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Premjer-Liga | 18. Spieltag | 29.08.26 | FK Naro-Fominsk - Dynamo Wologda 0:1 Um 20.30 Uhr rollte der Ball - und Dynamo war offenbar der Meinung, dass man sich mit langen Anlaufphasen nicht aufhalten müsse. Bereits in der ersten Minute prüfte Sorin Zare die Defensive der Gastgeber. Naro-Fominsk antwortete umgehend durch Vitali Mironow und Anton Perwuchin. Fußball, wie er im Lehrbuch steht: erst einmal kräftig anklopfen, bevor jemand die Tür öffnet. Diese Tür ging in der zehnten Minute auf. Zare setzte sich auf der rechten Seite in Szene und bediente Cristobal Mendes. Der 20-jährige zentrale Mittelfeldspieler blieb ruhig und brachte Dynamo Wologda mit 1:0 in Führung. Ein Angriff, zwei junge Protagonisten, ein Treffer - Effizienz kann manchmal fast unhöflich wirken. Mendes hatte zuvor bereits selbst aufs Tor geschossen und bewies damit, dass er an diesem Abend nicht nur als höflicher Gastgeber für gegnerische Abwehrreihen vorgesehen war. Naro-Fominsk ließ sich vom Rückstand nicht entmutigen. Eldar Malzew suchte mehrfach den Abschluss, Okan Kiskanc probierte es aus der rechten Offensive, später tauchte auch Roman Ryschkow immer wieder in der Nähe des Wologdaer Strafraums auf. Gabri Celis und Thomas Graves beteiligten sich ebenfalls am munteren Schießen. Nur: Zwischen "aufs Tor" und "ins Tor" liegt im Fußball bekanntlich eine Entfernung, die sich nicht in Metern messen lässt, sondern in Verzweiflung. In einer szenischen Rekonstruktion des Abends dürfte die Unterhaltung an der Seitenlinie ungefähr so geklungen haben. Ein Naro-Fominsker Spieler: "Wir haben doch genug Chancen." Ein Mitspieler: "Ja, aber das Tor steht noch immer an derselben Stelle." Dynamo-Trainer Mike Borzinsky hätte darauf vermutlich trocken geantwortet: "Solange Mendes getroffen hat, darf es dort ruhig stehen bleiben." Tatsächliche Trainerzitate liegen zu dieser Partie nicht vor; die Szene ist daher augenzwinkernd nachgestellt. Auch nach der Pause blieb die Partie ausgeglichen, allerdings nicht ereignislos. Dynamo trat weiterhin mit einer ausgewogenen Grundordnung auf, agierte aggressiver und schoss aus praktisch jeder halbwegs vertretbaren Lage. Naro-Fominsk setzte dagegen eher auf den sicheren Abschluss und suchte geduldig den besseren Moment. Pressing betrieben beide Mannschaften laut taktischer Momentaufnahmen nicht - offenbar sollte der Gegner den Ball freiwillig behalten dürfen, damit niemand auf die Idee kam, das Spiel könne zu anstrengend werden. Die Zahlen unterstreichen das enge Duell: Naro-Fominsk kam auf 14 Torschüsse, Dynamo auf 16. Beim Ballbesitz lagen die Gastgeber mit 50,8 Prozent knapp vorn, Wologda kam auf 49,2 Prozent. Auch bei den Zweikämpfen war der Unterschied minimal: 49,5 Prozent für Naro-Fominsk, 50,5 für Dynamo. Es war also kein Spiel der großen Dominanz, sondern eines der kleinen Vorteile - und des einen großen Moments in der zehnten Minute. Sorin Zare blieb bis in die Schlussphase gefährlich, Santiago Ramos und Marc Matthieu sorgten ebenfalls für Unruhe. Auf der anderen Seite versuchten Ryschkow, Graves und Mironow weiter, das Ergebnis zu korrigieren. Doch Dynamo verteidigte den Vorsprung mit jener Mischung aus Konzentration und Pragmatismus, die bei knappen Auswärtssiegen gern als Reife bezeichnet wird und beim Gegner eher als persönliche Beleidigung ankommt. So blieb es beim 0:1 (0:1). Dynamo Wologda nimmt drei Punkte mit, Cristobal Mendes seinen Treffer - und Naro-Fominsk die Erkenntnis, dass 14 Torschüsse zwar ordentlich klingen, aber leider keine Tore sind. Sonst wäre Fußball vermutlich deutlich leichter. 29.08.2026 21:20 |
Sprücheklopfer
Das ist das Problem in Frankfurt: Hier muss einer nur dreimal mit dem Hintern wackeln, und schon ist er ein guter Spieler.
Jupp Heynckes