Sportovni Noviny
+++ Sportzeitung für Tschechien +++

Dostaleks Dreierpack lässt Bystrc-Kninicky jubeln

Es war ein kalter Januarabend in Bystrc, aber die 30.105 Zuschauer im Stadion des FC Bystrc-Kninicky dürften sich schnell warmgeklatscht haben. Grund dafür: ein junger Mann namens Karel Dostalek, 22 Jahre alt, Mittelstürmer, und an diesem 25. Spieltag der 1. Liga Tschechien schlichtweg nicht zu stoppen. Drei Tore beim 3:0 gegen den FK Mutenice - und zwar so selbstverständlich, dass man sich fragte, ob der Ball vielleicht einen Magneten im Fuß des jungen Tschechen hatte.

Das Spiel begann, wie man es von einem Heimteam mit offensiver Ausrichtung erwarten durfte - mit vollem Einsatz, aggressiv in den Zweikämpfen, aber ohne hektisches Pressing. Trainer Carsten Achenbach hatte seine Jungs auf "Attacke, aber mit Köpfchen" eingestellt. "Wir wollten zeigen, dass wir auch ohne 60 Prozent Ballbesitz Spaß haben können", grinste Achenbach nach dem Spiel. Tatsächlich lag der Ballbesitz bei nur 45 Prozent, aber das war an diesem Abend völlig egal.

Die Mutenicer, taktisch ausgeglichen, technisch sauber, aber erschreckend harmlos, hielten zunächst ordentlich dagegen. In der 18. Minute prüfte Dostalek den Gästetorwart Jan Necas erstmals mit einem satten Schuss - ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. Raphael Herzog, der Routinier auf der rechten Seite, sah in der 19. Minute Gelb, weil er etwas zu deutlich klarstellte, wer im eigenen Stadion das Sagen hat. "Ich wollte ihm nur beim Aufstehen helfen", scherzte Herzog später.

Dann kam die 29. Minute: Herzog flankte butterweich in den Strafraum, Dostalek stieg hoch, setzte zum Kopfball an - 1:0. Keine 60 Sekunden später wiederholte sich das Schauspiel in anderer Besetzung: Claude Carrier spielte einen genialen Steilpass, Dostalek nahm den Ball mit der Brust und schob eiskalt ein - 2:0. Zwei Tore in zwei Minuten, und der Gästetrainer soll, so erzählen es Tribünenzeugen, nur gemurmelt haben: "Das war so nicht im Plan."

Mutenice versuchte zu reagieren, hatte mit Jan Plisek ihren aktivsten Mann, der zwischen der 40. und 50. Minute gleich dreimal aufs Tor schoss. Doch Torhüter Lewis Giles war aufmerksam - und ein wenig Glück war auch dabei. "Den einen habe ich mit dem Knie gehalten, den anderen mit dem Gesicht - zählt beides", lachte Giles nach Abpfiff.

Nach dem Seitenwechsel veränderte sich wenig am Bild: Mutenice hatte zwar mehr Ballbesitz, aber Bystrc-Kninicky die Ideen. Die Gastgeber wechselten in der 62. Minute gleich dreimal, um frische Beine zu bringen - Jason Krauss, Raphael Herzog und Adam Davonport gingen, dafür kamen Jerome Simard, Gianmarco Morabito und erneut Krauss, der später sogar noch zwei Mal gefährlich abschloss. Ja, in Bystrc laufen Wechsel manchmal so schnell, dass man sich fragt, ob die Stadionanzeige mithalten kann.

Einziger Wermutstropfen für Mutenice: Gelbe Karten für Louis Benett (62.) und Jan Brabec (94.), die eher aus Frust über das Ergebnis resultierten als aus böser Absicht. Trainer Achenbach kommentierte süffisant: "Wenn der Gegner Karten sammelt, wissen Sie, dass er nicht mehr an den Ball kommt."

Die Schlussphase gehörte dann wieder Dostalek. In der 86. Minute, als Mutenice schon längst die Köpfe hängen ließ, nutzte er eine weitere Unachtsamkeit und vollendete mit seinem dritten Treffer. Keine Vorlage, kein Schnörkel - einfach rein damit. 3:0, Feierabend.

Statistisch gesehen war das Spiel eine kleine Paradoxie: 24 Torschüsse der Hausherren bei weniger Ballbesitz, während Mutenice mit 55 Prozent Ballkontrolle nur fünf Mal wirklich gefährlich wurde. Achenbachs Philosophie passte dazu: "Ballbesitz ist wie Kuchen - schön anzusehen, aber entscheidend ist, wer ihn isst."

Der Mann des Abends, Dostalek, blieb bescheiden. "Ich wollte einfach Spaß haben. Am Ende waren es halt drei Tore - passiert", sagte er mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen jugendlicher Unschuld und berechneter Coolness lag. "Vielleicht geb ich nächste Woche auch mal einen Pass."

So endete ein Abend, an dem der FC Bystrc-Kninicky nicht nur drei Punkte, sondern auch jede Menge Selbstvertrauen tankte. Die Fans sangen sich heiser, die Spieler klatschten sich lachend ab, und Trainer Achenbach verschwand mit einem zufriedenen Grinsen in der Kabine.

Oder, wie ein Zuschauer beim Hinausgehen sagte: "Wir haben weniger den Ball gesehen, aber mehr Tore. Ich nehm lieber das Zweite."

Und irgendwie hatte er recht.

04.11.643987 10:48
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Was soll man schon erwarten? Der hat früher immer Dynamo Ost-Berlin zum Titel gepfiffen.
Otto Rehhagel über einen Schiedsrichter
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager