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Dolphins retten sich mit einem Schuss ins Pokal-Viertelfinale

Es gibt Spiele, da fragt man sich, ob Fußball wirklich ein Mannschaftssport ist - oder ob das Schicksal manchmal einfach nur Spaß versteht. Die Ashdod Dolphins haben am Freitagabend im Pokal gegen Hapoel Ramat PKI mit 1:0 gewonnen - und das, obwohl sie fast das ganze Spiel über aussahen, als würden sie lieber Angeln gehen. Ein Schuss aufs Tor, ein Treffer. Effizienz in ihrer reinsten Form.

"Ich würde sagen, das war unser Plan", grinste Dolphins-Trainer Avi Ben-Lulu nach dem Abpfiff, während sein Gegenüber Marco Maciadi nur still in seine Wasserflasche starrte. "Wir wollten Ramat PKI in Sicherheit wiegen - und dann zuschlagen." Ob das wirklich der Plan war, bleibt fraglich, aber funktioniert hat er.

Das Spiel begann, wie es die Statistik später erzählen sollte: einseitig. Schon in der ersten Minute donnerte Hapoels Youngster Yaniv Vilner den Ball Richtung Tor, nur Zentimeter vorbei. In der neunten Minute wieder - diesmal direkt auf Torhüterin Tzipi Arens, die an diesem Abend zur Heldin werden sollte. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", sagte sie später lachend. "Ich glaub, sie haben zwölfmal auf mich geschossen. Einer war schwer - der Rest war Training."

Dann kam die zehnte Minute, und Ashdod hatte plötzlich Lust auf Fußball. Jitzchak Hanegbi, der sonst eher als unermüdlicher Ballverteiler glänzt, zog nach einer Vorlage von Vicente Meira einfach mal ab - und traf. 1:0. Die 32.000 Zuschauer im Stadion rieben sich die Augen: Das war der erste Schuss der Dolphins, und es sollte auch der letzte bleiben.

Was danach folgte, war eine 80-minütige Lehrstunde im Überleben. Ramat PKI spielte, als ginge es um ihre Ehre, und vielleicht war es das ja auch. Yaniv Mitzna wirbelte auf der linken Seite, Edvin Kolvidsson prüfte in der 44. Minute erneut Arens, und Alfonso Djalo verzweifelte gleich mehrfach an der gut organisierten Defensive der Dolphins. "Wir haben alles versucht", seufzte Maciadi später. "Nur das Tor hat gefehlt. Und vielleicht ein bisschen Glück. Oder zwei."

Die Zahlen sprachen eine deutliche Sprache: 58 Prozent Ballbesitz für Hapoel, zwölf Torschüsse, keine Tore. Ashdod? 41 Prozent Ballbesitz, ein Schuss, ein Tor. In der Wirtschaft würde man das "optimale Ressourcennutzung" nennen. Auf dem Fußballplatz nennt man es schlichtweg Wahnsinn.

In Minute 77 wurde die Geduld der Gäste endgültig strapaziert - Mitzna sah Gelb, nachdem er Shimon Spiegler etwas zu innig in den Arm genommen hatte. "Ich wollte nur den Ball", verteidigte er sich später, "aber Spiegler stand halt im Weg."

Kurz vor Schluss dann noch ein Schreckmoment: Menachem Solodkin verletzte sich nach einem Zweikampf und musste durch Borislaw Adamow ersetzt werden. Die Szene passte zum Spiel - viel Kampf, wenig Glanz, aber jede Menge Herzblut.

Als der Schlusspfiff ertönte, riss Hanegbi die Arme hoch, als hätte er gerade das Champions-League-Finale gewonnen. "Ein Tor, ein Sieg - das reicht doch", lachte er. "Wir sind weiter, das ist alles, was zählt."

Während die Dolphins jubelten, standen die Spieler von Ramat PKI fassungslos auf dem Rasen. Youngster Vilner, der allein vier Torschüsse abgegeben hatte, trat wütend gegen die Eckfahne. "Ich hab alles probiert", sagte er später. "Aber manchmal ist der Ball einfach ein Ar***loch."

Die Fans in Ashdod feierten ihre Mannschaft trotzdem frenetisch. Pokalspiele haben ihre eigenen Gesetze, sagt man - und dieses schrieb an diesem Abend ein besonders absurdes Kapitel. Die Dolphins zogen mit minimalem Aufwand ins Viertelfinale ein, während Hapoel Ramat PKI mit maximalem Frust aus dem Wettbewerb flog.

Trainer Maciadi brachte es am Ende sarkastisch auf den Punkt: "Wenn Fußball nach Punkten für Ballbesitz entschieden würde, stünden wir jetzt im Halbfinale. Leider zählt immer noch das Ding mit den Toren."

Und so verabschiedete sich ein Abend, der in keiner Highlight-Zusammenfassung je so spektakulär aussehen wird, wie er sich angefühlt hat: hektisch, ungerecht, aber irgendwie auch wunderschön absurd. Die Dolphins leben weiter - und das mit nur einem Schuss.

Oder, wie es ein Fan auf der Tribüne treffend rief: "Weniger ist manchmal mehr - solange’s 1:0 steht!"

12.07.643987 02:48
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