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Dortmunds Achterbahnfahrt: 3:3 gegen mutige Linxer

Ein lauer Märzabend, 20:15 Uhr, Flutlicht in Dortmund - und 4716 Zuschauer, die vermutlich nicht wussten, ob sie gerade ein Regionalligaspiel oder eine emotionale Therapiestunde besuchen. BV Dortmund und der SV Linx trennten sich nach 90 intensiven Minuten 3:3, ein Ergebnis, das so gerecht wie verrückt war.

Schon früh deutete sich an, dass die Defensive beider Teams eher symbolischen Charakter haben würde. In der 19. Minute brachte Peter Hildebrandt die Dortmunder in Führung - ein Schuss aus halbrechter Position, vorbereitet von Linksverteidiger Emanuele Petrizzi, der kurz zuvor noch Gelb gesehen hatte. "Ich wollte einfach zeigen, dass ich nicht nur foulen kann", grinste Petrizzi nach dem Spiel.

Doch Linx, trainiert vom stoisch wirkenden Michal Dickschat, ließ sich nicht beeindrucken. Bernt Kühne, 33 Jahre jung und mit der Ruhe eines Mannes, der schon alles gesehen hat, glich in der 39. Minute aus. Nur fünf Minuten später drehte Wolfgang Seitz die Partie - nach Vorlage des quirlig-jungen Detlev Miller. Dortmunds Trainer Herbert Krunkel schüttelte an der Seitenlinie nur den Kopf. "Ich hab gesagt: Jungs, wir spielen Fußball, kein Pingpong", gab er später trocken zu Protokoll.

Zur Halbzeit stand es 1:2, und die Fans auf der Südtribüne diskutierten hitzig: "Das ist doch kein Regionalligafußball, das ist Netflix live!", rief einer lachend in Richtung der Presseplätze.

Krunkel reagierte zur Pause doppelt: Agemar Aganzo und der junge Kurt Baer mussten runter, Torsten Schenk und Issac Buskirk kamen. Viel änderte sich zunächst nicht - die Dortmunder rannten an, Linx konterte.

In der 63. Minute dann der Ausgleich: Der 18-jährige Otto Gudjohnsen besorgte mit einem satten Linksschuss das 2:2, eingeleitet vom technisch feinen 17-jährigen Noe Velez. "Ich hab gar nicht gezielt", gab Gudjohnsen ehrlich zu, "ich hab einfach draufgehauen. Wenn’s reingeht, beschwert sich keiner."

Doch kaum war das Stadion wieder wach, traf Linx erneut. Der eben noch als Vorbereiter glänzende Detlev Miller schnappte sich in der 68. Minute den Ball und donnerte ihn ins Netz - 2:3. Dortmunds Abwehr? Kurz im kollektiven Mittagsschlaf.

Gelbe Karten flogen in dieser Phase häufiger als Spielbälle: Baer auf Dortmunder Seite, Shepherd auf Linxer - beide wohl etwas übermotiviert. "Ich wollte nur den Ball treffen", verteidigte sich Shepherd später, "aber der Ball wollte nicht."

Dann kam wieder Peter Hildebrandt. In der 74. Minute setzte er sich auf rechts durch, wieder nach Pass des unermüdlichen Noe Velez, und traf zum Endstand von 3:3. Ein Tor, das das Stadion beben ließ. Kurz darauf durfte Hildebrandt unter Applaus raus, ersetzt von Simon Jacob - die Fans verabschiedeten ihren Doppeltorschützen mit stehenden Ovationen.

Die Schlussphase war wild und offen. Dortmund hatte durch Gebhardt (84.) und Recber (90.) noch Chancen, Linx antwortete mit zwei gefährlichen Abschlüssen von Joshua Merz (87.) und Mark Fritsch (88.). Dass es beim Remis blieb, war vor allem den Torhütern zu verdanken - und vielleicht dem Schiedsrichter, der irgendwann einfach genug hatte.

Statistisch gesehen war es ein Duell auf Augenhöhe: 11 Dortmunder Torschüsse standen 8 Linxer gegenüber, Ballbesitz leicht zugunsten der Gäste (51,4 zu 48,6 Prozent). Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier - Dortmund gewohnt offensiv, Linx taktisch ausgewogen, aber in den letzten Minuten mit vollem Risiko.

"Ein Spiel für die Zuschauer, nicht für schwache Nerven", fasste Linx-Coach Dickschat zusammen. Krunkel konterte mit einem Grinsen: "Ich sag’s mal so - wir haben drei Tore geschossen, aber auch drei kassiert. Das ist mathematisch korrekt, aber emotional schwer zu verdauen."

Und so verließen die 4716 Fans das Stadion mit dem Gefühl, etwas erlebt zu haben, das man nicht planen kann: ehrlichen, unberechenbaren Fußball. Einer rief beim Hinausgehen: "Wenn das so weitergeht, bring ich beim nächsten Mal Popcorn mit!"

Vielleicht gar keine schlechte Idee. Denn wenn BV Dortmund und SV Linx wieder aufeinandertreffen, ist Spannung garantiert - und wahrscheinlich wieder ein Ergebnis, das keiner so richtig erklären kann.

Schlusswort? Nun ja, wer 3:3 spielt und trotzdem lächelt, hat verstanden, dass Fußball manchmal mehr Komödie als Kalkül ist.

10.08.643993 21:33
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