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Dobias doppelt: Valencia ringt Espanyol in packendem 3:2 nieder

Ein Abend im Mestalla, der alles hatte: Sonne, Spannung, Schweiß - und Martin Dobias. Der Linksaußen von Valencia CF war der Mann des Abends beim 3:2‑Heimsieg gegen Espanyol Madrid am 17. Spieltag der Primera División. 30 453 Zuschauer erlebten ein Spiel, das von taktisch diszipliniertem Beginn in ein wildes Finale kippte, in dem Valencia zweimal den Ausgleich schluckte - und doch den letzten Schlag setzte.

Valencias Trainer Sascha Schmidt hatte seine Elf offensiv ausgerichtet, Espanyol‑Coach Doc Zab ließ ebenfalls offensiv spielen, aber ohne Pressing, als wolle er testen, wie lange man in Valencia ohne Balljagd überlebt. Die Antwort: etwa 30 Minuten. Dann jagte Albert Ferron einen Zuckerpass auf den startenden Martin Dobias, der aus halblinker Position mit einem trockenen Schuss ins lange Eck abschloss. 1:0 - und das Mestalla explodierte.

"Ich hab den Ball gar nicht richtig getroffen", grinste Dobias später, "aber manchmal küsst dich der Fußballgott auf den Spann." Ferron, der Vorlagengeber, zwinkerte: "Ich hatte eigentlich auf George Leech zielen wollen, aber Martin war einfach schneller."

Bis zur Pause kontrollierte Valencia das Geschehen, 54 Prozent Ballbesitz, 13 Torschüsse - statistisch ein Gleichgewicht, optisch aber klare Überlegenheit. Espanyol hatte Mühe, sich zu befreien, und verlor kurz vor der Pause Hannu Kuqi durch eine Auswechslung - nicht verletzungsbedingt, sondern wegen akuter Wirkungslosigkeit.

Nach dem Seitenwechsel kam Espanyol mit mehr Elan. Vincenzo Mancuso, der rechte Mittelfeldmann mit dem italienischen Namen und der katalanischen Motorik, traf in der 58. Minute nach feinem Zuspiel von Olafur Lindstrom. Plötzlich stand es 1:1, und Trainer Zab brüllte "¡Así se hace!" Richtung Tribüne - was so viel heißt wie: Jetzt geht’s doch!

Doch Valencia antwortete prompt. Zehn Minuten später zirkelte Ediz Güven, frisch zurück auf dem Feld, einen Ball aus 18 Metern ins rechte Eck. Miroslav Dordevic hatte vorbereitet, und Trainer Schmidt ballte an der Seitenlinie die Faust. "Das war kein Zufall", erklärte er nach dem Spiel mit einem Lächeln, "wir trainieren genau solche Bälle - also zumindest behaupten wir das."

Espanyol aber blieb lästig. In der 73. Minute konterten die Gäste nach einem Ballverlust von Francois Wolff, der zuvor Gelb gesehen hatte. Grimm trieb den Ball über links, flankte auf Claude Winston - und der drosch das Leder humorlos unter die Latte. 2:2. Valencia‑Torhüter Francisco Pelegrin schüttelte den Kopf: "Ich hab’s kommen sehen, aber der Ball kam wie ein Telegramm ohne Absender."

Das Spiel steuerte auf ein Unentschieden zu, Espanyol verteidigte tief, Valencia drückte mit letzter Kraft. In der 92. Minute, als viele schon auf die Uhr schauten, kombinierte erneut Ferron über rechts, schlug eine flache Hereingabe - und Dobias stand wieder goldrichtig. 3:2! Das Stadion bebte, Ferron riss die Arme hoch, Dobias ließ sich unter die Fans fallen.

"Ich hab nur gehofft, dass der Ball nicht über den Spann rutscht", sagte Dobias später lachend in die Mikrofone. Trainer Schmidt fasste sich an die Stirn: "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, aber immerhin nicht langweilig."

Espanyol‑Coach Zab wollte das so nicht stehen lassen. "Wir haben zweimal zurückgeschlagen, das zeigt Charakter. Leider hat der Schiedsrichter nicht so viel Nachspielzeit gesehen wie ich." Ein Satz, der in Valencia wohlwollend mit einem Schulterzucken quittiert wurde.

Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe: Beide Teams mit 13 Torschüssen, Zweikampfquote annähernd pari (51 zu 49 Prozent). Doch Valencia hatte die klareren Momente - und den Unterschiedsspieler. Dobias’ Doppelpack machte den Unterschied, Güvens Schlenzer war die Würze dazwischen.

In der Kabine lief später Musik, die man hier besser nicht zitiert, und die Spieler tanzten in den Gängen. "Manchmal", sagte Keeper Pelegrin mit einem Handtuch über dem Kopf, "ist ein Sieg in der 92. Minute schöner als drei klare Punkte."

Vielleicht war es kein perfektes Spiel, aber eines, das in Erinnerung bleibt. Valencia bleibt oben dran, Espanyol reist mit leeren Händen, aber erhobenem Kopf zurück. Und Martin Dobias? Der dürfte heute Nacht noch einmal alles Revue passieren lassen - inklusive des Ballkusses vom Fußballgott.

23.07.643987 08:22
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Erich Ribbeck
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