Athlitiki Icho
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Drama trotzt Athen - Gerechtes 1:1 nach packendem Schlagabtausch

Ein lauer Februarabend, 17.226 Zuschauer im Stadion von Drama, Flutlicht, Spannung, und am Ende ein Ergebnis, das niemandem so recht schmecken wollte: Doxa Drama und AEL Athen trennten sich am 34. Spieltag der griechischen Superliga mit 1:1. Es war ein Spiel, das alles hatte - Chancen, Temperament, ein bisschen Theatralik und den obligatorischen Schiedsrichter, der sich wünschte, er hätte sich für Schach entschieden.

Von Beginn an ließ Doxa Drama keinen Zweifel daran, dass man das letzte Heimspiel der Saison mit einem Feuerwerk beenden wollte. Schon in der sechsten Minute prüfte Stamatis Photopoulos den Athener Torwart Frangiskos Ravoussis mit einem satten Schuss aus 18 Metern. Eine Minute später versuchte es Vyron Georgiadis - diesmal zischte der Ball nur knapp über die Latte. Trainer Androklis Papazoglou sprang da schon wie ein aufgedrehter Dirigent an der Seitenlinie herum, applaudierte wild und rief: "So will ich das sehen! Druck, Jungs!"

Das Publikum folgte seinem Taktstock. Drama dominierte die erste Halbzeit, 52 Prozent Ballbesitz, 18 Torschüsse insgesamt - und endlich, in der 39. Minute, belohnte sich die Mannschaft. Vyron Georgiadis, der flinke Rechtsaußen mit dem unerschütterlichen Selbstbewusstsein eines Rockstars, traf nach einer schnellen Kombination aus dem Mittelfeld. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste er später, "und gehofft, dass der Ball diesmal nicht in der Tribüne landet."

Athen, bis dahin eher im Beobachtermodus, schien durch das Gegentor wachgerüttelt. Kurz nach Wiederanpfiff, kaum hatte man den Kaffee der Halbzeitpause ausgetrunken, schlug der Gast zurück: Odysseas Papaioannou (nein, kein Verwandter des gleichnamigen Doxa-Spielers, betonte er lachend) traf in der 46. Minute zum Ausgleich - nach Vorlage von Sergej Repnew, der sich auf der rechten Seite durchgetankt hatte. Es war der erste ernsthafte Angriff der Athener - und gleich ein Volltreffer.

"Wir wussten, dass Doxa stark anlaufen würde", erklärte Athen-Trainer mit verschmitztem Lächeln nach dem Spiel. "Aber wir haben sie kommen lassen. Das war... sagen wir: Teil des Plans." Ein Plan, der allerdings wenig weiteren Ertrag brachte. AEL Athen kam im gesamten Spiel auf nur fünf Torschüsse.

Doxa dagegen rannte an, als ginge es um die Meisterschaft. Frangiskos Halkias wirbelte über links, Basinas und Chatzi feuerten aus allen Lagen, und jedes Mal rauschte der Ball knapp vorbei oder Ravoussis fischte ihn mit den Fingerspitzen heraus. "Wenn wir ein Tor mehr machen, reden alle von einem großen Sieg", knurrte Trainer Papazoglou nach Abpfiff. "So reden sie von Pech. Aber Pech kann man trainieren - hat mir mal jemand gesagt."

Das Publikum quittierte die Schlussszene mit stehenden Ovationen. In der 85. Minute noch einmal Savvas Chatzi, dessen Schuss Ravoussis mit einem unglaublichen Reflex an den Pfosten lenkte. Es war, als hätte das Tor selbst beschlossen, heute kein zweites Mal getroffen zu werden.

Natürlich blieb es nicht ohne Karten - ein gelb-roter Hauch von Drama (im wahrsten Sinne): Avgerinos Amanatidis sah in der 29. Minute Gelb, Achilleas Kyrgiakos in der 73., und Nick Meissner in der 79. - alle drei wegen "übermotivierter" Zweikampfführung. "Wenn das Foulspiel ein Tanz wäre", meinte ein Zuschauer augenzwinkernd, "hätten wir heute eine Ballettaufführung gesehen."

Statistisch war Doxa Drama die klar bessere Mannschaft: mehr Schüsse, mehr Ballbesitz, bessere Zweikampfquote. Doch Fußball ist eben kein Mathematikunterricht. Athen nahm den Punkt dankend mit, Drama fluchte über die Ungerechtigkeit des Fußballs - und irgendwo in der Kabine summte sicher jemand leise den Blues der vergebenen Chancen.

"Es war ein gerechtes Unentschieden", meinte schließlich Athen-Torschütze Odysseas Papaioannou. "Beide Teams wollten gewinnen, keiner hat’s geschafft. Klassischer griechischer Kompromiss."

Doxa-Coach Papazoglou dagegen dachte gar nicht an Versöhnung: "Wir hätten das Spiel schon in der ersten Halbzeit entscheiden müssen. Aber immerhin - wir haben gezeigt, dass wir Fußball spielen können. Und das ist ja heutzutage schon was."

So endete ein intensiver Fußballabend, an dem Drama das Spiel bestimmte, Athen die Effizienz auf seiner Seite hatte - und beide Teams am Ende mit einem Punkt leben mussten. Die Fans gingen zufrieden nach Hause, einige mit heiserer Stimme, andere mit der Frage: Was wäre gewesen, wenn der Pfosten in der 85. Minute zwei Zentimeter weiter links gestanden hätte?

In Drama weiß man die Antwort: Dann wäre es kein Drama gewesen.

25.04.643990 10:05
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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