag völlig verstört unter dem Sofa hervor geschaut. Denn als Bremen in Dortmund das 3:1 erzielt hat, habe ich einen Schrei losgelassen, dass die Wände wackelten.
Uli Hoeneß